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Bußgeld Italien: Welche Strafen & wie Sie sich dagegen wehren können

Bußgeldkatalog Italien: Welche Strafen gibt es?

Genau wie in Deutschland, ahnden auch die italienischen Verkehrsbehörden Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen, Rotlichtverstöße und solche gegen das Park- oder Halteverbot. Ebenso bestraft wird man, wenn man mit mehr als 0,5 Promille hinterm Lenkrad sitzt, das Telefonieren während des Fahrens nicht lassen kann oder aus Eitelkeit die Gurtpflicht missachtet.

Bei allen Verstößen liegen jedoch die Mindestbußgelder weit über denen, die in Deutschland verhängt werden. So werden beim Missachten des Tempolimits von auch nur 20 km/h gleich 170 Euro fällig. Gibt man noch mehr Gas, sind es bereits 530 Euro.

Rotlichtverstöße schlagen mit 170 Euro zu Buche, während ein Telefonat während der Fahrt ohne Freisprechanlage 160 Euro Strafe nach sich zieht.

Eher günstig kommt man davon, wenn man den Gurt vergessen oder falsch geparkt hat. Hier nämlich muss man nur 80 respektive 85 Euro Bußgeld berappen. Richtig teuer werden Verstöße gegen die Promillegrenze. In solchen Fällen werden Bußgelder in Höhe von über 500 Euro verhängt.

  • Besonders vorsichtig sollte man in Italien zudem nachts sein. Da nämlich fallen die Bußgelder für die oben genannten Verstöße bisweilen um ein Drittel höher aus.
Vergehen Bußgelder Weitere Strafen
Geschwindigkeitsüberschreitung bis 10 km/h 34 bis 140 €
Geschwindigkeitsüberschreitung bis 20 km/h ab 143 €
Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h ab 155 €
Geschwindigkeitsüberschreitung 40 km/h ab 357 €
Geschwindigkeitsüberschreitung ab 41 km/h 344 bis 1376 €
Überfahren des Mittelstreifens 1600 bis 6500 €
Falsches Parken  ab 35 €
Bei Rot über die Ampel gefahren ab 140 €
Überholen im Überholverbot ab 70 €
Missachten der Busspur ab 70 €
Rückwärtsfahren an Mautstellen oder Standstreifen 340 bis 1370 €
Fahren ohne Licht (Lichtpflicht in Italien) 35 bis 143 €
Mißachtung der Warnwestenpflicht ab 33 €
Behinderte nicht Vorrang gewährt 65 €
Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung 155 €
Im Winter mit Sommerreifen unterwegs ab 20 €
Motorrad fahren ohne Helm 30 bis 170 €. Achtung! Motorrad kann für bis zu 60 Tage in
Beschlag genommen werden.
Alkohol am Steuer 260 bis 1000 € Ab 1,5 Promille Alkohol: Fahrzeug-
Beschlagnahmung
Autobahnmaut nicht bezahlt (kein Ticket an Mautstelle gezogen oder verloren) Preis wird pro Kilometer berechnet. Wer kein Ticket hat zahlt den Maximalpreis

Bußgeld Italien: Muss ich die Strafzettel aus dem Italienurlaub bezahlen?

Auch wenn der Urlaub schon lange vorbei ist und ein Bußgeldbescheid eine Erinnerung daran ist, die Sie gerne aus dem Gedächtnis verbannen würden, sollten Sie Strafzettel aus Italien nicht gänzlich ignorieren.

In jedem Fall aber sollten Sie Möglichkeiten des Einspruchs prüfen:

  • Wurde der Bußgeldbescheid bzw. die wichtigsten Teilen davon ins Deutsche übersetzt?.
  • Können Sie wirklich verstehen, was Ihnen vorgeworfen wird?
  • Wurden Sie in dem Bescheid darauf hingewiesen, wie Sie dagegen Einspruch erheben können?
  • Haben Sie den Bescheid von einem privaten Inkassounternehmen erhalten?
  • Liegt ein Foto bei, das den Fahrer beim Vergehen eindeutig identifiziert?

Können Sie mindestens eine dieser Fragen mit NEIN beantworten, bestehen gute Chancen auf einen erfolgreichen Einspruch gegen einen Strafzettel und Bußgeldbescheid aus Italien.

Denn die EU-Geldbußenvollstreckung sieht vor, dass Bußgelder, die bei oder über dem Bagatellbetrag von 70 Euro liegen – wobei hier bereits die Verfahrenskosten berücksichtigt sind – im EU-Ausland vollstreckt werden können.

