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Einspruch Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeit: Wann lohnt sich der Einspruch?

Einspruch Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeit: Wann sinnvoll?

Wenn Sie den Bußgeldbescheid erhalten, bleiben Ihnen zwei Wochen, um Einspruch einzulegen. Welche Gründe Sie hierfür anbringen können, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Grundsätzlich sollten Sie sich aber überlegen, ob sich der Einspruch überhaupt lohnt. Zwar kommen Sie bei einem erfolgreichen Einspruch um die Zahlung der Strafe herum.

Wird der Einspruch jedoch abgewiesen, müssen Sie allerdings mit zusätzlichen Kosten, die im Laufe des Verfahrens entstehen, rechnen.

Ein Einspruch lohnt sich also vor allem dann, wenn entweder das Bußgeld besonders hoch ausfällt oder weitere Konsequenzen zu befürchten sind.

Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Fahrverbot handeln. Auch in der Probezeit steht viel auf dem Spiel, da hier eventuell die Probezeit um zwei Jahre verlängert wird.

Wie aussichtsreich Ihr Fall ist, besprechen Sie am besten mit einem Verkehrsanwalt.

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts – wann lohnt sich der Einspruch?

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 15 € Nein
  • 11-15 km/h
25 € Nein
  • 16-20 km/h
35 € Nein
  • 21-25 km/h
80 € 1 Nein
  • 26-30 km/h
100 € 1 Nein
  • 31-40 km/h
160 € 2 1 Monat
  • 41-50 km/h
200 € 2 1 Monat
  • 51-60 km/h
280 € 2 2 Monat
  • 61-70 km/h
480 € 2 3 Monat
über 70 km/h 680 € 2 3 Monat

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts – wann lohnt sich der Einspruch?

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 10 Nein
  • 11-15 km/h
20 Nein
  • 16-20 km/h
30 Nein
  • 21-25 km/h
70 1 Nein
  • 26-30 km/h
80 1 Nein
  • 31-40 km/h
120 1 Nein
  • 41-50 km/h
160 2 1 Monat
  • 51-60 km/h
240 2 1 Monat
  • 61-70 km/h
440 2 2 Monat
über 70 km/h 600 2 3 Monat

Welche Gründe rechtfertigen einen Einspruch gegen die Geschwindigkeitsüberschreitung?

Es kann verschiedene Gründe für einen Einspruch geben:

  • Formale Fehler: Enthält der Bußgeldbescheid formale Fehler, sind also Name, Adresse oder Kennzeichen falsch vermerkt, kann dies schon für einen Einspruch reichen. Auch eine Rechtsmittelbelehrung muss Teil des Bußgeldbescheids sein. Ebenso können sich Fehler bei der Tatzeit und beim Tatort einschleichen.
  • Fahrer vs. Halter: Es gilt die Fahrerhaftung. Dennoch wird zunächst dem Halter des Wagens ein Bußgeld ausgestellt. Sind Sie also nur Halter und nicht Fahrer, so können Sie auf diesen Umstand aufmerksam machen.
  • Messung: Natürlich können Sie auch die Messung als solche anzweifeln. Hierfür gute Gründe und stichhaltige Beweise vorzulegen, ist allerdings äußerst schwierig. Sie müssten nämlich nachweisen, dass entweder das Gerät nicht funktioniert hat oder nicht korrekt geeicht war oder dass die Beamten nicht ausreichend geschult waren.
  • Verjährung: Ein Bußgeldbescheid muss innerhalb von drei Monaten bei Ihnen eingehen. Schafft es die Behörde nicht, diese Frist einzuhalten, können Sie begründet Einspruch einlegen.

Wussten Sie schon..?

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Musterschreiben Einspruch gegen Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung

Kostenlose Muster und Vorlagen für einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung gibt es im Internet in schier unendlicher Anzahl.

Manche enthalten nur Platzhalter für unbedingt notwendige Angaben (Datum, Name, Anschrift, Behördenanschrift, Aktenzeichen, Unterschrift).

Prinzipiell sollten Sie die von Ihnen zum Einspruch genutze Vorlage folglich auch immer mit mindestens diesen Angaben ausfüllen:

  • das Datum des Schreibens
  • Ihr Name und Ihre Anschrift
  • die korrekte Anschrift und Bezeichnung der zuständigen Behörde (Angaben dazu finden Sie im entsprechenden Bußgeldbescheid)
  • das entsprechende Aktenzeichen Ihres Vorgangs
  • Ihre Unterschrift

Andere Musterschreiben wiederum beinhalten zusätzlich kurze standardisierte Formulierungshilfen bzgl. der Begründung des Widerspruchs oder auch hinsichtlich anderer Angaben.

Sie können diese in der Vorlage/im Muster enthaltenen Formulierungshilfen zur Erläuterung nutzen, um darzulegen:

  • warum Sie Ihrer Ansicht nach nicht „schuldig“ sind
  • wie es Ihrer Meinung nach tatsächlich abgelaufen ist und
  • was Sie auf jeden Fall entlastet,

müssen dies aber nicht anfügen.

In jedem Fall ist es jedoch ratsam, Ihren Einspruch ausführlich zu erläutern und möglichst detailliert zu belegen.

Wichtig sind bei Musterschreiben zudem auch Begriffe und Formulierungen wie:

  • fristgerecht (in Bezug auf Ihren Einspruch)
  • Biite um erneute Prüfung des Sachverhalts/Vorgangs/Vorwurfs
  • Bitte um umgehende Bestätigung des Eingangs des Einspruchs

Welches Musterschreiben für einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung Sie auch immer nutzen: Denken Sie daran, den Brief postalisch und per Einschreiben (am besten mit Rückschein) zu versenden.

Nur so sind Sie auf der sicheren Seite, dass Ihr Schreiben fristgerecht eingegangen ist.

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