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MPU Kosten / Kosten für ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten

Die Gebühren für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung waren noch bis 31.07.2018 durch die Gebührenverordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) geregelt. Seit dem 01.08.2018 können Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) die Gebühren für Gutachten frei gestalten. Das gilt sowohl für die aufwändigeren anlassbezogenen Untersuchungen bei Alkohol- oder Drogenverstößen ebenso wie für MPU aufgrund zu vieler Punkte in Flensburg. Wie sich die freie Preisgestaltung nun auf die MPU-Kosten auswirkt und warum Sie hinsichtlich der Wiedererteilung Ihrer Fahrerlaubnis dennoch nicht am falschen Ende sparen sollten, lesen Sie hier!

MPU Kosten im Überblick

Die Kosten einer MPU und damit auch die Kosten für ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Wir sagen Ihnen welche:

Kosten MPU wegen Alkohol

Nachdem die Kosten einer MPU wegen Alkohol im Straßenverkehr nicht mehr durch eine gültige Gebührenordnung festgesetzt werden, können die jeweiligen Begutachtungsstellen ihre Preis selbst festlegen. Zahlte man im Rahmen der bis 31.07.2018 gültigen Gebührenordnung noch etwas weniger als 400 Euro für eine MPU aufgrund einer oder mehrerer Alkoholauffälligkeiten im Straßenverkehr, können diese heute weit über 400 Euro liegen – abhängig von der jeweiligen Begutachtungsstelle.

  • In der Regel gehen wir von einem realistischem Kostenfaktor von ca. 460 Euro aus.

Kosten MPU wegen Drogen

Ähnliches gilt für eine  MPU, die wegen Drogen hinterm Steuer angeordnet wurde. Auch hier können die Kosten mittlerweile über 400 Euro liegen. Je nach Begutachtungsstelle ist das individuell zu erfragen.

  • Wir gehen hier von Kosten in Höhe von ca. 460 Euro aus.

Kosten für Laboruntersuchungen und Abstinenznachweis

Sowohl wenn Alkohol wie auch Drogen im Spiel waren, kommen zudem noch Kosten für die Laboruntersuchungen von Urin- und Haarproben hinzu, die beispielsweise regelmäßig für einen Abstinenznachweis notwendig sind. Hier können sich die Kosten im Einzelfall auf bis zu 350 Euro belaufen. Im Detail gehen wir hier von folgenden Kosten aus:

  • Haaranalyse bei Alkohol am Steuer ca. 150 Euro
  • Urinanalyse bei Alkohol am Steuer ca. 100 Euro
  • Haaranalyse bei Drogen ca. 200 Euro

Kosten für Vorbereitungskurse

Sie sind nicht verpflichtet, einen Vorbereitungskurs für eine MPU zu belegen, aber um eine MPU zu bestehen, ist das durchaus sinnvoll, wie wir das auch im Verlauf dieser Seite näher erläutern. In die Kostenbetrachtung einer MPU rechnen wir daher diesen Faktor mit ein. Die Kosten variieren je nachdem, ob es sich um eine Einzelberatung oder Gruppenberatung handelt.

  • Einzelberatung MPU ca. 1.000 Euro (je h ca. 80 – 120 Euro)
  • Gruppenberatung MPU ca. 600 Euro

Kosten Neubeantragung Fahrerlaubnis

Hinzu kommen die Kosten für die Neubeantragung der Fahrerlaubnis und auch etwaige Kosten für Vorbereitungsmaßnahmen wie Schulungen oder Verkehrstherapien.

  • Bei den Kosten für die Neubeantragung der Fahrerlaubnis müssen Sie mit ca. 40 Euro rechnen.

Im folgenden stellen wir Ihnen eine Beispielrechnung vor, bei einer MPU, die wegen Alkohol am Steuer angeordnet wurde.

Beispielrechnung Gesamtkosten MPU wegen Alkohol

Kosten bei Einzelberatung
Vorbereitungskurs Einzelberatung ca. 1000 Euro
Haaranalyse Abstinenznachweis ca. 150 Euro
Kosten MPU wegen Alkohol ca. 460 Euro
Kosten Fahrerlaubnis ca. 40 Euro
Gesamtkosten MPU wegen Alkohol ca. 1650 Euro

MPU Kosten früher

Um einen nostalgischen und vergleichenden Blick auf die Zeit der Gebührenordnung-gebundenen MPU-Kosten zu ermöglichen, haben wir im Folgenden nochmals die Daten des TÜV Rheinlands (offizielle Begutachtungsstelle) aufgeführt, die bis 31.07.2018 galten:

MPU Delikt  MPU Kosten
MPU wegen einer oder mehrerer Alkohol-auffälligkeiten: 383,18 €
MPU wegen Punkten im Straßenverkehr (ohne Auffälligkeiten): 332,01 €
MPU wegen Alkoholauffälligkeit und Punkten im Straßenverkehr: 546,21 €
MPU wegen Drogenauffälligkeit: 335,50 €
MPU wegen Straftat/en: 332,01 €
MPU wegen Drogenauffälligkeit und Punkten: 698,53 €
MPU wegen Drogen und Alkoholauffälligkeit: 724,12 €
MPU wegen körperlicher und geistige Mängel (inkl. Altersbewerber): 222,72 €
MPU wegen Auffälligkeit bei der Fahrerlaubnisprüfung: 240,12 €
MPU wegen neurologisch- psychiatrischer Mängel: 314,36 €

Quelle: TÜV Rheinland

MPU ohne Vorbereitung sinnvoll

Wurde eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung angeordnet, gibt es dafür in der Regel einen oder mehrere konkrete Anlässe, also vor allem Alkoholfahrten, hohes Aggressionspotential im Straßenverkehr oder schlicht und ergreifend zu viele Punkte im Verkehrssünderregister in Flensburg.

