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Geschwindigkeits­über­schreitung: Strafen nach Bußgeld­katalog & alle wichtigen Infos dazu!

Welche Bußgelder drohen bei Geschwindigkeits­überschreitung innerorts (Kfz bis 3,5 t)?

Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb geschlossener Ortschaften werden mit verhältnismäßig höheren Bußgeldern belegt als Verstöße gegen Beschränkungen des Geschwindigkeitslimits, die man außerorts begeht. Dies liegt darin, dass die Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer und gerade für Fußgänger innerorts viel höher ist als auf Landstraßen oder Autobahnen.

Hinweis: In unten stehenderTabelle sind bereits die zum 28.04.2020 in Kraft getretenen Änderungen aus der StVO-Novelle enthalten. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/stvo-novelle.html.

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 30 € nein
  • 11-15 km/h
50 € nein
  • 16-20 km/h
70 € nein
  • 21-25 km/h
80 € 1 1 Monat
  • 26-30 km/h
100 € 1 1 Monat
  • 31-40 km/h
160 €
2
1 Monat
  • 41-50 km/h
200 € 2 1 Monat
  • 51-60 km/h
280 € 2 2 Monate
  • 61-70 km/h
480 € 2 3 Monate
über 70 km/h 680 € 2 3 Monate

Welche Bußgelder drohen bei Geschwindigkeits­überschreitung außerorts (Kfz bis 3,5 t)?

Geschwindigkeits­überschreitungen außerorts – also auf Autobahnen oder Landstraßen –  unterliegen grundsätzlich den gleichen Regelungen wie Verstöße gegen Geschwindigkeits­begrenzungen innerorts. So werden Temposünder auch hier mit Bußgeldern entsprechend der gefahrenen Geschwindigkeit und dem geltenden Tempolimit bestraft.

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 € nein
  • 11-15 km/h
40 € nein
  • 16-20 km/h
60 € nein
  • 21-25 km/h
70 € 1 nein
  • 26-30 km/h
80 € 1 1 Monat
  • 31-40 km/h
120 € 1 1 Monat
  • 41-50 km/h
160 € 2 1 Monat
  • 51-60 km/h
240 € 2 1 Monat
  • 61-70 km/h
440 € 2 2 Monate
über 70 km/h 600 € 2 3 Monate

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten.

Quelle: Bundesverkehrsministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Hinweis: In der Tabelle sind bereits die zum 28.04.2020 in Kraft getretenen Änderungen aus der StVO-Novelle enthalten. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/stvo-novelle.html.

Und was droht Ihnen, wenn Sie auf der Autobahn zu langsam fahren? Erfahren Sie hier, ob auf deutschen Autobahnen überhaupt eine Mindestgeschwindigkeit gilt und wie „langsam“ man auf internationalen Straßen fahren darf.

 

Welche Strafen drohen bei wiederholten Geschwindigkeits­übertretungen?

„Beharrlichen“ Temposündern, die im innerhalb eines Jahres zweimal beim Überschreiten der Höchst­geschwindigkeit geblitzt wurden und das Tempolimit mit mehr als 26 km/h überschritten haben, droht neben einem Bußgeld auch ein Fahrverbot von einem Monat.

Hinsichtlich der Jahresfrist, innerhalb derer man zweimal die geltende Geschwindigkeits­begrenzung überschritten hat, ist zu beachten, dass diese Frist erst mit dem Tag  beginnt, an dem der entsprechende Bußgeld­bescheid rechtskräftig wird.

Sollte es zudem so sein, dass aufgrund einer dieser beiden in Jahresfrist begangenen Tempo­sünden bereits ein Fahr­verbot gegen den Fahrer verhängt wurde, verlängert sich dieses um einen weiteren Monat.

Wussten Sie schon…?

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Worin unterscheiden sich Geschwindigkeits­überschreitungen innerorts und außerorts?

Bei Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten für nicht angepasste Geschwindigkeit unterscheidet die Straßenverkehrs­ordnung (StVO) grundsätzlich zwischen Verstößen, die  innerorts und solchen, die außerorts gemessen wurden.

