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Reifendruck beim Auto: Wie viel Bar, richtig Ablesen & Messen

Reifendruck messen: Wie mache ich das richtig?

Reifendruck messen ist ziemlich leicht, dennoch werden auch hier oft Fehler gemacht. So gehen Sie vor:

  1. Wichtig ist, dass das Ventilstück des Reifendruckmessers oder Reifenfüllmessgeräts richtig auf das Reifenventil aufgesetzt wird. Am Anfang zischt es, das ist normal. Dann muss das Prüfgerät etwas nachgedrückt werden, damit keine weitere Luft entweicht.
  2. Nach kurzer Zeit pendelt sich der Zeiger des Reifenluftdruckmessgeräts auf den Endwert ein. Der Wert ist auf der Skala leicht abzulesen: Die Bar-Werte sind meistens in 0,1er-Schritten angegeben, die psi-Werte in 2er-Schritten. Psi ist eine andere Druckeinheit.
  3. Bei Reifenfüllmessgeräten an der Tankstelle kann der Reifendruck durch die Plus- und Minustasten dann einfach erhöht oder gesenkt werden. Es gibt auch Geräte, bei denen der Luftdruckwert eingeben und die Füllmenge dann automatisiert angepasst wird.

Der Reifendruck sollte nur bei kalten Reifen gemessen werden, denn bei Wärme dehnt sich Luft aus.

Video: Reifendruck richtig messen

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Wie viel Reifendruck ist für mein Auto passend?

Reifenluftdrucktabelle

Im Internet findet man Reifendruck-Tabellen für jeden Fahrzeugtyp und jede Bereifung. In den Reifendrucktabellen sind immer der minimale und der maximale Reifenluftdruck angegeben.

Fahrzeugmarke Fahrzeugmodell Bereifung
Audi A6 C6 Avant (2,4 Hubraum, 130 KW Leistung) 225/55 R16
VW Golf VII (1,4 Hubraum 90 KW) 225/45 R17
Renault Laguna III (2,0 I Hubraum, 110 KW) 225/45 R18

Infos an Fahrertür B-Säule oder Tankklappe

Alternativ findet man die Reifendruck-Angaben für sein Fahrzeug an der Fahrertür, an der B-Säule oder in der Tankklappe. Dort sind für alle zulässigen Reifengrößen die Druckmengen angegeben.

Wer wissen will, welche Reifengröße sein Fahrzeug hat, schaut auf den Reifen selbst. Dort sind die Größenangaben wie zum Beispiel 205/55 R16 eingeprägt.

Wussten Sie schon…?

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Warum ist der richtige Reifendruck so wichtig?

Räder leisten Schwerstarbeit, sie tragen je nach Fahrzeugtyp mehrere hundert Kilo bis mehrere Tonnen Gewicht. Der falsche Reifendruck hat deshalb enorme Auswirkungen.

Geringe Bodenhaftung (Grip)

  • Bei falschem Reifenluftdruck verlängert sich der Bremsweg und die Haftung in Kurven sowie bei Aquaplaning. Jedes Brems- oder Auslenkmanöver kann zum Ausbrechen des Fahrzeugs führen und stellt somit ein erhöhtes Unfallrisiko dar.

Verschleiß

  • Ein zu geringer Luftdruck wirkt sich auch auf Verschleiß und Haltbarkeit des Reifens aus. Bereits 0,2 bar Minderdruck reduziert die Lebensdauer eines Reifens um etwa 10 Prozent, 0,6 bar sogar schon um 50 Prozent.

Erhöhter Kraftstoffverbrauch

  • Ein Minderdruck von 0,2 bar erhöht bereits den Rollwiderstand und sorgt somit für unnötigen Kraftstoffverbrauch. Achten Sie insbesondere vor der Fahrt in den Urlaub darauf, den Reifenluftdruck zu prüfen.

Gibt es Unterschiede beim Reifendruck zwischen Winter- und Sommerreifen?

Unterschiedlich große Reifen benötigen unterschiedlich viel Reifendruck. Was aber ist mit Winter- und Sommerreifen?

Der Reifendruck ist bei Winterreifen und Sommerreifen, sofern sie die gleiche Größe haben und die gleiche Last tragen, identisch. Die tieferen Temperaturen im Winter können aber schnell zu Druckverlust führen, weshalb der Reifenluftdruck hier häufiger überprüft werden sollte.

Bei länger anhaltender Kälte kann es sinnvoll sein, den Luftdruck der Reifen um 0,2 bis 0,3 bar über Sollwert zu erhöhen. So spart man sich die dauernde manuelle Anpassung des Reifendrucks. Letztlich ist ein etwas zu hoher Luftdruck weitaus harmloser als ein zu niedriger Reifendruck.

Dasselbe Prinzip gilt natürlich auch für Allwetterreifen. Letztlich muss man sich hier ebenfalls nach der Außentemperatur richten.