Wie wir oben bereits gesehen haben, liegen die Bußgelder für praktisch alle Verkehrsverstöße in Italien über diesem Betrag, wonach Sie im Grunde nicht umher kommen, einen italienischen Strafzettel auch in Deutschland zu bezahlen.

Kann Bußgeld aus Italien in Deutschland vollstreckt werden?

  • Ja, denn der EU-Rahmenbeschlusses zur Geldsanktionenvollstreckung sieht die „grenzüberschreitende Anerkennung und Vollstreckung von Geldstrafen und Geldbußen innerhalb der Europäischen Union“ vor.

Das Bundesamt für Justiz fungiert dabei in Deutschland praktisch als Vollstrecker von Bußgeldbescheiden aus Italien bzw. leistet es entsprechende Vollstreckungshilfe. Das geschieht aber erst dann, wenn der Bußgeldbescheid Rechtskraft erlangt hat, Sie also keinen fristgerechten Einspruch erhoben haben.

Welche Verkehrsregeln gelten in Italien zu Alkohol am Steuer?

Genauso wie in Deutschland, dürfen Sie auch in Italien mit bis zu 0,5 Promille Alkohol im Blut ein Auto oder auch ein Motorrad/Moped fahren.

  • LKW- und Busfahrer hingegen sollten die Finger vom Alkohol lassen, Für sie nämlich gilt die 0,0-Promille-Grenze.

Null Alkohol am Steuer ist zudem auch für Fahranfänger Pflicht. Dabei währt die Probezeit in Italien drei und nicht wie in Deutschland zwei Jahre. Wenn Sie also als deutscher Fahranfänger mit gerade überstandener Probezeit in Italien Auto fahren und mit auch nur der kleinsten Spur Alkohol im Blut erwischt werden, drohen hohe Bußgelder.

Wussten Sie schon…?

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Bußgeld Geschwindigkeit: Wie schnell darf ich in Italien fahren?

Auf Autobahnen gilt für PKW und Motorräder in Italien die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Handelt es sich um dreispurige Autobahnen, sind entsprechend der Beschilderung auch 150 km/h erlaubt. Für Wohnmobile und  LKW über 3,5 t gilt ein Tempolimit von 100 km/h. PKW mit Anhängern (bspw. Wohnwagen) dürfen nur 80 km/h fahren.

Schränken schlechte Witterungsverhältnisse die Sicht ein, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h für PKW.

Auf italienischen Schnellstraßen sind 90 km/h erlaubt.

Gelten in Italien besondere Regelungen für Fahranfänger?

Ja, denn in Italien beträgt beispielsweise die Probezeit drei und nicht wie in Deutschland üblich, zwei Jahre. Insofern müssen Fahranfänger drei Jahre lang vollkommen auf Alkohol verzichten, wenn sie in Italien unterwegs sind.

  • Fahranfänger sind in Italien zudem auch all jene Fahrer, die jünger als 21 Jahre sind.

Auch müssen sich junge Fahrer unbedingt zügeln, was das Tempo auf Autobahnen und Schnellstraßen angeht. Für sie gelten nämlich maximal 100 km/h bzw. 90 km/h – ungeachtet dessen, dass man eigentlich schneller fahren darf.

Welche Strafen drohen bei einem Unfall in Italien?

Je schwerer die Folgen eines von Ihnen (mit)-verursachten Unfalls sind und davon abhängig, ob beim Zusammenstoß unter Einfluss von Alkohol oder Drogen standen, werden bei Unfällen in Italien Freiheitsstrafen von zwischen 3 Monaten und 18 Jahren verhängt.

Zudem kann es passieren, dass sowohl die Fahrerlaubnis für bis zu 30 Jahre und damit praktisch lebenslang entzogen und das Auto seitens des Staates konfisziert wird.

Tipp: Was Sie bei Bußgeldern und Maut im EU-Ausland beachten sollten?

Zu hohe Geschwindigkeit, verkehrswidrig  geparkt, Vignette falsch angeklebt: Verkehrsverstöße werden im Ausland zum Teil höher bestraft als in Deutschland. Und es gibt Verkehrssünden, die es hierzulande gar nicht gibt. Damit Sie keine unanhgehmen Überraschungen in Ihrem Urlaub erleben, haben wir hier die 10 wichtigsten Tipps zusammengestellt, um hohe Bußgelder im Ausland zu vermeiden.

Andere Länder, andere Sitten..

Muss man Knöllchen aus dem Ausland denn wirklich bezahlen?

