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Promillegrenzen in Europa

Alle Promillegrenzen und Strafen in Europa im Überblick

Vor Urlaubsantritt lohnt sich ein Blick in den Bußgeldkatalog des jeweiligen Reiselandes. Mitunter werden Verkehrsvergehen weitaus härter bestraft als in Deutschland. Was zum Beispiel das Fahren unter Alkoholeinfluss betrifft, gibt es in vielen Ländern Europas ganz strenge Gesetze.

Hier sollte man besser nichts trinken oder warten bis der Alkohol abgebaut ist.

Land Promillegrenze Bußgeld / Geldstrafe
Belgien 0,5 ab 170 EUR
Dänemark 0,5 bis 1 Monatsgehalt
Finnland 0,5 ab 15 Tagessätze
Frankreich 0,5 ab 135 EUR
Griechenland 0,5 ab 80 EUR
Großbritannien 0,8 bis 6.400 EUR
Italien 0,5 ab 530 EUR
Kroatien 0,5 ab 95 EUR
Luxemburg 0,5 ab 145 EUR
Niederlande 0,5 an 325 EUR
Norwegen 0,2 ab 550 EUR
Österreich 0,5 ab 300 EUR
Portugal 0,5 ab 250 EUR
Polen 0,2 ab 145 EUR
Rumänien 0,0 ab 210 EUR
Schweden 0,2 ab 40 Tagessätze
Schweiz 0,5 ab 550 EUR
Spanien 0,5 ab 500 EUR
Türkei 0,5 ab 180 EUR
Ungarn 0,0 bis 965 EUR

Häufig drastische Geldstrafen

In der Regel werden bei Alkohol am Steuer hohe Bußgelder verhängt. Spitzenreiter bei den Geldstrafen ist Großbritannien mit über 6.000 Euro Geldbuße. Bei mehr als 0,8 Promille drohen in Frankreich sogar Gefängnis und ein Bußgeld von 4.500 Euro.

Auch in den skandinavischen Ländern wie Schweden oder Dänemark muss man bei Alkoholverstoß tief in die Tasche greifen. Ein Monatsgehalt wird fällig, wenn die Promillegrenze überschritten wurde.

In Österreich beginnen die Bußgelder für Alkoholsünder bei 300 Euro, in der Schweiz werden umgerechnet mindestens 565 Euro fällig.

Immerhin gibt es in einigen Ländern Rabatt bei Sofortzahlung bzw. Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist, mitunter bis zu 50 %.

Wer in Dänemark oder Italien ganz tief ins Glas geschaut hat, der kann sogar sein Auto verlieren. Ab 2,0 Promille (Dänemark) bzw. 1,5 Promille (Italien) droht die Zwangsversteigerung des Fahrzeugs.

Bei schwerwiegenden Delikten wie Alkohol am Steuer wird die Geldstrafe direkt vor Ort vollstreckt. Ein Fahrverbot wird erteilt und das Fahrzeug beschlagnahmt, bis das Geld bezahlt wurde.

Vollstreckung von kleineren Delikten

Wenn man geblitzt wurde oder ein Knöllchen wegen Falschparkens erhalten hat, kommt der Bußgeldbescheid per Post. Es gibt dann verschiedene Optionen für den Verkehrssünder.

  • Er kann das Geld direkt überweisen, damit die Sache vom Tisch ist.
  • Er kann die Angelegenheit aussitzen und darauf hoffen, dass die ausländische Behörde den Verkehrsverstoß nicht weiter verfolgt.

Das ist nicht unwahrscheinlich: die ausländische Behörde hat eher wenig Antrieb, da das Bußgeld in Deutschland bleibt, und nicht in dem Land, wo der Verkehrsverstoß erfolgt ist. Außerdem muss der Bußgelbescheid in Deutsch ausgestellt werden und die Rechtsmittel ausführlich erklärt werden. Aufwand und Ertrag stehen dann oftmals in keinem Verhältnis. Das ist in dem neuen EU-weiten Strafverfolgungsabkommen so geregelt.

Doch Vorsicht: Es gibt Verjährungsfristen. Wer zum Beispiel wieder in Italien einreist und in eine Verkehrskontrolle gerät, könnte für einen früheren Verkehrsverstoß, der nicht länger als 5 Jahre zurückliegt noch belangt werden.

Was ist mit dem Versicherungsschutz im Ausland?

Bei einem selbstverschuldeten Unfall im Ausland übernimmt die Haftpflichtversicherung die Schäden am beteiligten Fahrzeug. Bei einer Vollkasko Versicherung sind auch die Schäden am eigenen Fahrzeug gedeckt.

Allerdings kann der Versicherungsschutz erlischen, wenn der Unfall unter Alkoholeinfluss verursacht wurde. Der Verkehrssünder trägt den Schaden dann wohl komplett selbst. Wahrscheinlich bezahlt die Haftpflicht zunächst den Schaden, fordert dann aber Regress vom Versicherungsnehmer.

In vielen Ländern, wird schon bei kleinen Unfällen die Polizei gerufen, allein weil dir dortigen Versicherungsgesellschaften nur Unfallprotokolle von der Polizei anerkennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Alkoholkonsum auffliegt, ist also sehr hoch.

Informieren Sie sich auch auf unserer Seite Tempolimit in Europa.

Wussten Sie schon…?

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Alkohol am Steuer mit Unfall

Bei einem Unfall im Ausland mit Alkohol im Blut, greifen die Gesetze des jeweiligen Landes. Es werden Geldstrafe und Fahrverbot verhängt. Bei Personenschaden drohen wie in Deutschland Anzeigen wegen Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs. Der Führerschein wird bei Alkoholnachweis vor Ort direkt einbehalten.

Im schlimmsten Fall drohen Haftstrafen. Hier kann dann nur noch die Deutsche Botschaft oder ein Anwalt helfen.

Kann ich meinen Führerschein im Ausland verlieren?

Nein. Ihre Fahrerlaubnis kann Ihnen ausschließlich in dem Land entzogen werden, in dem Sie diese erworben haben. Ebenso kann ein Fahrverbot im Ausland in der Regel nicht auf Deutschland ausgeweitet werden.

Infolge der EU-weiten Strafverfolgung kann es aber passieren, dass Ihnen in Deutschland für eine Alkoholfahrt im Ausland nachträglich die Fahrerlaubnis entzogen wird. Ebenfalls ist es möglich, dass eine MPU für das Überschreiten der zulässigen Promillegrenze im Ausland angeordnet wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Ermittlungsmethoden der ausländischen Behörden, zum Beispiel das Verfahren zur Ermittlung des Blutalkoholwertes, in Deutschland anerkannt sind.

Gibt es Punkte in Flensburg für Verkehrsverstoß im Ausland?

Nein. Punkte gibt es nur für Verstöße in Deutschland. Fahrverbote können hingegen auch im Ausland erteilt werden.

Strafen in Deutschland

In Deutschland richten sich die Sanktionen danach, wie hoch der Blutalkoholwert ist und wie oft Sie als Autofahrer bereits bei einer Trunkenheitsfahrt erwischt wurden. Beim ersten Mal werden 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat fällig.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Artikel „Alkohol am Steuer – Bußgelder, Strafen und Promillegrenzen“.

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