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MPU Reaktionstest: Optimal vorbereiten & bestehen

Ein schnelles Reaktionsvermögen ist beim Autofahren überlebenswichtig und essentiell für die Fahrtauglichkeit. Wer vroausschauend fährt, die Gefahr schnell erkennt, rechtzeitig bremst und umsichtig reagiert, kann Leben retten. Bei der Begutachtung der Fahreignung, auch Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) genannt, ist der Reaktionstest deshalb ein wichtiger Bestandteil. Doch, was genau wird beim MPU Reaktionstest eigentlich getestet? Wie kann man sich optimal vorbereiten und ist ein MPU Reaktionstest eigentlich Pflicht? Anworten darauf finden Sie hier!

Was ist ein MPU Reaktionstest?

Die MPU wird bei Verkehrssündern mit gehäuften Verstößen oder schwerwiegenden Verkehrsstraftaten zur Wiedererlangung des Führerescheins angeordnet.

Neben der verkehrsmedizinischen Untersuchung (Blutabnahme, Alkohol- und Drogenscreening) und dem psychologischen Gespräch zur Feststellung der persönlichen Einstellung zum Fehlverhalten, ist der MPU Reaktionstest ein weiterer Bestandteil der Fahreignungsüberprüfung.

Der Reaktionstest ist ein standardisiertes Verfahren zur Messung der Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit. Art und Anzahl der Tests sind abhängig vom Probanden und variieren je nach Untersuchungsfragestellung.

Liegt der MPU beispielsweise ein Alkoholmissbrauch zugrunde, werden andere Tests durchgeführt als bei einem Verkehrssünder, der mehrfach durch Nichteinhalten des Sicherheitsabstands auffällig geworden ist.

Ablauf MPU Reaktionstest

Wie es die Bezeichnung “MPU Reaktionstest” schon suggeriert, wird bei diesem Teil der MPU die Reaktionsfähigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Reaktionsgenauigkeit des Teilnehmers überprüft. Dies erfolgt in der Regel mithilfe eines Computerprogramms. Welche Reaktionstests dabei bewältigt werden müssen, hängt von dem Anlass ab, aufgrund dessen die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU angeordnet hat.

Der Ablauf eines MPU Reaktionstests (schematisch):

  1. Bevor der eigentliche Test beginnt, erklärt der Gutachter den Ablauf des Tests.
  2. Hat der Teilnehmer alles verstanden und keine Fragen mehr, wird ein kurzer Testlauf gestartet.
  3. Nun beginnt der eigentliche Test. Über einen Kopfhörer vernimmt der Proband unterschiedliche akustische Signale. Kommen dann optische Signale über den Monitor hinzu, müssen bestimmte Pedale/Tasten bedient werden.
  4. Bei anderen Testaufbauten müssen anstelle des Drückens von Pedalen und Tasten beispielsweise Abfolgen von Bildern/Symbolen/geometrischen Figuren so genau wie möglich wiedergegeben werden bzw. Passend zugeordnet werden (Kreise zu Kreisen, Quadrate zu Quadraten)

Paralleltest:

  • Wurde der MPU-Reaktionstest nicht bestanden, kann ein Paralleltest durchgeführt werden, um auszuschließen, dass äußere Störfaktoren den Ausgang des Tests maßgeblich beeinflusst haben.

Fahrverhaltensbeobachtung:

  • Fällt der Proband auch durch den MPU-Reaktionsparalleltest, kann zudem noch eine Fahrverhaltensbeobachtung durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um eine ca. einstündige Fahrstunde unter Aufsicht eines Fahrlehrers, bei der ein ebenfalls anwesender Verkehrspsychologe das Fahrverhalten beobachtet.

Optimale Vorbereitung auf einen MPU Reaktionstest

Beim MPU-Reaktionstest wird nichts Übermenschliches verlangt. Hinterm Steuer sitzen schließlich ganz normale Menschen. Der Test soll nur sicherstellen, ob die betroffene Person für das Führen eines Fahrzeugs das erforderliche Reaktionsvermögen und die notwendige Belastbarkeit besitzt.

Es liegt eine relativ niedrige Schwierigkeitsstufe vor im Vergleich zu anderen Teilen der MPU.