Wir klären diese Fragen und mehr in unserer Hitliste der wichtigsten Tipps rund um Auslands-Bußgelder und Mautgebühren:

Unsere Top 10 Tipps rund um Bußgelder & Mautgebühren im Ausland

  1. Unbedingt langsam fahren in Italien! Punkte, die Sie in Italien ansammeln, werden zwar nicht auf das deutsche Punktekonto angerechnet, da hier eine ganz andere Vorgehensweise mit Punkten gehandhabt wird als in Deutschland. Trotzdem Vorsicht: Auch Strafzettel aus Italien landen bei Ihnen zu Hause und diese haben es in sich! Bei Geschwindigkeitsvergehen in Italien drohen Strafen bis zu 3.000 Euro oder mehr.
  2. Aufgepasst in unseren Nachbarländern: Auch hier sollte man sich vor jeder Fahrt in einer Bußgeldtabelle des Urlaubsziels ausführlich informieren. In Österreich drohen äußerst hohe Geldstrafen für Verkehrstverstöße. Außerdem kann Ihnen auch dort der Führerschein entzogen werden und dann darf man (zumindest in Österreich) kein Auto mehr fahren.
  3. Super Tipp, der Zeit und Mühe spart: Mautgebühren kann man auch online zahlen. Beispiel Norwegen: Hier funktioniert alles vollautomatisch wenn man sich vorher mit Kreditkarte und Nummernschild bei einem Online Maut Dienst angemeldet hat.
  4. Eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen ist Spanien: Ein Tipp: Auch hier herrscht beispielsweise Warnwestenpflicht und anders als in Deutschland wird man auch gleich zur Kasse gebeten, sollte man ohne Weste erwischt werden. In Ländern wie Spanien und Italien sollte man immer beachten: Hier verjähren Bußgelder erst nach vier oder fünf Jahren, das bedeutet bei einer erneuten Urlaubsreise kann Sie das unter Umständen teuer zu stehen können.
  5. Einer der wichtigsten Tipps rund um Bußgelder und Mautgebühren im Ausland ist sicherlich: Ignorieren Sie Bußgeldbescheide in keinem Fall! Sonst werden die Kosten in jedem Fall ansteigen oder man hat am Ende ein Inkassoverfahren in Deutschland am Hals.
  6. Wie ist der Ablauf des Vollstreckungsverfahren bei Auslands-Knöllchen?

    Das Bundesamt für Justiz (Bfj) prüft den Bescheid und dann haben Sie in der Regel 14 Tage Zeit, Stellung zu nehmen. Wenn man keinen Widerspruch einlegt, dann ist der Bußgeldbescheid rechtskräftig. – Wann lehnt das Bfj die Rechtskräftigkeit ab? Das geschieht in der Regel dann, wenn es sich um weniger als 70 Euro handelt oder der Bescheid nicht verständlich bzw. nicht auf Deutsch ist.

    Im Zweifelsfall kann es sich lohnen, mit einem Anwalt vor Ort Kontakt aufzunehmen. Vorsicht bei Schreiben von ausländischen in Inkassobüros! Das sollte man immer genau prüfen lassen.

  7. Man sollte, genau wie zu Hause, auch im Ausland folgende Vergehen unterlassen, damit es zu keinen teuren Strafen kommen kann – Wichtig: Für diese Vergehen herrscht Auskunftspflicht und die Behörden informieren sich untereinander:

    Trunkenheit am Steuer

    Geschwindigkeitsübertretungen

    Nicht-Anlegen des Sicherheitsgurtes

    Überfahren einer roten Ampel

    Fahren auf Fahrstreifen

    Handy am Steuer &

    Teilweise auch Parkverstöße

  8. Auch in unseren TOPTEN – Wichtig zu wissen: In Deutschland gilt das Verschuldungsprinzip, das heißt der Schuldige ist der Fahrer des Fahrzeugs. In vielen Ländern ist das aber anders. Hier gilt die Halterhaftung, das bedeutet, dass hier erst mal der Halter des Fahrzeugs ermittelt wird. Das hat zur Folge, dass oft nicht der verantwortliche Fahrer im Bild festgehalten wurde und somit eine Ermittlung des Schuldigen schwierig ist.
  9. Achtung bei Mautgebühren im Ausland: Sogar wenn man die Vignette an die falsche Stelle klebt (nicht an der richtigen Stelle der Frontscheibe) wird man zur Kasse gebeten. Auch hier lohnt es sich, peinlich genau zu sein. Dasselbe gilt für die Trägerfolie der Mautvignette. Diese sollte man in jedem Fall ganz ablösen, sonst riskiert man einen Mautverstoß.
  10. Unser Platz Zehn: Der wichtigste Tipp zum Schluss versteht sich fast von selbst: Mautgebühren sollte man in jedem Fall immer zahlen! Denn Mautpreller werden gar nicht gern gesehen und müssen im Nachhinein tief in die Tasche greifen.