Reifendruckkontrollsystem in modernen Autos

Neuere Autos ab Erstzulassung 11/2014 verfügen über ein sogenanntes Reifendruckkontrollsystem (rechtspflichtig). Bei Druckverlust leuchtet eine Kontrolllampe im Bordcomputer.

Es gibt mehrere Messverfahren:

  • Bei weniger Luftdruck verringert sich der Außendurchmesser des Reifens, die Drehzahl steigt. Dreht sich ein Reifen im Vergleich zu den anderen schneller, wird der Fahrer gewarnt.
  • Reifen schwingen zwischen Reifengürtel und Felge. Die Schwingung ist druckabhängig. Schwingt ein Reifen im Vergleich zu den anderen anders, wird dies als Luftdruckverlust interpretiert und der Fahrer wird gewarnt.
  • Ein Sensor erfasst den Luftdruck des Reifens. Gemessen wird in regelmäßigen Intervallen. Der Fahrer kann den Wert pro Reifen am Bordcomputer ablesen. Bei zu geringem Reifendruck wird er gewarnt.

Beim Messverfahren 3 handelt es sich um eine direkte Messmethode. Der Nachteil ist, dass bei jedem Reifenwechsel die Sensoren im Ventil mit umgezogen werden müssen. Dafür wird jedes Mal ein neuer Satz Ventile mit Gummidichtungen benötigt. Dadurch entstehen mitunter beträchtliche Zusatzkosten.

Blinkt die RDKS Kontrollleuchte, sollten Sie den Reifendruck schnellstmöglich überprüfen bzw. korrigieren.

Wann ist mehr Luftdruck beim Reifen angebracht?

Wer seinen Reifenluftdruck erhöht, um den Rollwiderstand zu senken und dadurch Sprit zu sparen, tut sich damit keinen Gefallen. Der Reifen verliert an Bodenhaftung und verschleißt schneller. Durch den zu hohen Reifendruck nutzt sich das Reifenprofil schneller ab und die Lebensdauer des Pneus verkürzt sich stark.

Mehr Luftdruck als üblich ist nur angebracht, wenn das Fahrzeuggewicht zunimmt, etwa durch Mitnahme von Personen und Gepäck – wie etwa bei Antritt einer Urlaubsfahrt.

Abgesehen davon droht bei abgefahrenem Reifenprofil bzw. bei Unterschreiten der Mindestprofiltiefe ein saftiges Bußgeld.

Was bringt Reifengas?

In manchen Werkstätten kann man seine Reifen mit Reifengas befüllen. Es handelt sich dabei um Stickstoff, der schwerer entweicht als Sauerstoff. Eine Reifenluftdruckkontrolle spart man sich damit aber nicht. Wenn ein Reifen beschädigt ist, entweicht auch der Stickstoff.

Normale Druckluft besteht auch zu 78 % aus Stickstoff. Der Sauerstoff in der Luft kann einen Reifenbrand oder eine schnelle Oxidation begünstigen. Das ist allerdings nur bei hohem Druck relevant – also zum Beispiel im Rennsport, bei Flugzeugen und bei Schwerlasttransporten.

Teures Reifengas für Auto- oder Motorradreifen kann man sich sparen.

Weitere Fragen & Antworten

Ein zu hoher Reifendruck ist keinesfalls zu empfehlen. Nicht nur erhöht sich der Verschleiß des Reifens, auch die Sicherheit leidet. Denn in der Folge des erhöhten Drucks verlängert sich der Bremsweg, außerdem verschlechtert sich das Fahrverhalten in Kurven.

Sind die Temperaturen dauerhaft niedrig oder nimmt das Gewicht des Fahrzeugs zu, kann der Reifendruck erhöht werden. Das sollte allerdings in einem angemessenen Rahmen passieren.

Der richtige Reifendruck bei einem PKW mit Wohnwagen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Reifengröße, der Belastungsindex und das Gesamtgewicht. Folgende Formel kann im Anschluss zur Orientierung dienen:

Max. Reifendruck / Max. Tragfähigkeit x Gewicht

Das Ergebnis hat die Einheit Psi und kann nun ganz einfach in bar umgerechnet werden.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Der richtige Reifenluftdruck sorgt für stabiles Fahrverhalten.
  2. Falscher Luftdruck kann nicht nur zu schweren Unfällen führen, sondern erhöht auch Spritkosten sowie die Instandhaltungskosten der Reifen.
  3. Neuere Autos verfügen über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) und warnen den Fahrer automatisch bei zu niedrigem Reifendruck.
  4. Luftdruckgeräte gibt es nahezu an jeder Tankstelle. Die Bedienung ist simpel und wenig zeitaufwendig.
  5. Im Winter bei niedrigen Temperaturen kann der Reifendruck stark schwanken. Es ist daher empfehlenswert, Luft 0,2 bis 0,3 bar über dem Sollwert aufzufüllen.
  6. Prüfen Sie regelmäßig den Reifendruck – so schonen Sie die Reifen und Ihr Leben.
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