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MPU: Wie ist der Ablauf und was ist zu berücksichtigen?

Was ist eine MPU?

Beim MPU Gutachten geht es letztlich um die Sicherheit im Straßenverkehr. Daher stellt die MPU zu Recht eine große Hürde bei der Wiedererlangung des Führerscheins dar.

MPU, Idiotentest, Begutachtung der Fahreignung, Mobilitätsprüfung – viele Begriffe, ein Gedanke: Hoffentlich muss ich das nie machen! Es sei unheimlich schwer, den sogenannten Idiotentest zu bestehen und somit den Führerschein wiederzubekommen, heißt es. Von den MPU-Kosten, die sich bei einem negativen Gutachten schnell verdoppeln können, ganz zu schweigen.

Einmal erlangt, geben die Wenigsten ihren Führerschein freiwillig wieder her. Autofahren bedeutet Mobilität und Freiheit – Einschränkungen sind nicht willkommen. Doch nur wer körperlich, geistig und charakterlich geeignet ist, darf laut Straßenverkehrsgesetz (StVG, § 2, Absatz 4) ein Kraftfahrzeug führen. Bestehen bezüglich der Fahreignung berechtigte Zweifel, kommt es zur MPU.

Und hier wird ganz genau hingeschaut, weswegen die MPU wie ein Schreckgespenst durch die Köpfe vieler Autofahrer und Autofahrerinnen geistert.

Beim sogenannten Idiotentest – der übrigens so genannt wird, weil früher jeder, der drei Mal durch die theoretische Fahrprüfung gefallen ist, zur MPU musste – werden körperliche und geistige Voraussetzungen geprüft. Ist beispielsweise die entsprechende Konzentrationsfähigkeit oder Reaktionsschnelligkeit nicht mehr gegeben, ist die Person ungeeignet, ein Fahrzeug zu führen.

Die MPU besteht also aus einem medizinischen und einen psychologischen Teil. Insgesamt dauert die Untersuchung mehrere Stunden.

Wie ist der Ablauf einer MPU?

Eine MPU läuft in der Regel immer gleich ab. Zwar können gewisse Fragestellungen und medizinische Untersuchungen vom konkreten Vergehen (z.B. Alkohol) abhängen, im Kern können Sie sich aber auf ein standardisiertes Schema verlassen.

Dieses besteht aus vier Stationen. Bevor Sie die vier Stationen Ihrer MPU absolvieren können, müssen Sie zunächst einige bürokratische Hürden meistern. Denn es braucht einen Wiedererteilungsantrag für Ihren Führerschein.

Hat die Führerscheinstelle den Antrag geprüft und positiv bewertet, können Sie bei einer Begutachtungsstelle die MPU anmelden bzw. beantragen. Die Begutachtungsstelle erhält die nötigen Informationen von der Führerscheinstelle, um Ihre Prüfung vorzubereiten. Nun müssen Sie natürlich noch die Kosten für die Untersuchung bezahlen. Was sind nun die vier Teile der Prüfung?

Video: Einführung und Ablauf der MPU

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  • Fragebogen: Beim Fragebogen müssen Sie grundlegende Daten zu sich und Ihrer Gesundheit beantworten.
  • Leistungstest: Im Anschluss gibt es die Leistungstests, bei denen die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit getestet wird. Dabei können die Anforderungen je nach Grund für die MPU variieren.
  • Medizinische Untersuchung: Hier erfolgt ein eingehendes Gespräch mit einem Arzt über Ihren Gesundheitszustand und Ihren Lebensstil. Liegt zum Beispiel ein Alkoholvergehen vor, wird Ihr Alkoholkonsum thematisiert werden. Es kann auch zu Bluttests kommen, wenn Alkohol oder Drogen im Vorfeld eine Rolle gespielt haben.
  • Psychologische Untersuchung: Vor dem psychologischen Teil haben die meisten Prüflinge Angst. Im Gespräch mit dem Psychologen werden die Ursachen für das Fehlverhalten erörtert. Es soll festgestellt werden, ob der Prüfling seinen Fehler einsieht und inwiefern Strategien entwickelt werden können, um das Fehlverhalten zukünftig zu verhindern.

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Wer ist der Auftraggeber einer MPU?

Die Führerscheinstelle ordnet eine MPU an, wenn Zweifel an der Eignung des Fahrers oder der Fahrerin besteht. Der eigentliche Auftraggeber ist allerdings der Prüfling selbst. Dieser tritt schließlich mit der Begutachtungsstelle in Kontakt, vereinbart den Termin und bezahlt auch die Untersuchung.

Von wem wird die Begutachtungsstelle einer MPU ausgesucht?

Da sich der Prüfling selbst um die Organisation seiner MPU kümmern muss, sucht er auch die Begutachtungsstelle aus. Die Führerscheinstelle ordnet lediglich die MPU als solche an.

Welche Begutachtungsstellen kann man für eine MPU beauftragen?

In Deutschland gibt es viele verschiedene Begutachtungsstellen an unterschiedlichen Standorten. Die folgenden Institutionen sind dazu berechtigt, eine MPU durchzuführen:

  • Absolut Diagnostics Gesellschaft für berufs- & verkehrspsychologische Dienste mbH
  • ABV Gesellschaft für Angewandte Betriebspsychologie und Verkehrssicherheit mbH
  • ASS-MPU Gesellschaft für Sicherheit im Straßenverkehr UG
  • AVUS Gesellschaft für Arbeits-, Verkehrs- und Umweltsicherheit mbH
  • BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH
  • DEKRA e.V.
  • ias Aktiengesellschaft
  • IBBK Institut für Beratung – Begutachtung – Kraftfahrereignung GmbH
  • MPUmax GmbH
  • pima-mpu GmbH
  • ProSecur GmbH
  • TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG
  • TÜV SÜD Life Service GmbH
  • TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
  • TÜV Thüringen e.V.
  • Universitätsklinikum Heidelberg – Institut für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin

Wem wird das Gutachten einer MPU ausgehändigt?

Das fertige Gutachten wird Ihnen per Post zugestellt. Anschließend können Sie es der Führerscheinstelle aushändigen, wodurch der Führerschein erneut ausgestellt werden kann.

Wie hoch sind die Kosten der Begutachtung und von wem sind diese zu tragen?

Die Kosten für eine MPU lassen sich nicht pauschal benennen. Die Preise hängen zum einen von der Begutachtungsstelle und zu anderen vom konkreten Vergehen ab. Sie sollten mit 400-750 Euro rechnen. Für die Kosten muss der Prüfling selbst aufkommen.

So gehen Sie vor:

  1. Sie füllen einen Fragebogen aus. Dieser dreht sich sowohl um allgemeine persönliche Daten als auch um Ihr Vergehen.
  2. Sie absolvieren einen Leistungstest, der unter anderem einen Reaktionstest beinhaltet.
  3. Es folgt eine medizinische Untersuchung, bei der Ihr körperlicher Zustand überprüft wird. Je nach Vergehen kann es auch zu Alkohol- oder Drogentests kommen.
  4. Der letzte Teil besteht aus dem psychologischen Gespräch.
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