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Reifenpanne – Was tun?

Reifenwechsel Schritt für Schritt: Wie gehe ich vor?

  1. Pannenstelle mit Warndreieck absichern und Warnweste anziehen
  2. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen, bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung „P“ bringen
  3. Radmuttern zunächst nur etwa eine halbe Umdrehung lösen
  4. Wagenheber ansetzen (Aufkleber mit Sicherheitshinweisen beachten!)
  5. Fahrzeug anheben, bis Montagehöhe für das Reserverad erreicht ist
  6. Radmuttern ganz abschrauben und defektes Rad abnehmen
  7. Reserverad montieren und alle Radmuttern handfest anziehen
  8. Fahrzeug ablassen
  9. Radmuttern über Kreuz fest anziehen (idealerweise sollte dabei ein Drehmomentschlüssel verwendet werden. Ist dieses Werkzeug nicht verfügbar sein, sollte man den korrekten Sitz des Rades möglichst zeitnah in einer Werkstatt überprüfen lassen)

Da Reifenpannen so selten sind, kann eine „Trockenübung“ vor dem eventuellen Notfall nicht schaden. Grundsätzlich sollten Sie neben der mitführungspflichtigen Warnweste und dem Warndreieck für einen Reifenwechsel einen Wagenheber und ein Radkreuz oder idealerweise Drehmomentschlüssel mit an Bord haben.

Aufgrund des geringeren Reifendrucks bei Reserverädern kann es zu ungewohnten Fahrzeugreaktionen kommen. Sie sollten daher ein niedriges Tempo einhalten und schnellstmöglich eine Tankstelle ansteuern, um den Reifendruck überprüfen.

Reifenpanne ohne Ersatzrad: Welche Möglichkeiten habe ich?

Nachdem Ihr Fahrzeug steht und abgesichert ist, haben Sie nun mehrere Möglichkeiten wieder in Fahrt zu kommen. Sie können einen Pannendienst anrufen, etwa den ADAC, und sich von dem helfen lassen. Mit einem Pannenspray können sie notdürftig Risse oder Einstiche abdichten.

Hat der Reifen bereits viel Luft verloren, empfiehlt sich ein sogenanntes Pannenset, das mittlerweile viele Hersteller anstatt des Ersatzrads anbieten. Die Funktion ist ähnlich, wie die eines Pannensprays, nur das nach dem Einsatz des Dichtmittels mit einem Kompressor, der über das Bordnetz betrieben wird, Luft aufgefüllt werden kann.

Wussten Sie schon…?

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Welche Vor- und Nachteile haben Reifenset-Dichtmittel aus der Dose?

Am einfachsten und schnellsten geht die Reifendichtmittel-Methode. Die Handhabung ist denkbar einfach: Das Dichtungsmittel in der Dose wird direkt über das Reifenventil ins Reifeninnere gepumpt. Direkt im Anschluss muss der Reifen bewegt werden, damit sich das Dichtungsmittel gleichmäßig verteilt.

Vorteile:

  • Einfache und schnelle Handhabung
  • Geringe Kosten (zwischen 7 € und 15 €)

Nachteile:

  • Funktioniert nur bei kleinen Reifen und Beschädigungen bis etwa 6 Millimeter Durchmesser (z.B. Nageldurchstiche)
  • Geschwindigkeitsbegrenzung (60 km/h)
  • Verschmutzungen im Inneren des Reifens, im Ventil und auf der Felge.
  • Anschließende Reparatur des Reifens ausgeschlossen.

Achtung: Das Dichtmittel kann generell nur Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche abdichten. Bei Flankenbeschädigungen bleibt es wirkungslos. Auch bei Laufflächenablösung, größeren Rissen oder undichten Ventilen ist ein Pannenset nutzlos. Außerdem sind auf diese Weise reparierte Reifen eine absolute Notlösung, mit denen maximal bis in die nächste Werkstatt gefahren werden sollte.

Video: Reifenpannensets im Test

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Welche Vor- und Nachteile haben Pannen-Sets?

Das Pannen-Set, bestehend aus einem 12 Volt Kompressor zum Aufpumpen und Dichtmittel, gehört bei vielen modernen Autos heutzutage zur Grundausstattung. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Methode 1:

  1. Zunächst wird der Fremdkörper entfernt
  2. Der Reifen wird mithilfe des Kompressors, der über den Zigarettenanzünder betrieben wird, wieder aufgepumpt.
  3. Anschließend wird das Dichtmittel in den Reifen gefüllt.

Der ADAC hat mehrere Pannen-Sets getestet und kommt zu dem Urteil, dass sie eine gute Alternative zum Reserve-Rad darstellen. Allerdings bieten sie lediglich Hilfe bei kleineren Schäden wie Rissen, Stichen und Löchern in der Lauffläche.

