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Wechselkennzeichen – ein Nummernschild, zwei Fahrzeuge?

Was ist ein Wechselkennzeichen?

Die zugrundeliegende Idee ist einfach und gut:

Besitzer zweier Fahrzeuge des gleichen Typs, also Pkw und Pkw oder Motorrad und Motorrad, brauchen nur noch ein Kennzeichen. Und zwar für das Fahrzeug, das gerade in Betrieb ist.

Man spart dabei nicht nur Kennzeichen, sondern auch Geld, zumindest in unseren beiden Nachbarländern. Dort bezahlen Wechselkennzeichenhalter nämlich auch weniger Steuern. In der Regel wird das zweite Fahrzeug dort mit einem günstigeren Steuersatz belegt.

Nicht so in Deutschland: hierzulande bezahlt man für beide Fahrzeuge den gleichen Steuersatz. Finanziell bleibt also alles beim Alten, nur eben jetzt mit nur noch einem Kennzeichen. Obwohl das so auch nicht ganz richtig ist.

Genauer gesagt, besteht das sogenannte Wechselkennzeichen aus sechs! Teilen: die wechselbaren Kennzeichen für vorn und hinten plus jeweils zwei kleine Zusatzschilder, die an beiden Fahrzeugen fix montiert werden müssen.

Auf den wechselbaren Kennzeichen ist ein W für Wechselkennzeichen eingestanzt. In Kombination mit den fixen Zusatzschildern ist das entsprechende Fahrzeug sozusagen als Wechselkennzeichen-Fahrzeug markiert.

 

Kann ich ein Wechselkennzeichen an jeweils zwei Fahrzeugen montieren?

Das wichtigste zuerst: Immer an die Kennzeichen denken! Vergisst man, beim Fahrzeugwechsel auch die Kennzeichen zu tauschen, wird’s kritisch. Denn anders als bei der Zweitwagenversicherung können mit einem Wechselkennzeichen versehene Fahrzeuge nicht parallel gefahren werden.

Mit anderen Worten: Das Fahrzeug ohne Kennzeichen ist dann quasi für den öffentlichen Verkehr nicht zugelassen und darf auch nicht auf öffentlichen Straßen geparkt werden. Wer’s vergisst und erwischt wird, muss satte 50 Euro Bußgeld bezahlen. Parken ohne Kennzeichen auf öffentlichen Straßen kostet 40 Euro.

Vorsicht ist dabei auch beim Versicherungsschutz geboten. Der könnte in solchen Fällen nämlich erlöschen.

Wussten Sie schon..?

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Was ist der Unterschied zwischen einem Wechselkennzeichen und einem Saisonkennzeichen?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung mit einem Wechselkennzeichen tritt wohl nicht in direkte Konkurrenz zur Zweitwagenversicherung. Doch könnte sie das bisher gängige Saisonkennzeichen ersetzen.

Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen sind für einen Zeitraum von mindestens zwei und maximal elf Monaten innerhalb eines beliebigen Zwölf-Monatszeitraums zugelassen. An- und Abmeldung geschehen quasi automatisch und unnötige Gebühren werden vermieden.

Diese Saisonkennzeichen sind besonders geeignet für Motorräder, Cabriolets oder Wohnmobile, eben saisonale Fortbewegungsmittel. Bei entsprechenden Versicherungsangeboten ist es durchaus denkbar, dass ein Wechselkennzeichen eine günstigere und auch praktischere Alternative zum Saisonkennzeichen darstellt.

Nicht zu verwechseln ist das Saisonkennzeichen übrigens mit dem Kurzzeitkennzeichen, auch bekannt als „rotes Kennzeichen“. Ein Kurzzeitkennzeichen dient für Probe- oder Überführungsfahrten und wird vom zuständigen Straßenverkehrsamt nur für 5 Tage ausgegeben.

Welche Wechselkombinationen sind bei einem Wechselkennzeichen möglich?

Ein Wechselkennzeichen gilt nur für Fahrzeuge des gleichen Typs. Welche Kombinationsmöglichkeiten daraus entstehen, zeigt Ihnen die folgende Tabelle:

Fahrzeug I Fahrzeug II
PKW PKW
Fahrzeug II Fahrzeug II
PKW Oldtimer
Oldtimer Oldtimer
Wohnmobil Wohnmobil
Oldtimer Wohnmobil
Motorrad Motorrad
Motorrad Quad und Trike
Motorrad Leichtkraftrad
Anhänger (bis 750kg zulässiges Gesamtgewicht) Anhänger (bis 750kg zulässiges Gesamtgewicht)

Kann ich das Wechselkennzeichen für ein Auto und ein Motorrad nutzen?

Eine Wechselkennzeichenkombination aus PKW und Motorrad ist nicht möglich. Ein PKW kann sich das Wechselkennzeichen nur mit einem anderen PKW teilen, ein Motorrad lässt sich mit Motorrädern, Quads und Leichtkrafträdern kombinieren.

Wie und wo kann ich ein Wechselkennzeichen beantragen?

Ein Wechselkennzeichen können Sie jederzeit, wie jedes andere Kennzeichen auch, bei der zuständigen Zulassungsstelle beantragen. Sie müssen dafür lediglich die notwendigen Unterlagen mitbringen.

Wechselkennzeichen beantragen: Erforderliche Unterlagen

  • Fahrzeugbrief/Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil I
  • bisherige(s) Kennzeichenschild(er)
  • elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) für beide Fahrzeuge
  • Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung
  • Bescheinigung über die Abgasuntersuchung
  • Personalausweis oder Pass mit Meldebescheinigung ggf.
  • Bei Beauftragung Dritter: Vollmacht, einschließlich Personaldokument des Vollmachtgebers

Welche Kennzeichen sind vom Wechselkennzeichen ausgeschlossen?

Nicht jede Kennzeichenart kann Teil einer Wechselkennzeichenkombination sein. Ausgeschlossen sind:

  • Rote Kennzeichen
  • Kurzzeitkennzeichen
  • Saisonkennzeichen
  • Ausfuhrkennzeichen

Weitere Fragen & Antworten

Ein parkendes Fahrzeug braucht ebenfalls ein Kennzeichen. Das bedeutet, dass auch ein Auto, das Teil einer Wechselkennzeichenkombination ist, nur auf der Straße abgestellt werden darf, wenn das Wechselkennzeichen auch angebracht ist.

Fahren Sie ohne das nötige Wechselkennzeichen oder ist dieses unvollständig, so droht Ihnen ein Bußgeld von 50 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Ist das Auto nur abgestellt, kann sich das Bußgeld auf 40 Euro verringern.

Der Antrag für ein Wechselkennzeichen kostet ca. 105 Euro.

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