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Bußgeld Umweltzone & Umweltplakette: Regelungen und Strafen

Bußgeldkatalog Umweltplakette, Umweltzone: Welche Strafen fallen an?

Wer ohne Umweltplakette eine Umweltzone befährt, riskiert ein Bußgeld. Wer zwar über eine Umweltplakette verfügt, das darauf eingetragene Kennzeichen aber entweder nicht mehr lesbar ist oder zu einem anderen Auto gehört, muss ebenfalls mit einem Verwarngeld rechnen. Die Plakette muss also immer gut lesbar sein und gilt nur in Verbidnung mit einem übereinstimmenden Kennzeichen am Fahrzeug.

Verstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
Fahren ohne Umweltplakette in einer Umweltzone 80 € nein
Parken ohne Umweltplakette in einer Umweltzone 80 € nein
Das in die Plakette eingetragene Kennzeichen und das Fahrzeugkennzeichen stimmen nicht überein 80 € nein
Das in die Umweltplakette eingetragene Kennzeichen ist nicht mehr lesbar 80 € nein

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten.

Quelle: Bundesverkehrsministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Welche Umweltplakette hat mein Auto?

Gemäß ihrer Schadstoffemission werden Autos in Schadstoffklassen eingeteilt.

Für die unterschiedlichen Schadstoffklassen gibt es verschiedene Umweltplaketten (Feinstaubplaketten):

Plakette Schadstoffklasse Erläuterung
Keine Plakette 1 Benziner ohne geregelten Katalysator, Diesel nach Euro 1 und schlechter
2 Diesel nach Euro 2 oder Euro 1 mit Partikelfilter
3 Diesel nach Euro 3 bzw. D3 oder Euro 2 mit Partikelfilter.
4 Diesel nach Euro 4, D4 bzw. Euro 3 mit Partikelfilter, Diesel nach Euro 5 und 6; Benziner nach Euro 1 bis 6; Kfz ohne Verbrennungsmotor (Elektromotor, Brennstoffzelle)

Wussten Sie schon…?

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Welche Fahrzeuge benötigen keine Umweltplakette?

Nicht alle Fahrzeuge benötigen eine Feinstaubplakette. In Umweltzonen ohne Umweltplakette fahren dürfen laut Verkehrsrecht (35. BlmSchV) folgende Gruppen:

  • Oldtimer mit H-Kennzeichen
  • Oldtimer mit rotem 07er Wechselkennzeichen
  • Fahrzeuge von Schwerbehinderten
  • Fahrzeuge von Diplomaten und Angestellten humanitärer Organisationen
  • Krankenwagen
  • Motorräder (Quads und Trikes mit Motorradzulassung)
  • Arbeitsmaschinen
  • Kraftfahrzeuge mit Ausnahmegenehmigung nach § 35 StVO
  • Militärfahrzeuge der Bundeswehr

Welche Umweltzonen gibt es in Deutschland?

Der Beginn einer Umweltzone ist durch das Verkehrsschild 270.1 gekennzeichnet, das Ende mit dem Verkehrszeichen 270.2. Zusatzzeichen zeigen, welche Schadstoffgruppen erlaubt sind. Fehlt das Zusatzzeichen, darf kein Kraftfahrzeug die Umweltzone befahren.

Freie Fahrt für Autos mit roter, gelber und grüner Plakette.

Freie Fahrt für Autos mit gelber und grüner Plakette.

Freie Fahrt für Autos mit grüner Plakette.

Welche Umweltbelastung wird durch Kraftfahrzeuge verursacht?

Durchschnittlich hat jede Familie in Deutschland zwei Autos. Insgesamt sind rund 63 Millionen Kraftfahrzeuge in Deutschland zugelassen, davon 46 Millionen Pkw. Die häufigsten Kraftstoffarten bei Pkw sind Benzin (65,5 %) und Diesel (32,9 %). Anfang 2017 waren gerade einmal 34.000 Elektroautos angemeldet. Immerhin beträgt der Bestand an Hybrid-Fahrzeugen rund 165.000 Fahrzeuge.

Seit den 90er Jahren werden zwar schadstoffärmere Verbrennungsmotoren entwickelt, doch durch die Menge der Fahrzeuge steigt die Umweltverschmutzung durch Schadstoff-Emissionen immer weiter, vor allem in großen Städten. Zwischen 1995 und 2014 hat der Pkw-Verkehr um 13 Prozent zugenommen, Tendenz steigend. Der CO2-Ausstoß stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent an. Die Kohlenddioxid-Emissionen sind in der Zeit nur um 2 Prozent gesunken, Tendenz fallend.

Ausgestoßen durch Verbrennungsmotoren werden folgende Schadstoffe

  • Benzol
  • Schwefeldioxid
  • Kohlenmonoxid
  • Feinstaub
  • Stickstoffoxide

Dabei belasten vor allem Dieselmotoren die Umwelt durch die Freigabe feiner Rußpartikel.

