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MPU wegen Alkohol: Das sollten Sie wissen

Häufigste Ursache für eine MPU: Alkohol am Steuer?

Die Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF), wie z. B. der TÜV, können ein Lied davon singen: die meisten Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU) nach Entzug des Führerscheins werden bei alkoholauffälligen Kraftfahrern gemacht.

  • Etwas über die Hälfte der MPU-Kandidaten erhalten nach der Untersuchung ihre Fahrerlaubnis zurück.
  • Ein Zehntel muss zur Nachschulung,
  • der Rest wird als „ungeeignet“ eingestuft.

Ungeeignet bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass die betreffende Person ihr Verhalten im Straßenverkehr ändert. Es konnte also nicht glaubhaft nachgewiesen werden, dass der Teilnehmer sein Trinkverhalten verändert hat.

Video: Alkohol am Steuer – Autofahrer müssen zur MPU

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MPU bei wie viel Promille?

Alkohol verringert die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit in beträchtlichem Maße. Je höher der Blutalkohol-Wert desto geringer die Leistungsfähigkeit und desto höher das Unfallrisiko.

Deswegen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde bei einer Alkoholfahrt ab 1,6 Promille eine MPU an.

Gleiches gilt bei:

  • wiederholten Alkoholfahrten, und das schon ab 0,5 Promille
  • der begründeten Annahme von Alkoholmissbrauch oder gar Alkoholabhängigkeit.

Was tun bei MPU wegen Alkohol?

Für die Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) gilt grundsätzlich: Wer eine Alkohol-MPU machen muss, hat ein Problem mit Alkohol!

Sobald beim psychologischen Gespräch, also im psychologischen Teil der Untersuchung, auch nur ansatzweise rauszuhören ist, dass das die betroffene Person anders sieht, ist sie schon so gut wie durchgefallen.

Es gilt hier ganz klar nachzuweisen, dass es keine wiederholte Alkoholfahrt geben wird. Die Verharmlosung von Alkoholgenuss ist also so ziemlich das Dümmste, was man bei einer Alkohol-MPU machen kann.

Je nach Schwere des Falls müssen bei der Alkohol-MPU Nachweise über die Alkoholabstinenz oder das sogenannte kontrollierte Trinken erbracht werden. Die Abstinenz kann freiwillig sein und muss dann für 6 Monate durch EtG (Ethylglucoronid)-Screenings (Haarscreenings oder Urinscreenings) nachgewiesen werden. Die erzwungene Abstinenz (bei Wiederholungstaten erforderlich) gilt für 12­Monate und muss ebenfalls medizinisch durch einen Abstinenznachweis belegt werden.

Das kontrollierte Trinken muss für mindestens 6 Monate nachgewiesen werden. Wobei hier keine Haaranalysen oder Urinproben helfen. Hier muss die betroffene Person dem Gutachter glaubhaft vermitteln, dass es so ist: Also dass sie nur noch so viel trinkt, dass keine alkoholtypischen Auswirkungen zu befürchten sind (bis etwa 0,3 Promille). Dass sie nur noch zu geplanten Anlässen trinkt, also nicht spontan und dass es pro Jahr nicht mehr als 10 bis 12 dieser Anlässe gibt.

  • Aufgrund der Nachweisfristen ist dringend zu empfehlen, sich lange vor Ablauf der Sperrfrist mit seinem Fall zu beschäftigen, um nicht noch länger auf die Fahrerlaubnis warten zu müssen.

Übrigens, die üblichen Leberwerte erlauben ebenfalls eine erste Einschätzung, ob regelmäßiger Alkoholkonsum vorliegen könnte. Sie sind auch ein gutes Argument bei der MPU, um die eigenen Aussagen zu Trinkgewohnheiten zu bekräftigen. Unauffällige Leberwerte schließen Alkoholmissbrauch jedoch nicht aus. Und das wissen natürlich auch die Gutachter.

Wussten Sie schon…?

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MPU wegen Alkohol: Welche Tests sind notwendig – Haaranalyse, Leberwerte, Blutwerte etc.?

Wird die MPU wegen Alkohol am Steuer angeordnet, sind die medizinischen Untersuchungen und Test natürlich von entscheidender Bedeutung, um nachzuweisen, dass Ihr Trinkverhalten keinen Einfluss auf Ihre Fahreignung hat.

Liegt ein Erstvergehen vor, kann es sein, dass das sogenannte kontrollierte Trinken ausreicht. Wiederholter Alkoholmissbrauch führt aber dazu, dass Ihre Alkoholabstinenz als Teil der MPU nachgewiesen werden muss.