  • Innerorts: Wer in geschlossenen Ortschaften zu schnell fährt, gefährdet in höherem Maße Fußgänger oder Radfahrer. In diesem Sinne fallen die Strafen für Vergehen gegen Geschwindigkeits­beschränkungen hier auch höher aus:
  • fährt man über 20 km/h schneller als erlaubt, droht ein Punkt in Flensburg.
  • überschreitet man die erlaubte Geschwindigkeit innerorts gar um mehr als 30 km/h, kommt zum Bußgeld und Punkt in Flensburg auch ein Monat Fahrverbot hinzu.
  • Außerorts: Auch bei Geschwindigkeits­überschreitungen außerhalb geschlossener Ortschaften werden grobe Verstöße gegen Geschwindigkeits­begrenzungen mit Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot bestraft, wenn:
  • man über 20 km/h schneller als erlaubt fährt (1 Punkt)
  • die erlaubte Geschwindigkeit gar um mehr als 30 km/h überschreitet (1 Monat Fahrverbot).

Zu bedenken ist, dass mit zunehmender Geschwindigkeit auf Autobahnen und Landstraßen – und hier wird ja generell immer schneller gefahren als in Städten – auch der Bremsweg zunimmt und die Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit schlimmen Folgen praktisch mit jedem Kilometer pro Stunde, den man zu schnell unterwegs ist, proportional steigt.

  • Tempo-Intervalle: Innerorts staffeln sich die Bußgelder und andere Strafen für Geschwindigkeits­überschreitungen in bestimmten Schritten – sowohl was die Geschwindigkeits­überschreitung wie auch das entsprechende Verwarnungsgeld für Temposünder angeht:
  • bis 10 km/h zu viel fallen 15 Euro an
  • für eine Überschreitung bis 15 km/h werden 25 Euro fällig
  • bei bis zu 20 km/h, die man zu schnell unterwegs war, muss man 35 Euro bezahlen.

Diese Fünfer-Schritte werden jedoch ab einer Überschreitung der Höchst­geschwindigkeit von 21 km/h schnell beschleunigt. Dann nämlich fällt das Bußgeld mit 80 Euro verhältnismäßig hoch aus. Hinzu kommt in dieser Kategorie auch ein Punkt in Flensburg.

Außerorts gilt bei einer Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit:

  • bei bis 10 km/h muss man „nur“ 10 Euro bezahlen.
  • bei bis zu 15 km/h sind 20 Euro fällig
  • bei bis zu 20 km/h sind 30 Euro zu zahlen.

Der große Sprung in Sachen Bußgeld  setzt außerorts zwar ebenso wie innerorts erst ab 21 km/h zu viel ein, doch fällt das Bußgeld für Temposünden außerhalb geschlossener Ortschaften mit 70 Euro etwas günstiger aus als Tempovergehen in geschlossenen Ortschaften. Ebenso muss man auch außerorts mit einem Punkt in Flensburg rechnen, wenn man mehr als 20 km/h zu schnell fährt, als erlaubt ist.

Wie hoch ist der Toleranzabzug beim Blitzer?

Wenn Sie geblitzt wurden und unsicher sind, welches Bußgeld nun auf Sie zukommt, sollten Sie diese 3 Dinge zum Thema Toleranzabzug bei Geschwindigkeitsüberschreitung wissen:

1. Opportunitätstoleranz

Auch wenn Sie bei der Geschwindigkeits­kontrolle zu schnell waren, bekommen Sie mitunter kein Bescheid, weil Sie unter die sogenannte Opportunitäts­toleranz fallen. Diese ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Berlin beispielsweise werden Tempoverstöße erst ab einer Mehrgeschwindigkeit von 5 km/h verfolgt. In Sachsen-Anhalt beträgt die Opportunitäts­toleranz sogar 10 km/h. Oft sind die Blitzer bereits so eingestellt, dass Sie beispielsweise in einer 30er Zone erst ab 40 km/h auslösen.

