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MPU Kosten: Warum Sie nicht am falschen Ende sparen sollten?

MPU Kosten Überblick

Zahlte man 31.07.2018 noch etwas weniger als 400 Euro für eine MPU aufgrund einer oder mehrerer Alkoholauffälligkeiten im Straßenverkehr, können diese heute weit über 400 Euro liegen. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Kosten lassen sich meist nur direkt bei der jeweiligen Begutachtungsstelle erfragen.

Ähnliches gitl für MPU, die wegen Drogen hinterm Steuer angeordnet wurden. Sowohl wenn Alkohol wie auch Drogen im Spiel waren, kommen zudem noch Kosten für die Laboruntersuchungen von Urin- und Haarproben hinzu, die beispielsweise regelmäßig für einen Abstinenznachweis notwendig sind. Hier können sich die Kosten im Einzelfall auf bis zu 350 Euro belaufen.

Hinzu kommen die Kosten für die Neubeantragung der Fahrerlaubnis und auch etwaige Kosten für Vorbereitungsmaßnahmen wie Schulungen oder Verkehrstherapien.

  • Insgesamt kann eine MPU bis zu 2.000 Euro kosten.

MPU Kosten früher

Um einen nostalgischen und vergleichenden Blick auf die Zeit der Gebührenordnung-gebundenen MPU-Kosten zu ermöglichen, haben wir im Folgenden nochmals die Daten des TÜV Rheinlands (offizielle Begutachtungsstelle) aufgeführt, die bis 31.07.2018 galten:

MPU Delikt  MPU Kosten
MPU wegen einer oder mehrerer Alkohol-auffälligkeiten: 383,18 €
MPU wegen Punkten im Straßenverkehr (ohne Auffälligkeiten): 332,01 €
MPU wegen Alkoholauffälligkeit und Punkten im Straßenverkehr: 546,21 €
MPU wegen Drogenauffälligkeit: 335,50 €
MPU wegen Straftat/en: 332,01 €
MPU wegen Drogenauffälligkeit und Punkten: 698,53 €
MPU wegen Drogen und Alkoholauffälligkeit: 724,12 €
MPU wegen körperlicher und geistige Mängel (inkl. Altersbewerber): 222,72 €
MPU wegen Auffälligkeit bei der Fahrerlaubnisprüfung: 240,12 €
MPU wegen neurologisch- psychiatrischer Mängel: 314,36 €

Quelle: TÜV Rheinland

In eine MPU ohne Vorbereitung gehen: Macht das Sinn, um Kosten zu senken?

Wurde eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung angeordnet, gibt es dafür in der Regel einen oder mehrere konkrete Anlässe, also vor allem Alkoholfahrten, hohes Aggressionspotential im Straßenverkehr oder schlicht und ergreifend zu viele Punkte im Verkehrssünderregister in Flensburg.

Wenn also die Fahrerlaubnisbehörde die Fahreignung eines Verkehrsteilnehmers in Frage stellt, sollte man diese Zweifel ernstnehmen. Ebenso ernst sollte man die angeordnetet MPU nehmen, denn deren abschließendes Gutachten entscheidet darüber, ob einem die Fahrerlaubnis wieder erteilt wird oder eben nicht.

Auch wenn es im klassischen Sinne keine Prüfung ist, fühlen sich viele im Vorfeld einer MPU eben doch im Prüfungsstress. Dem wiederum kann man am besten dadurch begegnen, dass man sehr gut vorbereitet ist.

Was Vorbereitungskurse leisten können

Vorbereitungskurse für eine anstehende Medizinisch-Psychologische Untersuchung leisten im Idealfall eine optimale Vorbereitung. Sie:

  • erklären den Ablauf einer MPU.
  • simulieren die jeweiligen Tests und das psychologische Gespräch.
  • erörtern mit den Teilnehmern die Gründe für die Verstöße.
  • helfen bei der Erarbeitung von Bewältigungs- und Veränderungsstrategien.
  • unterstützen Teilnehmer dabei, stabile und nicht nur labile Verhaltensveränderungen anzustoßen.

Das machen Vorbereitungskurse in Form von Basic- oder Intensivseminaren, in Einzelgesprächen oder in Gruppenkursen.

Natürlich schlagen solche vorbereitenden Maßnahmen, die ja zudem freiwillig sind, mit einigen Hundert Euro zu Buche. Andererseits können sie ein wichtiger Baustein für ein letztlich positives Gutachten, die Wiedererlangung der Fahreignung und die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis sein.

Selbstverständlich kann man eine MPU auch ganz ohen Vorbereitung „bestehen“ oder im Schlimmsten Fall beliebig oft wiederholen. Diese Kosten jedoch übertreffen jene für eine gute Vorbereitung um ein Vielfaches.

Es lohnt sich also, zumindest die unterschiedlichen Angebote an MPU-Vorbereitungskursen zu vergleichen und, wenn möglich, kostenlose Infoveranstaltungen oder Erstgespräche zu besuchen und wahrzunehmen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es äußerst schwierig ist, die MPU ohne Vorbereitung zu bestehen. Fällt das Ergebnis am Ende also negativ aus, müssen Sie die MPU wiederholen – und dafür natürlich erneut die Kosten in voller Höhe tragen.

 

Nach dem ersten oder auch weiteren folgenden negativen Gutachten werden Sie sich vermutlich dann doch Hilfe holen und ein Beratungs- oder Vorbereitungsangebot in Anspruch nehmen und so letztlich mehr Geld ausgegeben haben, als anfangs nötig gewesen wäre.

Wussten Sie schon…?

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Zahlt die Arbeitsagentur MPU-Kosten bei Arbeitslosigkeit?

Es gibt zumindest richterliche Entscheidungen, die hier ein klares Nein als Antwort suggerieren. Wird nämlich eine MPU bei einem Empfänger von Arbeitslosengeld oder Hartz IV bzw. Transferleistungen angeordnet, dann geschieht dies als Folge eines sozialschädlichen Verhaltens im Straßenverkehr. Anders gesagt: Wenn die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter die Kosten für die MPU und/oder für entsprechende Vorbereitungskurse nicht übernehmen, wird dadurch die Gewährleistung eines Existenzminimums nicht gefährdet. Wird einem Bezieher von ALGI/Hartz IV die Fahrerlaubnis entzogen, ist es für ihn prinzipiell zumutbar, seine täglichen Wege auch via ÖPNV zu erledigen.

MPU Kosten bei Hartz IV

Anders könnte es sich verhalten, wenn dem Bezieher von ALGI/Hartz IV ein Arbeitsplatz angeboten wird, der praktisch nur mit eigenem PKW erreicht werden kann, Dann wäre es zumindest möglich, dass Arbeitsagentur oder Jobcenter die Kosten für die MPU übernehmen bzw. Als Darlehen gewähren, damit die Fahrerlaubnis wieder erteilt wird.

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