Wenn also die Fahrerlaubnisbehörde die Fahreignung eines Verkehrsteilnehmers in Frage stellt, sollte man diese Zweifel ernstnehmen. Ebenso ernst sollte man die angeordnetet MPU nehmen, denn deren abschließendes Gutachten entscheidet darüber, ob einem die Fahrerlaubnis wieder erteilt wird oder eben nicht.

Auch wenn es im klassischen Sinne keine Prüfung ist, fühlen sich viele im Vorfeld einer MPU eben doch im Prüfungsstress. Dem wiederum kann man am besten dadurch begegnen, dass man sehr gut vorbereitet ist.

Was Vorbereitungskurse leisten können

Vorbereitungskurse für eine anstehende Medizinisch-Psychologische Untersuchung leisten im Idealfall eine optimale Vorbereitung. Sie:

  • erklären den Ablauf einer MPU.
  • simulieren die jeweiligen Tests und das psychologische Gespräch.
  • erörtern mit den Teilnehmern die Gründe für die Verstöße.
  • helfen bei der Erarbeitung von Bewältigungs- und Veränderungsstrategien.
  • unterstützen Teilnehmer dabei, stabile und nicht nur labile Verhaltensveränderungen anzustoßen.

Das machen Vorbereitungskurse in Form von Basic- oder Intensivseminaren, in Einzelgesprächen oder in Gruppenkursen.

Natürlich schlagen solche vorbereitenden Maßnahmen, die ja zudem freiwillig sind, mit einigen Hundert Euro zu Buche. Andererseits können sie ein wichtiger Baustein für ein letztlich positives Gutachten, die Wiedererlangung der Fahreignung und die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis sein.

Selbstverständlich kann man eine MPU auch ganz ohen Vorbereitung „bestehen“ oder im Schlimmsten Fall beliebig oft wiederholen. Diese Kosten jedoch übertreffen jene für eine gute Vorbereitung um ein Vielfaches.

Es lohnt sich also, zumindest die unterschiedlichen Angebote an MPU-Vorbereitungskursen zu vergleichen und, wenn möglich, kostenlose Infoveranstaltungen oder Erstgespräche zu besuchen und wahrzunehmen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es äußerst schwierig ist, die MPU ohne Vorbereitung zu bestehen. Fällt das Ergebnis am Ende also negativ aus, müssen Sie die MPU wiederholen – und dafür natürlich erneut die Kosten in voller Höhe tragen.

 

Nach dem ersten oder auch weiteren folgenden negativen Gutachten werden Sie sich vermutlich dann doch Hilfe holen und ein Beratungs- oder Vorbereitungsangebot in Anspruch nehmen und so letztlich mehr Geld ausgegeben haben, als anfangs nötig gewesen wäre.

Wussten Sie schon…?

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Zahlt Arbeitsagentur MPU-Kosten bei Arbeitslosigkeit

Es gibt zumindest richterliche Entscheidungen, die hier ein klares Nein als Antwort suggerieren. Wird nämlich eine MPU bei einem Empfänger von Arbeitslosengeld oder Hartz IV bzw. Transferleistungen angeordnet, dann geschieht dies als Folge eines sozialschädlichen Verhaltens im Straßenverkehr. Anders gesagt: Wenn die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter die Kosten für die MPU und/oder für entsprechende Vorbereitungskurse nicht übernehmen, wird dadurch die Gewährleistung eines Existenzminimums nicht gefährdet. Wird einem Bezieher von ALGI/Hartz IV die Fahrerlaubnis entzogen, ist es für ihn prinzipiell zumutbar, seine täglichen Wege auch via ÖPNV zu erledigen.

MPU Kosten bei Hartz IV

Anders könnte es sich verhalten, wenn dem Bezieher von ALGI/Hartz IV ein Arbeitsplatz angeboten wird, der praktisch nur mit eigenem PKW erreicht werden kann, Dann wäre es zumindest möglich, dass Arbeitsagentur oder Jobcenter die Kosten für die MPU übernehmen bzw. Als Darlehen gewähren, damit die Fahrerlaubnis wieder erteilt wird.

MPU Kosten von Steuer absetzen

Wurde die MPU aufgrund von Verkehrsverstößen durch Alkohol, Drogen oder Medikamente am Steuer, durch aggressives Verhalten oder Rotlichtverstöße, etc. angeordnet, können die dadurch entstehenden Kosten nicht von der Steuer abgesetzt werden – weder als Werbungskosten noch als außergewöhnliche Belastung. Denn die MPU-Kosten sind vermeidbare Kosten, also Kosten, die nicht hätten anfallen müssen, wenn man sich an die Verkehrsregeln gehalten hätte. Insofern werden sie auch dann nicht erstattet, wenn man das Fahrzeug zur Ausübung des eigenen Berufs benötigt.

Absetzbar jedoch sind Kosten, die im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit aufgrund einer angeordneten MPU entstehen.

Wird jedoch eine MPU aufgrund einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung angeordnet, können diese Kosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden.

Kann ich die MPU finanzieren lassen?

Es gibt zwar keine speziellen MPU-Kredite, die seriöse Banken und Sparkassen anbieten, aber natürlich kann man bei entsprechender Kreditwürdigkeit oder vorhandenem Kreditrahmen immer ein nicht zweckgebundenes Darlehen aufnehmen, um die Kosten für eine MPU samt Vorbereitung zu schultern.

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