2. Toleranzabzug von der gemessenen Geschwindigkeit

Beim Blitzen gibt es grundsätzlich einen Toleranzabzug. Der beträgt bei standardisierten Blitzverfahren wie Starenkästen oder Laserpistolen 3 km/h oder 3 Prozent:

  • bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen
  • bei Geschwindigkeiten über 100 km/h werden 3 Prozent abgezogen

Bei mobilen Messverfahren wie Video­überwachung aus dem Auto gelten andere Toleranzbereiche:

  • 5 km/h bei Messungen unter 100 km/h
  • 5 Prozent der gefahrenen Geschwindigkeit bei Messungen über 100 km/h

In Einzelfällen, bei besonders ungenauen Messungen, ist ein Toleranz­abzug bis zu 20 Prozent möglich.

Der Toleranzabzug entscheidet mitunter über die Höhe der Strafe. Waren es 31 km/h zu viel oder doch nur 30 km/h? Erstes bedeutet einen Monat Fahrverbot, zweites nicht. Deshalb ist gerade bei den ungenaueren mobilen Messungen zu empfehlen, den Bußgeldbescheid genau zu prüfen und einen Fachanwalt zu Rate zu ziehen.

Klicken Sie für weitere Informationen zum Thema Toleranzabzug bei Geschwindigkeitsüberschreitung auf den Link.

3. Ungenaue Autotachos

Autotachos zeigen in der Regel eine höhere Geschwindigkeit an als die tatsächlich gefahrene. Bei modernen Autos handelt es sich dabei jedoch nur um minimale Abweichungen von 2 bis 3 Prozent.

Wenn Sie also in der 80er-Zone laut Tacho bei 106 km/h geblitzt worden sind, waren Sie tatsächlich nur mit 103 km/h unterwegs. Wenn Sie dann noch 3 Prozent Toleranz abziehen, beträgt Ihr Tempoverstoß nur 20 km/h statt 26 km/h. Der Punkt in Flensburg bleibt Ihnen erspart.

Bei älteren Autos ist die Tachoanzeige ungenauer. Die Abweichung darf jedoch maximal 10 Prozent plus 4 km/h betragen (§ 57 StVZO).

Verlassen Sie sich jedoch nicht auf solche Rechenspiele. Entscheidend ist die Messung der Polizei.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zum Thema Geschwindigkeitskontrolle – inbesondere einen Vergleich der Systeme von gestern und heute.

Bußgelder bei Geschwindigkeits­überschreitung durch LKW innerorts und außerorts?

Tempoverstöße mit dem Lkw werden härter bestraft als Geschwindigkeits­überschreitungen, die mit einem PKW begangen wurden. Der Grund: Ein Lkw ist schwerer und die Folgen können bei einem Unfall sowohl für den Fahrer wie auch für andere Verkehrs­teilnehmer sehr viel gravierender sein als bei einem PKW.

  • Die Höchstgeschwindigkeit für Lkw über 7,5 t beträgt auf einspurigen Landesstraßen/Bundesstraßen 60 km/h.
  • Lkw mit weniger Gewicht dürfen 80 km/h fahren.
  • Auf der Autobahn wiederum sind 80 km/h erlaubt, in Ausnahme­fällen sogar 100 km/h.

Genau wie alle anderen Kfz-Führer, müssen Lkw-Fahrer ihre Geschwindigkeit der Witterung sowie der Straßen- und Verkehrssituation anpassen.

Verpflichtend für Lkw (Gütertransport ab 3,5 t Gesamtgewicht) ist ein digitales Kontrollgerät, das die gefahrenen Geschwindigkeiten protokolliert. Das Gerät zeichnet rund um die Uhr 365 Tage im Jahr auf und protokolliert alle Tempo­verstöße die länger als eine Minute dauerten. Auch wer nicht geblitzt wurde, kann so bei einer im Nach­hinein stattfindenden Kontrolle des Geräts belangt werden.