    Bedenken Sie also generell vor jeder Urlaubsreise mit dem Auto die Kosten für Vignetten und Maut im Ausland! In den Alpen Ländern wie Österreich, Schweiz, Italien oder Frankreich können auch bei Brücken und Tunnel zusätzliche Kosten (Stichwort Sondermaut) anfallen.

Weitere Fragen & Antworten

Bußgeldbescheide aus Italien verjähren  in zweierlei Maßen:

  • die Verfolgungsverjährung bezieht sich auf die Zustellung des Bescheids. Dieser muss den Verkehrssünder spätestens 360 Tage nach dem Verstoß erreichen. Geschieht dies nicht, kann man diesem Bescheid mit Hinweis auf die Verjährung widersprechen.
  • die Vollstreckungsverjährung meint, dass italienische Behörden beginnend  mit dem Tag der fristgerechten Zustellung eines (damit rechtskräftigen) Bescheids, fünf Jahre Zeit haben, ihren Anspruch geltend zu machen.

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist die Warnweste Pflicht für alle Fahrer auf Italiens Straßen, sobald diese ihr Fahrzeug verlassen. Bei Verstoß gegen diese Warnwestenpflicht drohen Bußgelder in Höhe von 40 Euro und mehr.

Verzichtet man auf Italiens Straßen auf Winterreifen, obwohl diese der Jahreszeit entsprechend zumindest regional Pflicht sind, muss man mit einem Bußgeld von bis zu knapp 340 Euro rechnen.

Aber auch, wenn es nicht schneit, gelten in Italien besondere Regeln für die Bereifung. So müssen Reifen mindestens den Geschwindigkeitsindex „Q“ vorweisen, also für maximale Geschwindigkeiten von 160 bis 300 km/h geeignet sein. Ebenso sind Ganzjahresreifen oder Winterreifen zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober von dieser Regelung betroffen.

Sie können natürlich Einspruch erheben, nur muss dieser den italienischen Behörden auf Italienisch fristegrecht vorliegen. Wie lange diese Einspruchsfrist ist, entnehmen Sie dem Bußgeldbescheid.

Einspruch sollten Sie beispielsweise auch dann erheben, wenn Sie gar nicht der Fahrer waren und sich somit richtigerweise keiner Schuld bewusst sind. In Italien aber gilt die Halterhaftung, während in Deutschland die Fahrerhaftung gilt. Den Strafzettel zu ignorieren, weil Sie sich zu dieser Zeit gar nicht in Italien befunden haben und/oder dort nicht mit Ihrem Auto gefahren sind, würde Sie in diesem Fall also trotzdem nicht vor einem Vollstreckungsverfahren durch das Bundesamt für Justiz bewahren.

Wenn Sie oder Ihr Anwalt jedoch gar keine Aussicht auf einen erfolgreichen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid sehen, dann sollten Sie die Geldstrafe unbedingt innerhalb der angegebenen Frist begleichen. Dann nämlich gewähren italienische Behörden Ihnen sogar einen Rabatt von bis zu 50 Prozent auf das Bußgeld.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. In Italien gelten prinzipiell dieselben Verkehrsverstöße wie in Deutschland, nur werden diese größtenteils härter sanktioniert.
  2. Auf italienischen Autobahnen gilt für PKW das Tempolimit von 130 km/h.
  3. Für Fahranfänger gilt eine Probezeit von drei Jahren. Zudem werde auch alle Fahrer unter 21 Jahren als Fahranfänger eingestuft.
  4. In der Probezeit gilt die 0,0-Promille-Grenze
  5. Auch LKW- und Busfahrer müssen hinter dem Steuer absolut nüchtern sein.
  6. Erfahrene PKW-Fahrer dürfen bis 0,5 Promille Alkohol im Blut haben.
  7. Bußgeldbescheide aus Italien können auch in Deutschland vollstreckt werden.
  8. Strafzettel müssen innerhalb von 360 Tagen den Verkehrssünder in Deutschland erreichen.
  9. Die Verjährungsfrist für die Vollstreckung von Bußgeldern aus Italien beträgt fünf Jahre.
  10. Bußgeldbescheide müssen in deutscher Sprache verfasst sein, Einsprüche dagegen sind nur auf Italienisch gültig.
  11. Winterreifen sind in Italien ein Muss; andere Reifen müssen den Geschwindigkeitsindex „Q“ vorweisen.
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