Die Reaktionen werden unter Aufsicht mit einer standardisierten Software am Computer getestet. Diese Software ist nicht frei erhältlich, aber im Internet gibt es ähnliche Tests (MPU easy), die online durchgeführt werden und eine gute Vorbereitung auf den Reaktionstest bei der MPU sein können.

Auch im Handel als CD-ROM sind solche MPU-Reaktionstests erhältlich. Allerdings sind bislang nur wenige Personen beim Reaktionstest durchgefallen. Die mangelhaften Ergebnisse können notfalls bei einer so genannten Fahrverhaltensbeobachtung ausgeglichen werden.

Wie hilfreich ist ein MPU-Reaktionstest-Simulator?

Sich im Vorfeld auf den MPU-Reaktionstest vorzubereiten, kann sicher nicht schaden, alleine schon, um mit einem Gefühl guter Vorbereitung zur MPU gehen zu können. Tatsächlich kann man für den MPU Reaktionstest auch wirklich üben, teilweise kostenlos und oft online.  

Die Simulation eines MPU-Reaktionstests ist dabei aber im besten Fall sehr nahe dran am eigentlichen Test. Denn die für die MPU verwendetet Software ist, wie gesagt, nicht frei käuflich erhältlich. 

 MPU-Reaktionstest-Simulationen gehen dabei die einzelnen möglichen Testszenarien durch, also akustische Signale in Verbindung mit der Betätigung von Pedalen und Tasten, Linienverfolgung, Zuordnung von Bildern, Symbolen oder geometrischen Figuren, etc., und dass bei unterschiedlicher Geschwindigkeit, in der die Figuren erscheinen bzw. In der man reagieren muss. 

 Die Simulation eines MPU-Reaktionstests kann aber auch Teil eines MPU-Vorbereitungskurses sein. So kann neben der verkehrspsychologischen Begleitung auch das Verbessern der Reaktion mithilfe einer Software Teil der Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung sein. 

Video: Wie das MPU Testgerät zum Beispiel aussieht

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MPU Reaktionstests: Welche gibt es?

Dauer und Geschwindigkeit der verschiedenen Reaktionstests können variieren. Oftmals werden auch mehrere Reaktionen gleichzeitig verlangt.

  • So müssen beispielsweise unterschiedliche Tasten gedrückt werden, wenn farbige Kreise auf dem Monitor erscheinen oder ein Tonsignal zu hören ist. Dieser Test, der prüfen soll, ob man unter Belastung schnell und fehlerfrei handeln kann, kann mit mehreren Farben und mehreren unterschiedlichen Tonsignalen ausgeweitet werden. Auch kann die Geschwindigkeit der Signalabfolgen erhöht oder verlangsamt werden.

 

  • Bei einem weiteren Test wird das Wahrnehmungsvermögen untersucht. Der Testperson werden auf dem Monitor jeweils für eine Sekunde mehrere Bilder hintereinander gezeigt. Zu sehen sind Alltagssituationen im Straßenverkehr. Anschließend muss die Person angeben, was auf den einzelnen Bildern gezeigt wurde: Ampeln, Fußgänger, Verkehrszeichen etc. Hier müssen also verkehrsrelevante Objekte erfasst werden.

 

  • Beim Linienverfolgungstest schließlich muss die betroffene Person schnellstmöglich von 9 verschlungenen Linien die markierte Linie nachverfolgen. Die Linien sind durchnummeriert und die Testperson muss dann die entsprechende Ziffer zwischen 1 und 9 drücken. Dieser Test wird mit rund 40 unterschiedlichen Linienabbildungen durchgeführt. Gemessen wird die jeweils benötigte Zeit.

Wussten Sie schon…?

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Wann erhält man das Ergebnis eines MPU Reaktionstests?

Am Ende der MPU wird der Reaktionstest gemeinsam mit dem Verkehrspsychologen, der zuvor das psychologische Gespräch geführt hat, ausgewertet.

Besonders wird dabei auf die noch vorhandenen Schwachpunkte eingegangen und wie sich diese verbessern lassen. Lesen Sie dazu alles auf unserer Seite MPU Ergebnis.

MPU Test: Reaktionstest bei jeder MPU Pflicht?

Ein Leistungstest in Form eines Reaktionstests ist fester Bestandteil einer jeden MPU. Eine Ausnahme gibt es nicht.

MPU-Reaktionstest wiederholen: Geht das?