Bußgeldtabelle LKW (über 3,5 t) Geschwindigkeits­überschreitung innerorts

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 € nein
11 bis 15 km/h 30 € nein
16 bis 20 km/h 80 € 1 Punkt nein
21 bis 25 km/h 95 € 1 Punkt
26 bis 30 km/h 140 € 2 Punkte 1 Monat
31 bis 40 km/h 200 € 2 Punkte 1 Monat
41 bis 50 km/h 280 € 2 Punkte 2 Monate
51 bis 60 km/h 480 € 2 Punkte 3 Monate
über 60 km/h 680 € 2 Punkte 3 Monate

Bußgeldtabelle LKW (über 3,5t) Geschwindigkeits­überschreitung außerorts

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 15 €
11 bis 15 km/h 25 €
16 bis 20 km/h 70 € 1 Punkt
21 bis 25 km/h 80 € 1 Punkt
26 bis 30 km/h 95 € 1 Punkt
31 bis 40 km/h 160 € 2 Punkte 1 Monat
41 bis 50 km/h 240 € 2 Punkte 1 Monat
51 bis 60 km/h 440 € 2 Punkte 2 Monate
über 60 km/h 600 € 2 Punkte 3 Monate

Geblitzt und mit dem Handy telefoniert – doppelte Strafe?

Wer beim Benutzen des Handys während der Autofahrt erwischt wird, zahlt 60 € Bußgeld und erhält einen Punkt in Flensburg. Wurden Sie mit Handy am Steuer geblitzt, haben Sie zwei Ordnungswidrigkeiten begangen: Handy am Steuer und Geschwindigkeitsüberschreitung.

Beides geschah in sogenannter Tateinheit, also zur selben Zeit. Das Bußgeld orientiert sich in diesem Fall an dem schwereren Verkehrs­verstoß. Kostet also die Geschwindigkeits­überschreitung mehr als 60 €, werden Sie als Temposünder nur für diese belangt.

Weitere Fragen & Antworten

Auch wenn viele es glauben: In so genannten 30er-Zonen gelten keine gesonderten Regelungen bezüglich Geschwindigkeitsüberschreitungen. Vielmehr greifen auch bei Zone 30 genau die Bußgelder, die auch bei anderen Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts angewendet werden.

Das einzig Besondere ist eventuell darin zu sehen, dass gerade in solchen 30er-Zonen die Dichte der Blitzer unverhältnismäßig groß ist. Schließlich dient die Einrichtung dieser Bereiche ja in erster Linie der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und hier besonders den Fußgängern.

Die Gefahr, die für Temposünder in 30er-Zonen lauert, liegt in der Tatsache, dass man innerorts automatisch von einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h ausgeht. Diese wird jedoch durch ein entsprechendes Tempo-30-Schild aufgehoben. Aufpassen lohnt sich also und zahlt sich sogar aus.

Denn wenn Sie Ihr Tempo dort nicht anpassen und wie gewohnt 50 km/h pro Stunde fahren, wird ein Bußgeld von 35 Euro fällig.

Und wenn Sie zudem in einer 30er-Zone irrtümlicherweise davon ausgehen, dass Sie mit 60 km/h „nur“ 10 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit liegen, werden Sie das Bußgeld in Höhe von 100 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg schnell und schmerzhaft eines Besseren belehren.

Fü Raser, die die 30 km/h Höchstgeschwindigkeit mit 70 km/h und mehr überschreiten, zahlen nicht nur 680 Euro Bußgeld, sondern erhalten obendrein  2 Punkte. Außerdem werden sie mit einem Fahrverbot von drei Monaten bestraft.

 

Wie auch in der 30er-Zone gelten in verkehrsberuhigten Bereichen, die zum Teil auch als Spielstraßen, Fußgängerzonen und Gehwege ausgeschildert sind, keine Sonderregelungen. Es greift auch hier der Bußgeldkatalog im Sinne der Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit innerorts.

Nur liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit in diesen Zonen eben weit unter 30 km/h, Fahren darf man hier nämlich nur genauso schnell wie ein Fußgänger bequem laufen kann. In km/h ausgedrückt, heißt das unter 10 km/h bzw. ca. 7 km/h.

