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MPU wegen Punkten – alle Besonderheiten!

Zu oft zu schnell gefahren, zu viele rote Ampeln missachtet, zu oft mit Alkohol am Steuer erwischt worden und schon hat das persönliche Konto im Flensburger Fahreignungsregister die Grenze von acht Punkten erreicht. Die Fahrerlaubnis wird entzogen, doch droht automatisch auch eine MPU? Falls ja, wie läuft diese ab und was kostet sie? Alle Antworten und Infos zu “MPU wegen Punkten” haben wir hier für Sie zusammengetragen.

MPU wegen Punkten wann 

Zunächst einmal ist die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung keine zwangsläufige Konsequenz, die sich aus acht und mehr Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg automatisch ergibt.  

Tatsächlich wird zunächst “nur” die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten verhängt. Ob zusätzlich eine MPU angeordnet wird, liegt im Ermessen der Fahrerlaubnisbehörde. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass wegen zu vieler Punkte in Flensburg eine MPU angeordnet wird, steigt vor allem mit: 

  • häufigen schweren Verkehrsverstößen in einem kurzen Zeitraum 
  • Punkten wegen Alkohol oder Drogen am Steuer 

Erweist man sich also als notorischer Verkehrssünder, der in kurzer Zeit viele Punkte sammelt oder ist man betrunken am Steuer / unter Einfluss von Drogen gefahren – hat man also vorsätzlich gegen die Verkehrsregeln verstoßen und diese nicht bloß fahrlässig missachtet – , können diese Verkehrsvergehen in Kombination mit einem hohen Punktestand mit größerer Wahrscheinlichkeit zu einer MPU führen. 

  • 46 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)formuliert es so: 

“Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies gilt insbesondere, wenn […]  erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde und dadurch die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen ist.” 

Hat man die Punkte jedoch eher über einen längeren Zeitraum gesammelt und das vor allem aufgrund verkehrssicherheitsbeeinträchtigender Ordnungswidrigkeiten (Abstandsverstöße, Parkverstöße, Handy am Steuer, etc.), ist die Anordnung einer MPU eher unwahrscheinlich, jedoch nicht unmöglich. 

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MPU wegen Punkten Anordnung

Wie erfahre ich, ob ich eine MPU wegen Punkten machen muss? Mit dem Entzug der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde macht sich diese ein Bild von Ihnen, also vor allem mithilfe eins polizeilichen Führungszeugnisses und auch mit einem Auszug aus dem Fahreignungsregister.

Innerhalb ihres Ermessensrahmens entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde dann, ob Sie vor dem Beantragen der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung machen lassen müssen.

In einigen Fällen, also vor allem wenn in kurzer Zeit wiederholt krasse Verkehrsverstöße begangenen wurden und/oder wenn Alkohol und Drogen im Spiel waren, stellt sich die Frage “MPU wegen Punkten ja/nein” überhaupt nicht.

In anderen Fällen wiederum kann es grenzwertiger sein.

Ein Anruf bei der Fahrerlaubnisbehörde kann Klarheit und Planungssicherheit schaffen. Wartet man nämlich das offizielle Schreiben der Verkehrsbehörde ab, kann bereits wertvolle Zeit verstrichen sein, die man beispielsweise für einen MPU-Vorbereitungskurs oder einen Abstinenznachweis hätte verwenden können.

Wussten Sie schon…?

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Punkte davor abbauen

Muss ich zu einer MPU, wenn ich davor Punkte abgebaut hatte? Gerade geringfügigere Vergehen, also jene, die mit einem Punkt geahndet werden, werden ja bereits nach 2,5 Jahren aus der Flensburger Kartei Punkte gelöscht. Bei Vergehen, die mit zwei Punkten geahndet werden, beträgt die Tilgungsfrist der Einträge fünf Jahre und bei Vergehen, die mit 3 Punkten sanktioniert werden, ganze zehn Jahre.

So weit, so klar. Geht man jetzt aber beispielsweise davon aus, dass man:

  • bereits sieben Punkte auf dem Konto hatte
  • davon zwei in den letzten Monaten getilgt wurden
  • man jetzt aber wegen Nötigung im Straßenverkehr drei Punkte bekommen hat,

ergeben sich wiederum acht Punkte. Die unausweichliche Folge: Die Entziehung der Fahrerlaubnis!

Es spielt also keine Rolle, ob man – bevor man die Marke von acht Punkten erreicht hat – Punkte abbauen konnte und damit unter acht Punkten war. Sobald diese Grenze erreicht wird, wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Ob es trotz Punkteabbau zu einer MPU kommt, hängt vom Einzelfall ab. Für welche Vergehen wurden die Punkte vergeben? Wie lange war der Zeitraum dazwischen?

Natürlich kann es “MPU-hemmend” wirken, wenn man Punkte abgebaut hat, eben weil man sich mindestens zweieinhalb Jahre nichts hat zu Schulden hat kommen. Andererseits: Wenn die Vergehen vor allem in der Kategorie mit 3 Punkten lagen, man zwar zwischenzeitlich Punkte abbauen konnte, nun aber wieder einen “3er” kassiert, erweckt das bei der Fahrerlaubnisbehörde nicht unbedingt Zuversicht hinsichtlich der Fahreignung des Betroffenen.

