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Idiotentest MPU & Führerschein: Wie bitte?

Wieso heißt es eigentlich Idiotentest?

Streng genommen trägt der Idiotentest, der eigentlich die MPU meint, diese Bezeichnung völlig zu unrecht. Nur weil man früher einmal der Meinung war, dass jemand der drei Mal durch die praktische Führerscheinprüfung gerasselt war, einfach zu blöd zum Autofahren sei und denjenigen dann zur MPU schickte.

Davon ist man jedoch schnell abgekommen, als man merkte, dass vor allem Alkohol- und Drogenkonsum die Unfälle verursachte und nicht mehrmaliges Durchfallen bei der praktischen Fahrprüfung.

Deshalb sind Alkohol- und Drogendelikte im Straßenverkehr auch der Hauptgrund, warum bei Verkehrssündern die MPU angeordnet wird. Solche Personen gefährden die Sicherheit im Straßenverkehr und es bestehen berechtigte Zweifel, ob solche Leute überhaupt ein Fahrzeug führen sollten.

Und die MPU soll genau das klären. Sie besteht aus einem medizinischen und einem psychologischen Teil.

Im medizinischen Teil überprüft ein Arzt mittels Gesundheits- und Reaktionstests, ob die körperlichen Voraussetzungen zum Autofahren erfüllt sind. Die persönliche Einstellung zum Fehlverhalten soll dann im psychologischen Teil der MPU festgestellt werden.

Ein Psychologe stellt gezielt Fragen, um herauszufinden ob die betroffene Person Fehler erkannt hat, einsichtig ist und Verhaltensänderungen vornimmt. Die Fragen sind speziell auf die Problematik des Prüflings abgestimmt.

Das heißt, ein Fahrer mit Alkoholproblem bekommt andere Fragen gestellt als ein notorischer Raser. Eingebaute Fallen wie z. B. der „Kugeltest“, bei dem die Person Kugeln übereinander stapeln soll, geben der Bezeichnung Idiotentest natürlich zusätzlich Nahrung, gehören aber ins Reich der Mythen.

Was kostet eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung?

Der Idiotentest, äähm, die MPU, ist also eine personenspezifische Untersuchung ohne Intelligenztest. Es geht einzig und alleine um den Führerschein. Das merkt man allein daran, dass viele Idioten Auto fahren. Warum hält sich dann die Bezeichnung Idiotentest so hartnäckig in den Köpfen der Menschen, wenn von MPU die Rede ist?

Nun, ein Idiot ist auch ein rücksichtsloser, beratungsresistenter und unverbesserlicher Mensch. Jemand, der aus Fehlern nicht lernt. Das bringt uns zurück zum Falschparken: Über 230 Knöllchen sind schon eine „außergewöhnliche“ (Intelligenz-)Leistung. Viel idiotischer sind jedoch Verkehrssünder, die durch Alkohol- und Drogenkonsum auffallen.

Übrigens, eine MPU ist nicht gerade billig: Die Kosten liegen je nach Verkehrsverstoß zwischen 330 und 720 Euro. Idiotisch, wer es darauf ankommen lässt!

Wussten Sie schon…?

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Was kann man bei einem negativen MPU-Gutachten machen?

Fällt das Gutachten nach der Medizinisch- Psychologischen Untersuchung (MPU) negativ aus, kann diese Untersuchung wiederholt werden –  und das ganz ohne Sperrfrist. Dennoch sollte man sich Zeit lassen und nehmen, bevor man erneut den „Idiotentest “ macht. Denn dieser wird prinzipiell genauso aussehen und aufgebaut sein wie der erste. Zu empfehlen ist es, das Gutachten aufmerksam durchzulesen und die dort aufgeführten Empfehlungen und Handlungsanweisungen zu beherzigen, bevor man sich einer neuen MPU stellt.

Nicht jeder negative Ausgang einer MPU muss zwangsläufig einen neuen Test zur Folge haben. Entdecken die Gutachter nämlich starke, dennoch aber durchaus noch ausbaufähige positive Tendenzen beim Verkehrssünder, kann  der nächste Schritt auch eine MPU-Nachschulung nach §70 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) bzw. ein Aufbauseminar sein. Bei diesem Versuch zur Wiederherstellung der Fahreignung, geht es letztlich darum, die Fahrerlaubnis ohne eine zweite oder gar dritte MPU wiederzuerlangen. Dabei helfen sollen Reflektionen über das eigene Fehlverhalten und das Erarbeiten künftiger Bewältigungsstrategien.

Wird eine MPU erst nach einer Trunkenheitsfahrt angeordnet??

Nein, auch andere Verhaltensweisen im Verkehr, die bei der Führerscheinstelle „Eignungszweifel“ aufkommen lassen, können zur Anordnung einer MPU führen. Natürlich senken Alkohol und Drogen in besonderem Maße den Grad der individuellen Eignung, mit einem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen.

Aber auch wiederholt auftretendes aggressives Verhalten, schwere Nötigung oder das notorische Verstoßen gegen den Mindestabstand oder Tempolimits, können nach dem Führerscheinentzug die Einladung zur MPU nach sich ziehen.

Hinzu kommen jedoch auch körperliche und seelische Krankheiten, die die Fahreignung in Frage stellen können und daher ebenso eine MPU-Anordnung zur Folge haben können.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Obwohl die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) im Volksmund vor allem als Idiotentest  bekannt ist, wird dabei keineswegs die Intelligenz getestet, sondern die Fahreignung geprüft und festgestellt, wie sich die behördlichen Zweifel an dieser Eignung ausräumen lassen.
  2. MPU werden von der Führerscheinstelle angeordnet, wenn Verkehrsteilnehmer unter Einfluss von Alkohol oder Drogen gefahren sind oder auch durch besonders rücksichtsloses und aggressives Verhalten bzw.  wiederholtes Missachten der Verkehrsregeln aufgefallen sind.
  3. Die Kosten für eine MPU belaufen sich je nach Verkehrsverstoß auf zwischen 330 und 720 Euro
  4. Bei einem negativen MPU-Gutachten kann die Untersuchung ohne Einhalten von Sperrfristen wiederholt werden.
  5. Bei starken positiven Entwicklungstendenzen können auch MPU-Nachschulungen gemäß §70 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) oder auch Aufbauseminare angeordnet werden. Diese kosten um die 400 Euro.
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