Abgesehen von diesen Zahlen, sollte es für alle mit einem gesunden Menschenverstand ausgestatteten Autofahrer selbstverständlich sein, dass man in einer Straße, in der Kinder spielen oder  Schulen und Kindergärten sind, nicht mit Volltempo fährt.

Ähnlich wie in 30er-Zonen besteht in verkehrsberuhigten Bereichen die Gefahr, dass man – wenn man ein entsprechendes Schild übersehen hat – davon ausgeht, hier mit 50 km/h regelkonform unterwegs zu sein.

Umso genauer sollte man auf Verkehrszeichen achten, die auf verkehrsberuhigte Bereiche hinweisen, um (hohe) Bußgelder zu vermeiden. Denn sowohl mobile Blitzer wie auch Polizeikontrollen sind hier häufig anzutreffen.

Überschreitet man die in einer verkehrsberuhigten Zone geltende Höchstgeschwindigkeit mit bis zu:

  • 10 km/h, riskiert man ein Verwarngeld von 15 Euro.
  • 15 km/h , muss man mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen.
  • 20 km/h  werden 35 Euro fällig.

Ab 21 km/h über dem Tempolimit in verkehrsberuhigten Bereichen, wird es mit 80 Euro sehr viel teurer. Zudem droht ein Punkt in Flensburg.

Wer auf die dumme Idee kommt, sich auf einer öffentlichen Straße ein Rennen zu liefern, wird hart bestraft. Wird man erwischt, ist für einen Monat der Führerschein weg, es gibt zwei Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von 400 Euro ist fällig.

In den meisten Ländern kosten Geschwindigkeitsüberschreitungen deutlich mehr als in Deutschland. Informieren Sie sich besser vor Fahrantritt, welche Bußgelder auf Sie zukommen könnten.

Wenn Sie geblitzt wurden, können Sie entweder durch die Polizei vor Ort zur Kasse gebeten werden. Bußgeldbescheide werden auch aus dem Ausland nach Deutschland zugestellt. Dank EUCARIS können die Halterdaten auch im Ausland ermittelt werden.

Sollten Sie das Bußgeld nicht bezahlen, kann im Zuge eines Vollstreckungsverfahrens auch eine Haftstrafe.

Land Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld
Schweiz 25 km/h innerorts
31 km/h außerorts
Höhere Geschwindigkeitsüberschreitung
650 €
650 €
Tagessätze
Österreich 20 km/h
50 km/h
20 €
150 € bis 2180 € (nicht einheitlich festgelegt)
Italien 50 km/h
ein Drittel Aufschlag zwischen 22 und 7 Uhr
530 €
Frankreich bis 20 km/h außerorts
bis 20 km/h innerorts
20 bis 49 km/h
ab 50 km/h
68 bis 180 €
135 bis 375 €
135 bis 375 €
bis 1.500 €
Spanien 20 km/h
über 50 km/h
ab 100 €
ab 600 €
Schweden bis 10 km/h 226 €
Dänemark 20 km/h
über 50 km/h
ab 135 €
ab 335 €

Sofern die Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit nicht 20 km/h (für LKW: 15 km/h) überschreitet, bleibt es auch für Fahranfänger bei einem entsprechenden Ordnungsgeld. Ist man in der Probezeit jedoch noch schneller unterwegs, handelt es sich um einen A-Verstoß. Hier drohen neben Punkten in Flensburg sowohl eine Aufbauseminar wie auch eine Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre.

Sinkt die Sichtweite aufgrund von Nebel, Schneefall oder Regen auf unter 50 Meter, beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h. Zudem sollten Sie bei schlechter oder eingeschränkter Sicht auf Schilder achten, die eventuell eine noch geringere Geschwindigkeit vorsehen. Sobald Sie diese Tempolimits überschreiten, greift der entsprechende Bußgeldkatalog inner- oder außerorts. Prinzipiell darf die Geschwindigkeit nur so hoch sein, dass man es schafft, das eigene Auto innerhalb der übersehbaren Strecke zum Stehen zu bekommen.