MPU wegen Punkte Vorbereitung

Wie kann ich mich auf eine MPU wegen Punkten vorbereiten? Es gibt Anbieter von MPU-Vorbereitungskursen, die spezielle Module für MPU wegen Punkten anbieten. Wichtig ist hierbei, dass der Fokus auf den Verkehrsdelikten liegt, die vor allem zu den Punkten und damit zum Entzug der Fahrerlaubnis und zur Anordnung der MPU führten.

Eine MPU-Vorbereitung zu besuchen, die auf MPU wegen Alkohol oder Drogen zugeschnitten ist, ergibt also wenig Sinn.

Bei einem MPU-Vorbereitungskurs wegen Punkten muss das Erkennen wiederkehrender Verhaltensmuster und das Erarbeiten von Strategien im Vordergrund stehen, die langfristig verhindern, dass man künftig wieder aggressiv, notorisch über rote Ampeln oder zu schnell fährt.

MPU wegen Punkten Ablauf

Bei einer MPU wegen Punkten, gibt es neben dem eigentlichen Ablauf auch einen sogenannten Vorlauf.

Der Vorlauf

Hat die Fahrerlaubnisbehörde entschieden, dass zur Klärung der Fahreignungsfrage ein Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) vorgelegt werden muss, Der Betroffene selbst kann sich nun für eine BfF seiner Wahl entscheiden und diese der Fahrerlaubnisbehörde nennen. Diese wiederum schickt die Führerscheinakte an die Begutachtungsstelle und einen Zahlungsträger an den Betroffenen. Sobald die Kosten für die MPU überwiesen sind, vereinbaren BfF und Betroffener einen Termin für die MPU.

Der Ablauf

Soweit keine Indikationen vorliegen, die auf eine Erkrankung und/oder auf Alkohol-/Drogensucht hinweisen, wird der medizinische Teil der MPU ohne entsprechende Scrrenings ablaufen.

Auch die psychophysiologischen Leistungstests (Linienverfolgungstest, Mehrfachreaktionstest, etc.) sind Teil der MPU wegen Punkten. Welche Tests genau durchlaufen werden müssen, bleibt dem Gutachter überlassen. Spezielle Tests für MPU wegen Punkten gibt es in diesem Sinne nicht.

Im psychologischen Gespräch wiederum werden die Verstöße, die zu den Punkten und damit zur MPU führten, im Fokus stehen. Wie kam es dazu, dass man in so kurzer Zeit so viele Punkte wegen Tempoverstößen, Nötigung, Rotlichtverstößen, etc. bekommen hat? Warum/Unter welchen Umständen wurden diese Verkehrsregeln immer wieder missachtet? Was hat der Betroffene bereits getan, um eine stabile Verhaltensänderung herbeizuführen? Was wird er tun, um künftig eben keine Punkte mehr zu bekommen?

Anders als bei Alkohol- oder Drogenverstößen gibt es bei einer MPU wegen Punkten keinen Abstinenznachweis, mit dem man die eigene Läuterung und Veränderung unterstreichen könnte. Andererseits kann der Nachweis des Besuchs einer MPU-Vorbereitung oder auch von Gesprächen mit Verkehrstherapeuten/Verkehrspsychologen untermauern, dass man sich geändert hat und alles tut, um nicht wieder verkehrsauffällig zu werden.

Unterschied zu MPU wegen Punkte zu Alkohol/Drogen MPU

Besteht man eine MPU wegen Punkten leichter als eine wegen Alkohol/Drogen? Wurde eine MPU wegen Drogen oder Alkohol am Steuer angeordnet, ist es nicht selten der Fall, dass vor Beginn der MPU ein Nachweis über die eigene Abstinenz erbracht werden muss bzw. Freiwillig erbracht werden kann. Einerseits ist das mit mehr Aufwand und mit mehr Kosten verbunden, andererseits bekröftigt ein Abstinenznachweis von 3,6 oder auch 12 Monaten, dass der Betroffene wirklich etwas an seinem Verhalten geändert hat und künftig konsequent(er) zwischen Konsum und Autofahren trennen wird.

Bei einer MPU wegen Punkten muss man zwar keinen Abstinenznachweis erbringen bzw. Entfallen beim medizinischen Teil die Alkohol- und Drogen-spezifischen Screenings. Nur muss der Betroffene in diesem Fall seine Bereitschaft zur Veränderung bzw. bereits angestoßene Veränderungen auch irgendwie belegen, also auch eine Art Nachweis von der Abstinenz vom Rasen oder Nötigen erbringen.

Kann er wirklich nichts Schriftliches vorlegen (beispielsweise Nachweise über den besuch von Anti-Agressionstrainings, Selbsthilfegruppen), muss er den Gutachter beim psychologischen Gespräch alleine durch das, was er sagt und wie er sich verhält, von seiner wiederhergestellten Fahreignung überzeugen.

MPU wegen Punkten Kosten

Sicher fallen die Kosten insgesamt niedriger aus, weil eben keine Alkohol- oder Drogenscreenings notwendig sind. Auch die Kosten für einen Abstinenznachweis vor Beginn der MPU entfallen. Dennoch sollte insgesamt mit Kosten von 450 Euro bis zu etwa 800 Euro gerechnet werden. Wie viel Geld genau eine MPU wegen Punkten kostet, hängt letztlich immer von der jeweiligen Begutachtungsstelle für Fahreignung ab.

Bei einem ersten persönlichen Kontakt können Kostenfragen meist schnell geklärt werden. Und natürlich sollten sie das auch, bevor man der Fahrerlaubnisbehörde die Begutachtungsstelle nennt, bei der man die MPU machen möchte.

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