Der Verkehr ist einer der größten Umweltverschmutzer. Rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen werden durch ihn verursacht (z.B. 180 Millionen CO² im Jahr 2016). Der größte Emittent ist die Energiewirtschaft mit 39 Prozent.

Weil der Güterverkehr auf der Straße in den letzten 10 Jahren um über 30 Prozent gestiegen ist, sorgen besonders Lkw für die Erhöhung der Schadstoffemissionen. Experten fordern deshalb u.a. eine Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz und auf alle Lkw-Klassen.

Dieselmotoren der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 4 tragen besonders zur hohen Stickoxidbelastung in vielen deutschen Innenstädten bei.

Welche Regelungen gibt es, um die Schadstoffemissionen durch Fahrzeuge zu reduzieren?

Die folgenden Regelungen beziehen sich vor allem auf die Reduzierung der Schadstoffemissionen in Städten, da hier die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung am größten sind.

 

Abgasrichtlinien

In der EU gelten Grenzwerte für Schadstoff-Emissionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Grenzwerte richten sich nach Art des Motors (Benzin, Diesel) und nach Fahrzeugtyp. Aufgrund des Klimawandels werden die Abgasrichtlinien weiter verschärft.

Die Grenzwerte gelten für folgende Schadstoffe:

  • Kohlenstoffmonoxid
  • Stickstoffoxid
  • Kohlenwasserstoff
  • Partikelmasse (Feinstaub)
  • Partikelmenge (Feinstaub)

Die Motoren werden aufgrund der Menge ihrer Schadstoffemissionen in verschiedenen Emissionsklassen eingeteilt von Euro-1-Norm bis Euro-6-Norm. Je geringer die Emission, desto höher die Emissionsklasse.

Die Werte werden vor der Zulassung eines neuen Modells vom Kraftfahrtbundesamt geprüft. Der Hersteller muss die Einhaltung der Grenzwerte für eine festgelegte Zeitspanne und Kilometerleistung garantieren.

Software Update für manipulierte Dieselmotoren

Bis Ende 2018 sollen 5,3 Millionen Dieselfahrzeuge mit Euro-5 und Euro-6 Norm ein Software Update zur Reduzierung der Stickstoff-Emission erhalten.

Beim Software Update wird die temperaturabhängige Abschaltautomatik der Abgasreinigung neu konfiguriert. Die Kosten zwischen 50 und 100 Euro pro Update tragen die Hersteller. (Beschluss durch das Nationale Forum Diesel, 2. August 2017)

Diesel-Umstiegsprämien

Neben dem Software-Update wollen einige Autohersteller die Besitzer älterer Dieselfahrzeuge mithilfe von Sonderprämien zum Umstieg auf ein neues, sauberes Modell bewegen. Diese Sonderprämien laufen unter Namen wie Umwelt-Prämie, Eco-Bonus oder Wechselprämie und können je nach Modell und Hersteller bei bis zu 12.000 Euro liegen.

Diesel-Fahrverbote

Weil das Software-Update für betroffene Dieselfahrzeuge nicht ausreicht, um die Luft in Städten maßgeblich zu verbessern, wird es in einigen deutschen Großstädten höchstwahrscheinlich zu Diesel-Fahrverboten kommen. Das Verwaltungsgericht in Stuttgart, der am höchsten belasteten deutschen Stadt, hat der Klage zur Einhaltung des Luftreinhalteplans für die Landeshauptstadt stattgegeben. Zur Eindämmung der Luftverschmutzung sind Fahrverbote laut Urteil des Verwaltungsgerichts zugelassen. Diesem Beispiel werden andere Städte folgen.

Welche Bereiche der Stadt für betroffene Dieselfahrzeuge nicht befahren werden dürfen, regelt die Kommune. Es wird Ausnahmen für Gewerbetreibende geben.

Ob Fahrverbote tatsächlich kommen, hängt jedoch noch von anderen rechtlichen Hindernissen ab. Deshalb wird die Sache letztlich wohl vom Bundesverwaltungsreicht entschieden werden müssen. Auch die Städte Hamburg und Darmstadt haben Fahrverbote zumindest für bestimmte Teile des Stadtgebiets schon umgesetzt.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Wer ohne Umweltplakette in einer Umweltzone fährt, wird mit einem Bußgeld bestraft
  2. Welche Umweltplakette für eine Umweltzone nötig ist, ist dem jeweiligen Zusatzzeichen unter dem Verkehrsschild 270.1 zu entnehmen
  3. Um die Luftqualität zu erhalten, gibt es in manchen Stadtgebieten Fahrverbote
  4. Viele Städte diskutieren solche Fahrverbote – in Zukunft wird es also noch deutlich mehr davon geben
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