Hier gelten die allgemeinen Vorschriften und Strafen gemäß Straßenverkehrsgesetz und Bußgeldkatalog.

Unterschieden wird bei Bußgeldern für Geschwindigkeitsübertretungen in und an Baustellen zudem auch zwischen:

  • inner- und außerorts.
  • PKW und LKW.

In Bereichen, wo beispielsweise durch eine Baustelle entsprechende Schilder auf eine erhöhte Unfallgefahr hinweisen, wird oft oft auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit aufgehoben. Fährt man hier zu schnell und überschreitet diese Tempovorgaben, gilt der allgemeine Bußgeldkatalog.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt in § 3 Absatz. 1, 2 und 4 die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts und außerorts,und das sowohl für PKW wie auch für LKW.. Innerorts darf kein Fahrzeug schneller als 50 km/h fahren, während außerhalb geschlossener Ortschaften  PKW 100 km/h fahren dürfen, LKW hingegen nur zwischen 60 und 80 km/h. Autobahnen sind davon ausgenommen.

Daneben regelt §3 der StVO auch allgemeine Dinge, dass man beispielsweise Rücksicht auf andere nehmen und nicht langsamer als notwendig fahren soll.

Die Verkehrsordnung unterscheidet bei Verstößen gegen die Geschwindigkeitslimits zwischen vorsätzlichen oder fahrlässigen. Letztere haben schwerwiegendere Konsequenzen hinsichtlich Höhe des Bußgelds wie auch mit Hinblick auf Punkte in Flensburg und Fahrverbote.

Grundsätzlich wird nie von einem Vorsatz ausgegangen. Fährt man aber beispielsweise doppelt so schnell wie erlaubt oder auch verstößt man innerhalb kurzer Zeit mehrfach gegen Tempolimits oder fährt man 100 km/h, obwohl eine beschränkte Sichtweise oder eine erhöhte Unfallgefahr besteht, wird man den Vorsatz kaum bestreiten können.

Solange Geschwindigkeitsüberschreitungen als Ordnungswidrigkeiten und eben nicht als Straftaten geahndet werden – was in der Regel der Fall ist – gilt man nicht als vorbestraft, auch nicht im Falle von Punkten in Flensburg, für notorische Raser oder bei Fahrverboten.

Anders verhält es sich natürlich, wenn es um Unfälle mit Todesfolge geht, die aufgrund zu hoher Geschwindigkeit verursacht wurden.

Aber auch im Falle, dass man anderweitig vorbestraft ist, haben zumindest Ordnungswidrigkeiten in der Regel keine Einfluss auf Verurteilungen für Straftaten.

Unter besonderen/spezifischen Verkehrssituationen versteht man beispielsweise Bereiche mit erhöhter Unfallgefahr, eine eingeschränkte Sichtweise,  oder auch die Gefährdung von Menschen aufgrund rücksichtsloser Fahrweise.

Verstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigtem Bereich nicht eingehalten, sofern nicht mehr als 10 km/h zu schnell (PKW) 20 € nein
Nicht angepasstes Tempo trotz Bahnübergängen, besonderen örtlichen Straßen- oder Verkehrsverhältnissen oder bei schlechten Sichtverhältnissen – Mit Gefährdung 100 € 1 Punkt nein
– Mit Sachbeschädigung 145 € 1 Punkt nein
Unfall aufgrund von nicht angepasstem Tempo verursacht 35 € 1 Punkt nein
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand 80 € 1 Punkt nein
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss behindert wurde 20 € nein

Es gibt Ausnahmefälle, in denen Temposünder anstelle eines Fahrverbots mit einem deutlich höheren Bußgeld bestraft wurden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihnen ohne Führerschein die Kündigung droht. Wurde das Fahrverbot jedoch für mehrere Monate ausgesprochen, kann man in solchen Fällen höchstens auf eine Verkürzung hoffen.  Höheres Bußgeld anstatt Fahrverbot gilt jedoch nur, wenn es sich bei der der Geschwindigkeitsüberschreitung um eine Ordnungswidrigkeit und nicht um eine Straftat handelt.

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