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Verwarnungsgeld: Definition, Höhe und alle wichtigen Fakten!

Was ist ein Verwarnungsgeld?

Auch wenn es mit Blick auf den Strafzettel an der Windschutzscheibe fast schon zynisch klingen mag: Das Verwarnungsgeld (oder auch Verwarngeld) stellt eine Art finanzielles und verwaltungsrechtliches Entgegenkommen der zuständigen Behörde dar. Mit der Verhängung eines Verwarnungsgelds entscheidet sich eine Behörde nämlich bewusst dazu, Sie nochmals mit einer geringen Geldstrafe davonkommen zu lassen und Ihnen kein Bußgeld aufzubrummen – auch, um sich selbst bürokratisch zu entlasten. Denn anders als ein Verwarnungsgeld ist ein Bußgeldverfahren mit höherem Aufwand für die Bußgeldbehörde verbunden. 

Verwarnungen auszusprechen, ist tatsächlich eine Art Kann-Leistung der Behörden. Sie können also für geringfügige Vergehen wie falsches Parken eine Verwarnung mit Verwarnungsgeld oder nur eine Verwarnung ohne Geldstrafe aussprechen, müssen dies gemäß ihrer juristischen Handlungsfreiheit (Opportunitätsprinzip) aber nicht, sondern könnten theoretisch selbst für Parkverstöße ein höheres Bußgeld verhängen.

Für welche Verkehrsvergehen wird ein Verwarnungsgeld verhängt?

Oft steht das Verhängen von einem Verwarnungsgeld mit einfachen Parkverstößen in Verbindung, also die Missachtung von Park- oder Halteverboten, mit oder ohne Behinderung anderer. Andere Ordnungswidrigkeiten, die in der Regel mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden sind beispielsweise:

  • die Handybenutzung beim Fahrradfahren
  • Führer- oder Fahrzeugschein nicht beim Fahren mitgeführt
  • keine Warnweste/keinen Verbandskasten im Auto
  • geringe Geschwindigkeitsüberschreitung (11 bis 15 km/h zu schnell)
  • keine Sicherung (Warndreieck) einer Umfallstelle/eines liegen gebliebenen Autos
  • Wheelie (das Fahren eines Motorrads nur auf dem Hinterreifen)
  • Sicherheitsgurt(e) nicht angelegt
  • Beleuchtung vergessen oder defekt (auch bei Fahrrädern)
  • Hupe/Lichthupe ordnungswidrig benutzt
  • Winterreifenpflicht missachtet
  • als Fußgänger über eine rote Fußgängerampel gegangen
  • Termin zu Hauptuntersuchung (TÜV) bis zu acht Monate überschritten
  • nicht an der Haltelinie gehalten (Ampel, Stopp-Schild)
  • beim Abbiegen nicht auf Fußgänger geachtet, deren Ampel grün gezeigt hat.
  • beim Fahren keine Brille getragen, obwohl Sie dies laut Fahrerlaubnis müssen

Wie gesagt, können in besonders schweren Fällen, bei denen vor allem eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt, anstelle von Verwarnungsgeldern auch Bußgelder verhängt werden.

Wussten Sie schon…?

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Wie hoch fällt ein Verwarnungsgeld üblicherweise aus?

Entsprechend der Geringfügigkeit der Vergehen, fallen Verwarnungsgelder im Gegensatz zu Bußgeldern oder gar Geldstrafen auf Tagessatzbasis niedriger aus. Sie liegen zwischen 5 und 55 Euro. Alles, was über dieser Grenze liegt, wird als Bußgeld behandelt und zieht ein Verfahren nach sich.

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