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MPU-Gutachten – 3 Ergebnisse & was Sie dazu wissen sollten?

Aus welchem Anlass und von wem wird ein MPU-Gutachten angeordnet?

Eine MPU wird stets von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde angeordnet. Das geschieht allerdings nicht ohne Anlass. Eine MPU wird nur dann verlangt, wenn ein begründeter Zweifel an der Fahreignung vorliegt. Durch die Untersuchung soll festgestellt werden, ob sich dieser Zweifel bestätigt bzw. ob eine Besserung stattgefunden hat.

Die Eignung kann aus ganz verschiedenen Gründen angezweifelt werden:

  • Alkohol: Sowohl eine nachgewiesene Abhängigkeit als auch Trunkenheitsfahrten können zu einer MPU führen. Das kann bei wiederholten Vergehen der Fall sein oder auch bei einer einmaligen Fahrt mit mehr als 1,6 Promille.
  • Drogen: Auch das Fahren unter dem Einfluss von Drogen ist natürlich verboten und zieht in der Regel eine MPU nach sich.
  • Punkte: Wer wiederholt im Straßenverkehr auffällt und die 8 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg erreicht, kommt um eine MPU nicht herum.
  • Straftaten: Auch bei Straftaten kann eine MPU angeordnet werden. Das passiert entweder, wenn die Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen oder wenn sie auf ein besonders hohes Gewalt- und Aggressionspotential schließen lassen.
  • Einschränkungen: Auch eine Erkrankung oder eine körperliche Einschränkung kann in bestimmten Fällen zu einer MPU führen.

MPU-Gutachten: Welche Ergebnisse sind möglich?

Grundsätzlich sind drei verschiedene Ergebnisse der MPU denkbar:

  1. Positives MPU-Gutachten: Die Ergebnisse der medizinischen und psychologischen Untersuchung führen zu einem positiven Gutachten. Dies bedeutet, dass die Bedenken der Behörde bezüglich Ihrer Fahreignung entkräftet wurden. Einer Neuerteilung der Fahrerlaubnis steht nichts mehr im Wege.
  2. MPU-Gutachten mit Nachschulungsempfehlung: Die Ergebnisse des Gutachtens sind nicht optimal. Es wurden zwar einige positive Aspekte gesehen, aber dennoch gab es einige Schwachstellen. Die Gutachter empfehlen dann, dass Sie an einem speziellen Nachschulungskurs bei unabhängigen und qualifizierten Schulungsinstituten teilnehmen und dass dabei die offenen Punkte geklärt werden. Wenn der Kurs beendet ist, wird die Verkehrsbehörde Ihnen Ihre Fahrerlaubnis aushändigen, ohne dass eine weitere MPU ansteht.
  3. Negatives MPU-Gutachten: Bei einem negativen MPU-Gutachten gab es nicht genügend positive Aspekte. Wenn Sie jedoch offen waren, haben die Gutachter die Möglichkeit bekommen, sich einen entsprechenden Eindruck über Sie zu verschaffen. In diesem Fall werden Sie Ihnen eine Empfehlung geben, was Sie tun könnten, um ein positives MPU-Gutachten zu bekommen. Sie werden zwar mit dem negativen MPU-Gutachten Ihren Führerschein noch nicht wieder bekommen, aber Sie wissen dann, was Sie anschließend tun müssen.

Wann wird das Ergebnis eines MPU-Gutachtens mitgeteilt?

Das Ergebnis Ihrer MPU wird Ihnen in der Regel an Ort und Stelle direkt mitgeteilt. Wenn keine weiteren zusätzlichen Unterlagen (z.B. Arztbefunde) eingeholt werden müssen, erhalten Sie das MPU-Gutachten nach spätestens 14 Tagen per Post.

Wussten Sie schon..?

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Wie aussichtsreich ist es, gegen ein MPU-Gutachten rechtlich vorzugehen?

Sollten Sie im Falle eines negativen Ergebnisses gerichtlich gegen das Gutachten vorgehen wollen, sind Ihre Erfolgschancen nach Expertenmeinung sehr gering. Erstens ist die Anfechtung eines Prüfungsergebnisses grundsätzlich schwierig, zweitens liegt die Beweispflicht bei Ihnen: Sie bräuchten also Video- oder Audiomitschnitte von der Prüfung.

Übrigens: Gegen die MPU selbst können Sie keinen Widerspruch einlegen. Anfechten können Sie nur die zuvor ergangene Entscheidung, den Führerschein einzuziehen bzw. die Bußgeldbescheide, die möglicherweise zum vollen Punktestand in Flensburg geführt haben.

Muss ich ein negatives MPU-Gutachten an die Fahrerlaubnisbehörde weiterleiten?

Sie sind nicht verpflichtet, ein negatives Gutachten an die Fahrerlaubnisbehörde zu übergeben. Sie sollten dies sogar vermeiden, da es Ihnen keinen Vorteil bringt. Im Gegenteil: Das Nicht-bestehen könnte Ihnen negativ ausgelegt werden und die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis erschweren.

Deshalb sollten Sie auch nichts unterschreiben, was die Begutachtungs­stelle dazu ermächtigt, das Gutachten eigenmächtig weiterzuleiten.

Wann und von wem soll das MPU-Gutachten bei der Behörde vorgelegt werden?

Die Frist für die Vorlage des Gutachtens setzt in der Regel die Fahrerlaubnisbehörde fest. Da Sie selbst für die Teilnahme an einer MPU verantwortlich sind, müssen auch Sie als Teilnehmer das Gutachten an die Behörde weiterleiten. Es gibt oftmals auch die Möglichkeit, die Begutachtungs­stelle mit der direkten Weiterleitung zu beauftragen. Dies ist allerdings nicht zu empfehlen. Denn ein negatives Gutachten sollten Sie der Behörde besser nicht vorlegen.

Ein positives MPU-Gutachten kaufen: Geht das?

Ein positives MPU-Gutachten zu kaufen oder zu fälschen, ist illegal und damit verboten. Sie sollten keinesfalls auf Methoden dieser Art zurückgreifen, da Ihnen sonst ein Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren droht.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Es sind drei Ergebnisse möglich: positiv, positiv mit Auflage einer Nachschulung, negativ.
  2. Ein Einspruch gegen ein negatives Ergebnis lohnt sich so gut wie nie.
  3. Sie sollten ein negatives Ergebnis nicht an die Behörden weiterleiten.
  4. Ein positives Gutachten lässt sich nicht legal kaufen – Versuche dieser Art werden hart bestraft.
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