Der Reaktionstest gilt in der Regel als der einfachste Teil der MPU. Dennoch ist es möglich, ihn nicht zu bestehen. Dann darf er nicht sofort wiederholt werden.

Es kann jedoch nach einiger Zeit ein Paralleltest durchgeführt werden, wenn es gilt auszuschließen, dass äußere Reize und Faktoren maßgeblich zum negativen Testergebnis beigetragen haben.

Auch kann bei einem nicht bestandenen Paralleltest ein Fahrverhaltensbeobachtung unter Aufsicht eines Fahrlehrers und eines Verkehrspsychologen durchgeführt werden. Diese lässt sich, sollte man auch hier kein positives Ergebnis erhalten, nach sechs Monaten nochmals wiederholen.

Doch selbst, wenn Sie beim Reaktionstest nicht allzu gut abschneiden, ist dieses Ergebnis alleine nicht ausschlaggebend für ein positives oder negatives MPU-Gutachten. Sie können ein schlechtes Ergebnis beim Reaktionstest zudem durch gute Leistungen in den anderen Bereichen ausgleichen.

Lesen Sie mehr dazu auf unserer Seite Ablauf MPU.

Weitere Fragen & Antworten

Stellt sich älteren Menschen die Frage, inwieweit ihre Reaktions- und Aufnahmefähigkeit noch ausreicht, um am Straßenverkehr teilzunehmen, können sie sich freiwillig einer MPU und damit auch einem entsprechenden Reaktionstest unterziehen.

Der MPU-Reaktionstest läuft im Prinzip genauso ab wie bei jeder anderen Untersuchung, nur wird in diesem Fall natürlich das Alter der Probanden in Betracht gezogen.

Ein “Durchfallen” gibt es in diesem Sinne nicht, da die MPU ja freiwillig gemacht wurde. Anders ist es, wenn die MPU seitens der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet wurde. Erhält man in diesem Zusammenhang ein negatives Gutachten, auch aufgrund fehlenden Reaktionsvermögens, kann die Fahrerlaubnis entzogen bzw. nicht wiedererteilt werden.

Busfahrer müssen ihre Fahreignung auch ganz ohne MPU regelmäßig nachweisen. Ebenso wie beim LKW-Führerschein, müssen auch Inhaber der Fahrerlaubnisklassen D ihren Führerschein alle zwei Jahre verlängern lassen. Dafür benötigen sie den Nachweis darüber, dass sie über die nötigen körperlichen und geistigen Eignungen verfügen, um der “besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht [zu] werden.”

Zudem müssen Sie laut Anlage 5 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) besondere Anforderungen hinsichtlich:

a) Belastbarkeit,

b) Orientierungsleistung,

c) Konzentrationsleistung,

d) Aufmerksamkeitsleistung,

e) Reaktionsfähigkeit

erfüllen.

Neben den medizinischen Untersuchungen (Blutdruck, Urin, allgemeiner medizinischer Check, Sehtest), müssen sich Busfahrer ebenso wie alle, die einen Personenbeförderungsschein beantragen oder verlängern möchten, also auch einem speziellen Reaktionstest unterziehen.

Dieser misst:

  1. die Reaktionsgeschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit
  2. die Merkfähigkeit
  3. die Konzentrationsfähigkeit
  4. die Aufmerksamkeit
  5. die Orientierungsfähigkeit

 

Hinzu kommen Tests, bei denen Figuren verglichen und zugeordnet, Linien verfolgt werden müssen und sich eine Reihenfolge verschiedener Bilder gemerkt werden muss (Merkfähigkeit).

Wiener Testsystem

Das Wiener Testsystem findet sowohl bei vielen MPU Reaktionstests wie auch bei Reaktionstest für Busfahrer Verwendung. Es ist sozusagen das Standardsystem in der verkehrspsychologischen Fahreignungsfeststellung und erlaubt die softwarebasierte Durchführung und Auswertung psychologischer Eignungstests.

Nein, die Simulationen und Szenarien wie auch alle Tests zur Reaktionsfähigkeit sind zwar computer- und softwarebasiert, die Bedienung der Programme läuft aber über sehr einfache und intuitive Benutzeroberflächen.

Auch mit geringen oder gar keinen Computerkenntnissen kann man den MPU-Reaktionstest also durchführen.

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