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Geblitzt mit dem Handy am Ohr: Was Ihnen jetzt droht?

Mit dem Handy geblitzt – welche Strafe droht mir?

Wer mit einem Handy am Steuer erwischt wird, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen und hohe Bußgelder bezahlen. Diese können sich auf bis zu 200 Euro belaufen, wenn durch die Nutzung des Handys eine Sachbeschädigung verursacht wurde. Auch Fahrverbote können ausgesprochen werden. Wie hoch die Strafen genau ausfallen, können Sie der folgenden Bußgeldtabelle entnehmen.

Tatbestand Bußgeld Punkte  Fahrverbot
verbotswidrige Benutzung des Handy am Steuer 100,00 € 1
  • mit Gefährdung
150,00 € 2 1 Monat
  • mit Sachbeschädigung
200,00 € 2 1 Monat

Folgt ein doppeltes Bußgeld für Geblitzt und Geschwindigkeitsübertretung?

Wenn Sie mit dem Auto wegen zu hoher Geschwindigkeit oder bei Rot über die Ampel geblitzt werden und gleichzeitig das Handy am Ohr oder in der Hand haben, begehen Sie damit zwei Vergehen laut Straßenverkehrsordnung StVO.

In diesem Fall spricht man von Tateinheit. Das Gesetz sieht hier vor, das höhere Bußgeld voll zu zahlen, das niedrigere entfällt.

In der Praxis wird das aber in der Regel anders gehandhabt: Meist ist es so, dass das höhere Bußgeld für die Ordnungswidrigkeiten vollständig und das niedrigere Bußgeld zur Hälfte bezahlt werden muss.

Beispiel Bußgeldregelung bei zwei Ordnungswidrigkeiten

Müssen Sie also eigentlich 100 Euro für das Handy am Steuer und 30 Euro für die Geschwindigkeitsüberschreitung bezahlen, so beläuft sich das tatsächliche Bußgeld auf 115 Euro.

 

Regelung für Punkte und Fahrverbot bei Tateinheit

Nebenfolgen wie Punkte in Flensburg oder Fahrverbote sind von dieser Regelung nicht betroffen. Strafen dieser Art können nicht reduziert werden.

 

Was sagt die STVO dazu?

In der StVO ist unter § 23 festgehalten, dass ein Mobiltelefon während der Fahrt nicht erlaubt ist, wenn Sie das Gerät dabei halten oder aktiv bedienen müssen. Dies wird mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Wird beim Telefonieren eine Geschwindigkeitsüberschreitung begangen, liegen gleich zwei Vergehen vor.

 

Gilt Tateinheit oder Tatmehrheit?

In diesem Fall – Sie nutzen Ihr Handy am Steuer und sind dabei zu schnell unterwegs – haben Sie zwei Ordnungswidrigkeiten zur gleichen Zeit begangen. Man bezeichnet dies als Tateinheit.

Wussten Sie schon…?

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Wann liegt eine verbotene Verwendung des Handy am Steuer vor?

Viele Autofahrer denken, dass nur das Handy am Ohr – also das tatsächliche Telefonieren – ein Vergehen darstellt. Das stimmt allerdings nicht. §23 der StVO ist hier eindeutig. Das Handy darf „weder aufgenommen noch gehalten“ werden.

Für die Bewertung des Sachverhalts und für die Ermittlung des Bußgeldes macht es keinen Unterschied, ob Sie das Handy am Ohr haben oder nur in der Hand halten. Schließlich ist auch das Lesen oder Versenden von Nachrichten eine relevante Ablenkung.

Die Nutzung des Handys darf also nur über eine Sprachsteuerung oder Vorlesefunktion erfolgen, sodass das Gerät nicht in der Hand gehalten werden muss. Das Handy darf nur in der Hand gehalten und bedient werden, wenn das Fahrzeug steht – und offiziell auch nur bei ausgeschaltetem Motor.

Was hat es für Folgen, wenn ich in der Probezeit mit Handy am Steuer geblitzt werde?

Das Handy am Steuer wird als A-Verstoß gewertet. In der Folge verlängert sich die Probezeit um weitere zwei Jahre. Zudem muss ein Aufbauseminar belegt werden. Die Geschwindigkeitsübertretung zählt erst ab 21 km/h als A-Verstoß.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  1. Wer mit Handy am Ohr/in der Hand bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt wird, begeht zwei Ordnungswidrigkeiten in Tateinheit
  2. Das höhere Bußgeld muss ganz, das niedrigere nur zur Hälfte bezahlt werden
  3. Punkte und Fahrverbote werden nicht reduziert
  4. Es macht keinen Unterschied, ob sich das Handy am Ohr oder nur in der Hand befindet
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