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MPU bei Fahren ohne Fahrerlaubnis / Führerschein: Ist das möglich?

Wer sich ohne gültige Fahrerlaubnis hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs setzt und damit im Straßenverkehr fährt, begeht eine Straftat. Eine mögliche Folge ist neben Geld- und Freiheitsstrafen die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) Doch wie wahrscheinlich ist es, dass man – ohne überhaupt eine Fahrerlaubnis zu besitzen – eine MPU absolvieren muss? Muss man selbst nach dem Bezahlen einer Geldbuße eine MPU wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis machen? Alle Antworten darauf finden Sie hier!

Kein Führerschein vorhanden – trotzdem MPU machen

Es mag zunächst widersinnig klingen, dass jemand, der gar keine Fahrerlaubnis besitzt, eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung machen muss. Schließlich soll bei der MPU ja die Fahreignung festgestellt und überprüft werden.

  • Dennoch kann die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU auch dann anordnen, wenn jemand ohne Führerschein ein Kfz fährt und damit klar gegen die in § 4 Absatz (1) der Fahrerlaubnis-Verordnung (FEV) definierte Erlaubnispflicht verstößt:

“Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Fahrerlaubnis.”

Eine MPU wird also trotz oder gerade aufgrund einer fehlenden Fahrerlaubnis angeordnet, weil beim Fahren ohne Führerschein Zweifel daran aufkommen, ob der Betroffene die Verkehrsregeln überhaupt versteht oder sie eben absichtlich ignoriert und somit auch andere Verkehrsteilnehmer wissentlich gefährdet.

Wenn jemand keine Fahrerlaubnis hat, dann weil:

  1. er sie nicht oder noch nicht erworben hat.
  2. sie ihm aus entsprechenden Gründen entzogen wurde.

Will man als Betroffener also irgendwann den Führerschein machen oder einen Antrag auf Wieder-/Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen, muss man seine Fahreignung nach einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis höchstwahrscheinlich durch eine MPU überprüfen lassen.

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Fahren ohne Fahrerlaubnis Unterschiede

Ist Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis gleich Fahren ohne Fahrerlaubnis? § 21, Absatz (1) Straßenverkehrsgesetz (StVG) macht in Sachen Fahren ohne Fahrerlaubnis keinen Unterschied. Dort heißt es schlicht:

“Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs […] verboten ist.”

Ob man nun ohne Fahrerlaubnis fährt, weil:

  • man diese noch gar nicht erworben hat
  • sie für die entsprechende Fahrzeugklasse nicht erworben hat oder nicht fristgerecht verlängert wurde, also vor allem Führerscheinklassen  C (LKW Führerschein) und D (Busführerschein)
  • sie einem entzogen wurde
  • eine beim Fahren ohne Fahrerlaubnis noch geltende Sperrfrist verhängt wurde,

spielt dafür, dass es sich hierbei um eine schwerere Straftat handelt, zunächst keine Rolle.

Dennoch kann das Strafmaß geringer ausfallen, wenn jemand, gegen den ein temporäres Fahrverbot verhängt wurde, trotzdem in dieser Zeit fährt. Dann nämlich droht “nur” eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen.

Wussten Sie schon…?

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Kein Führerschein und mit Alkohol oder Drogen erwischt

Wird man beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt und hat zudem noch Alkohol getrunken oder Drogen genommen, ist eine MPU eigentlich unausweichlich. Schließlich spricht man sich damit selbst quasi doppelt die notwendige Fahreignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs ab.

Dass man also gleich zwei Straftatbestände erfüllt, wird sich wahrscheinlich zunächst auf die Geld- oder gar Freiheitsstrafe auswirken, die entsprechend höher ausfallen können.

Zudem wird eine in solchen Fällen verordnete Sperrfrist deutlich länger sein.

Fahren ohne Fahrerlaubnis während der Fahrschule: Droht eine MPU?

Das kann durchaus passieren. Schließlich begeht man auch als angehender Besitzer einer Fahrerlaubnis eine Straftat, wenn man sich ohne bestandene theoretische Führerscheinprüfung und praktische Führerscheinprüfung und damit ohne Führerschein hinter das Lenkrad eines Kfz setzt und durch die Straßen der Stadt, über die Landstraße oder gar über die Autobahn fährt.

Wird eine Sperrfrist verhängt, darf in dieser Zeit kein Antrag auf die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis gestellt und man als Fahrschüler auch nicht zur praktischen Fahrprüfung angemeldet werden, wenn diese innerhalb der Sperrfrist liegt.

Der Führerschein kann demnach zumindest in Sachen Praxis zunächst nicht weiter gemacht werden.

Um nach der Sperrfrist das Ziel “Führerschein” weiter verfolgen zu können, kann eine MPU notwendig sein. Das hängt aber immer von der Schwere des Vergehens ab. Auch sind gerade bei jüngeren Tätern längere Sperrfristen von bis zu drei Jahren denkbar.

Wann verjährt eine MPU wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis?

Da es sich beim Fahren ohne Führerschein um eine Straftat handelt, beträgt die Verjährungsfrist zunächst zehn Jahre. Die Anordnung einer MPU an sich kann jedoch nicht verjähren. Hier spricht man von einer Tilgungsfrist von ebenso zehn Jahren.

Sind diese vergangen, kann die begangene Straftat, also das Fahren ohne Führerschein, beim Antrag auf Wieder-/Neuerteilung der Fahrerlaubnis nicht mehr für die Anordnung einer MPU verwertet werden (Verwertungsverbot).

Jedoch müssen zunächst fünf Jahre ohne weitere Straftaten vorangehen, bis die zehnjährige MPU-Tilgungsfrist beginnt. In Summe ergeben sich somit 15 Jahre Wartezeit, um eine MPU wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu umgehen.

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