Vorteil:

  • Funktioniert auch bei größeren Reifen

Nachteile:

  • Reguläre Reifenreparatur auch hier nicht mehr möglich
  • Geschwindigkeitsbegrenzung (60 km/h)
  • Kosten (zwischen 30 € und 115 €)

Was benötige ich bei einem Reifenwechsel mit Ersatzrad?

Das klassische Reserverad ist die sicherste Variante bei Reifenpannen. Das Ersatzrad ist ein vollwertiges Rad und bietet uneingeschränkte Mobilität. Allerdings ist die Montage aufwendig und stellt gerade bei einer Reifenpanne auf der Autobahn ein Sicherheitsrisiko dar.

Durch schnell vorbeifahrende Autos kann man leicht erfasst werden, vor allem wenn sich der Schaden auf der Fahrerseite befindet. Hinzu kommen beispielsweise bei Geländewagen, die Größe und das Gewicht des Reserverads. Nicht jede Person ist in der Lage, derartige Räder zu heben und zu montieren.

Was bringen Run-Flat Reifen?

Sogenannte Run-Flat Reifen haben eine zusätzliche innere Gummischicht, die bei Rissen in der Außenhaut den Druckabfall verhindert. Mit solchen Reifen können Sie einfach weiterfahren.

  • Run-Flat Reifen vermindern durch ihr Mehrgewicht jedoch den Fahrtkomfort und erhöhen den Kraftstoffverbrauch.

Als Alternative zum klassischen Ersatzrad bieten viele Hersteller mittlerweile Noträder an. Die Reifendimension ist deutlich kleiner, dadurch wird nicht so viel Platz beim Verstauen benötigt.

Auch das Notrad wird wie ein Ersatzrad montiert, allerdings ist eine Weiterfahrt nur mit höchstens 80 km/h möglich. Die maximale Fahrstrecke hat ebenfalls Grenzen, unter anderem, weil das Differenzial durch die unterschiedlichen Dimensionen von Fahrbereifung und Notrad stärker beansprucht wird.

Lohnt sich bei einer Reifenpanne eine Reparatur oder ein Austausch?

Je nach Ausmaß und Art des Schadens kann zunächst eine Reparatur die bessere Alternative sein. Das gilt beispielsweise dann, wenn ein Ventil defekt ist, das Reifenprofil beschädigt ist oder auch, wenn eine Stichverletzung durch einen spitzen Gegenstand wie einen Nagel oder eine Schraube in der Lauffläche vorliegt, die nicht mehr als 6 mm beträgt.

Haben Schäden jedoch die Seitenwände oder die Reifenschultern in Mitleidenschaft gezogen, empfiehlt sich der Austausch des Reifens.

Weitere Fragen & Antworten

Da Metallventile geschraubt werden, können sie sich auch entsprechend lösen. So kann Luft aus dem Reifen entweichen, vor allem dann, wenn beim Anziehen der Schrauben nicht das richtige Drehmoment verwendet wurde. Oder aber, sie brechen, weil man beispielsweise auf eine Bordsteinkante gefahren ist und die eher unflexibleren metallenen Ventile anders als Gummiventile nicht nachgeben.

Je nach Beschädigung des Reifens kann es reichen, das Metallventil auszutauschen.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Bei einer Reifenpanne gilt es zunächst, die Pannenstelle mit einem Warndreieck abzusichern und Ihre Warnweste anzuziehen.
  2. Beim Wechseln des Reifens sollten Sie zunächst die Muttern des beschädigten Rads leicht lösen, dann mithilfe des Wagenhebers das Auto nur so weit hochbocken, bis Sie das beschädigte Rad abnehmen können.
  3. Ziehen Sie die Schrauben des Reserverads über Kreuz fest.
  4. Lassen Sie den Reservereifen zeitnah in einer Werkstatt checken.
  5. Reifen müssen nicht bei jeder Panne ausgetauscht werden, sondern können auch repariert werden.
  6. Sogenannte Reparatur-Sets können für das Reparieren in Eigenregie genutzt werden ebenso wie Reifenset-Dichtmittel aus der Dose.
  7. Ist nur ein Ventil beschädigt oder eine Schraube/ein Nagel ist nicht tiefer als 6 mm in die Lauffläche des Reifens eingedrungen, können Reifen auch repariert werden.
  8. Mit Run-Flat Reifen wird auch bei der Beschädigung des Reifens ein Druckverlust verhindert und Sie können sicher bis zur nächsten Werkstatt fahren.
  9. Metallventile sind im Gegensatz zu Gummiventilen zwar stabiler und langlebiger, dafür aber empfindlicher weil unflexibler,  was beispielsweise Schäden durch Bordsteinkanten angeht.
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