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LKW Fahrer Promillegrenze: Bußgelder & richtiges Verhalten

Welche Strafen sieht der Bußgeldkatalog für LKW-Fahrer bei Verstoß gegen die Promillegrenze vor?

Für LKW-Fahrer gilt in Deutschland ebenso wie für PKW Fahrer die Grenze von 0,5 Promille Alkohol im Blut. Wer diesen Wert nicht übersteigt, darf sich laut Straßenverkehrsgesetz (StVG) noch ans Steuer seines Lastkraftwagens setzen.

Setzt man sich jedoch mit einem höheren Alkoholpegel ans LKW-Lenkrad, drohen schon beim ersten Verstoß ein Bußgeld von 500 Euro, ebenso wie zwei Punkte in Flensburg und auch ein Monat Fahrverbot.

Für alle, die dem Alkohol auch am Steuer nicht widerstehen können und wiederholt gegen die Promillegrenze verstoßen, wird es pro Verstoß 500 Euro teurer.

Doch auch wenn der Alkoholpegel nur bei 0,3 Promille liegt, können im Falle einer Gefährdung anderer bzw. des Verkehrs bis zu 3 Punkte in Flensburg ebenso wie eine Geldstrafe drohen. In schlimmeren Fällen kann der Führerschein entzogen und eine Freiheitsstrafe verhängt werden.

Verstoß lt. Bußgeldkatalog Buß­gelder Punk­te Fahrverbot und weitre Sanktionen
0,5 Promillegrenze missachtet
  • 1. Verstoß
500 € 2 1 Monat
  • 2. Verstoß
1000 € 2 1 Monat
  • 3. Verstoß
1500 € 2 1 Monat
Den Verkehr gefährdet (bereits ab 0,3 Promille) 3 1 Monat
Blutalkoholwert von über 1,09 Promille 3 1 Monat

Gibt es Ausnahmen in Bezug auf die Promillegrenze für LKW Fahrer?

Tatsächlich sieht das Gesetz Ausnahmen vor, wenn es um LKW-Fahrer geht, die erst kürzlich ihren Führerschein gemacht habe.

  • In der Probezeit müssen sie unbedingt vollkommen nüchtern sein und einen Promillewert von 0,0 haben, um sich ohne Konsequenzen hinters Steuer setzen zu dürfen.

Auch LKW-Fahrer, die gefährliche Güter transportieren, müssen absolut nüchtern sein, sowohl während der Fahrt wie auch im gesamten Zeitraum, in dem sie mit explosiver, leicht entzündbarer oder anderweitig gefährlicher Fracht hantieren.

Wussten Sie schon…?

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Gilt die Null-Promille-Grenze für alle LKW-Fahrer?

Generell dürfen sich LKW-Fahrer bis zu einem Blutwert von 0,5 Promille Alkohol noch ans Steuer setzen. Null Toleranz in Sachen Alkohol gilt in diesem Sinne nur für Fahranfänger und Berufskraftfahrer, die Gefahrgut transportieren.

Hinsichtlich großer Fahrzeuge gilt die Null-Promille-Grenze übrigens und natürlich auch für alle Omnibus-Fahrer.

Was ist die gesetzliche Grundlage für die Promillegrenze bei LKW-Fahrern?

Die Promillegrenze für LKW-Fahrer wird im Straßenverkehrsgesetz nicht separat erwähnt. Vielmehr gilt das, was Paragraph 24a aufführt, für alle Fahrer von Kraftfahrzeugen.

Bei wem also 0,25 mg/l  oder mehr Alkohol in der Atemluft nachgewiesen werden oder bei wem 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut festgestellt werden, handelt ordnungswidrig.

Welche weiteren Konsequenzen drohen LKW Fahrern nach einer Alkoholfahrt?

Ist ein LKW-Fahrer mit zu viel Alkohol im Blut hinterm Steuer unterwegs und wird erwischt, drohen neben dem Bußgeld weitere Konsequenzen. Wie diese ausfallen, ist sowohl abhängig vom tatsächlich gemessenen Promillewert wie auch von möglichen Folgen einer Fahrt unter Alkohol.

  • In jedem Fall und auch ganz ohne tatsächliche Gefährdung anderer, macht sich jeder LKW-Fahrer strafbar, der sich mit über 1,09 Promille in den Straßenverkehr begibt.

In solchen Fällen können sogar Freiheitsstrafen die Folgen sein. Zudem ist der Lappen erst einmal weg. War man besonders schwer betrunken oder hat man unter Alkohol am Steuer eine Straftat begangen (Nötigung, Fahrerflucht, etc.), kann auch die Sperrfrist für eine Wiedererteilung des Führerscheins sehr lange ausfallen.

War der Alkoholdurst so groß, dass man mit einem Wert von 1,6 Promille bzw. in einigen Bundesländern mit 1,1 Promille und mehr hinterm Lenkrad  saß, kann man die Wiedererteilung des Führerscheins erst dann beantragen, wenn man an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) teilgenommen hat.

Was ist eine Alkohol-Zündschlosssperre für LKW Fahrer?

Bei dieser technischen Vorrichtung ist das Zündschloss mit einem Tester gekoppelt, der den  Alkohol im Atem innerhalb weniger Sekunden misst. Diese Messung ähnelt jenem, der auch bei Kontrollen durch die Polizei durchgeführt werden.

Kommt bei dieser Messung ein vorher definierter Wert heraus, demzufolge der Fahrer fahruntauglich ist, wird die Alkohol-Zündschlosssperre bzw. der Alkohol-Interlock aktiviert und das Auto kann nicht gestartet werden.

  • In deutschen LKW  sind Alkohol-Zündschlosssperre noch nicht in jedem Fahrerhäuschen verbaut. Denn Interlocks verstoßen sowohl gegen das Eigentumsrecht wie auch auf das Recht auf Handlungsfreiheit.

Zudem gibt es datenschutzrechtliche Bedenken. Denn Alcolocks  protokollieren, wer sich wann mit welchem Alkoholspiegel ans Steuer gesetzt hat. Das ist einerseits sinnvoll, wenn es um LKW geht, die von mehreren Fahrern beruflich genutzt werden. Andererseits dürfen auch hier Datenschutzrichtlinien nicht missachtet werden.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Die 0,5-Promillegrenze gitl für LKW-Fahrer ebenso wie für PKW-Fahrer. Liegt der Alkoholwert bei einem LKW-Fahrer über dieser Grenze, drohen hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote. Je öfter LKW-Fahrer gegen die Promillegrenze verstoßen, desto höher fallen die Strafen aus. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer aufgrund der Missachtung der Promillegrenze können sogar Freiheitsstrafen verhängt werden.
  2. Sowohl LKW-Fahranfänger wie auch Berufskraftfahrer, die Gefahrgut transportieren, dürfen gar keinen Alkohol im Blut haben, wenn sie sich hinters Lenkrad setzen.
  3. In Paragraph 24a des Straßenverkehrsgesetz ist die 0,5 Promillegrenze sowohl für LKW-Fahrer wie auch für PKW-Fahrer festgeschrieben.
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