Hierzu kann sowohl eine Haaranalyse als auch eine Urinprobe durchgeführt werden. Je nach Einzelfall kann die Begutachtungsstelle eine Methode vorschreiben oder Ihnen die Wahl lassen.

  • Für einen Abstinenznachweis von sechs Monaten, braucht es vier Urinkontrollen,
  • für zwölf Monate sind sechs Kontrollen notwendig.
  • Um zwölf Monate Alkoholabstinenz bei einer Haaranalyse nachzuweisen, müssen vier Proben durchgeführt werden.

Die Leberwerte, die anhand einer Blutprobe festgestellt werden können, sind zwar ein Indiz für regelmäßigen Alkoholkonsum, reichen aber alleine nicht aus. Deshalb können sie höchsten als zusätzliches Hilfsmittel genutzt werden.

Ist kontrolliertes Trinken bei einer MPU wegen Alkohol möglich?

Ob das kontrollierte Trinken ausreicht, um die MPU zu bestehen, hängt ganz vom Einzelfall ab. Wer wiederholt durch Alkohol auffällig geworden ist, der wird wohl ganz darauf verzichten müssen, um die Fahrerlaubnis wiederzubekommen. Ersttäter könnten hingegen auch durch kontrolliertes Trinken ihre Fahreignung nachweisen.

Pauschal lässt sich diese Frage aber nicht beantworten, deshalb sollten Sie hier den Rat einer MPU-Beratung einholen. Entscheiden Sie sich für eine solche Beratung, die Ihre Erfolgsaussichten drastisch erhöht, müssen Sie mit Kosten von bis zu 1500 Euro rechnen.

Wie lange muss ich die Abstinenz bei Alkohol nachweisen?

Die Länge der Abstinenz hängt vom Einzelfall ab. Wollen Sie freiwillig abstinent bleiben, um so der Begutachtungsstelle Ihren guten Willen zu zeigen, müssen Sie sechs Monate nachweisen. Wird die Abstinenz angeordnet, beträgt der Zeitraum in der Regel zwölf Monate.

Ist ein Widerspruch bei einer MPU wegen Alkohol sinnvoll?

Inwiefern ein Widerspruch oder ein Einspruch gegen eine MPU sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Haben Sie das Gefühl, die Anordnung der MPU ist unverhältnismäßig, dann sollten Sie einen Fachanwalt aufsuchen und sich beraten lassen.

Was kostet eine MPU wegen Alkohol?

Eine MPU wegen Alkohlvergehen kostet in der Regel ca. 400 Euro. Die MPU-Stellen sind allerdings berechtigt, eigene Preise festzulegen, weshalb die Kosten variieren können. Wird ein Abstinenznachweis verlangt, kann dieser zusätzlich mehrere Hundert Euro kosten.

Weitere Fragen & Antworten

Der Weg zu einem positiven Gutachten bei einer Alkohol-MPU ist schwer und tückisch. Es gibt viele Fallen, in die man tappen kann bzw. die einen als potentiellen Wiederholungstäter entlarven. Und genau diese Personen sollen durch die Untersuchung ja auch rausgefiltert werden. Denn Alkohol am Steuer ist nicht tolerierbar.

Wie bei jedem MPU-Anlass gilt: Ehrlichkeit währt am längsten. Wer die ehrliche Absicht verfolgt, sein Verhalten im Straßenverkehr zu ändern und die notwendigen Voraussetzungen dafür mitbringt, wird die Prüfung bestehen. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1.  Wenn nicht alle Eignungszweifel ausgeräumt sind, werden den Betroffenen sogenannte §70-Kurse empfohlen. Dabei handelt es sich um eine Nachschulung zur Wiederherstellung der Fahreignung.

2. Wenn das MPU-Ergebnis absolut negativ ist, bleibt nur der Antrag auf die nächste MPU. Klar ist aber auch, dass Sie spätestens jetzt die Hilfe einer MPU-Beratung annehmen sollten, damit Sie die nächste MPU bestehen.

Übrigens, bei einem Alkoholverstoß in der Probezeit ordnet die Führerscheinbehörde direkt eine Nachschulung an.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Eine MPU wird in jedem Fall ab einem Promillewert von 1,6 angeordnet
  2. Auch wiederholte Vergehen mit weniger Promille können zu einer MPU führen
  3. Je nach Einzelfall kann die Abstinenz entweder freiwillig oder verpflichtend über Haaranalysen oder Urinscreenings nachgewiesen
  4. Leberwerte gelten als zu ungenau und werden deshalb in der Regel nicht verwendet
  5. Neben den medizinischen Werten muss auch glaubhaft gemacht werden, dass sich das Trinkverhalten verändert hat
  6. Das kontrollierte Trinken kann bei leichteren Vergehen eine Alternative zur Abstinenz darstellen
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