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MPU im Ausland: geht das?

In Deutschland ist die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) eine zeit- und kostenaufwendige Sache, die sich jedoch – einmal angeordnet – kaum umgehen lässt. Gibt es Alternativen zur MPU in Deutschland, wie etwa eine MPU im Ausland? Erkennen deutsche Fahrerlaubnisbehörden MPU-Gutachten aus dem Ausland an? Lassen sich mit einer ausländischen MPU wirklich Kosten und Zeit sparen und welche Optionen gibt es sonst noch, um eine MPU in Deutschland legal zu umgehen? Antworten darauf haben wir hier für Sie zusammengefasst.

MPU im Ausland möglich

Ja, eine verkehrspsychologische Untersuchung im Ausland zu machen, ist möglich. Doch die Anerkennung eines MPU-Gutachtens aus dem Ausland durch deutsche Fahrerlaubnisbehörden ist hingegen eher unwahrscheinlich. Zumindest müssen diese die aus dem Ausland stammende Beurteilungen bzw. Begutachtungen der Fahreignung nicht automatisch anerkennen.  

Deutsche Fahrerlaubnisbehörden müssen überprüfen, ob das ausländische MPU-Gutachten gemäß der Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurde. Denn an diese Standards müssen sich schließlich auch in Deutschland ansässige Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) halten. 

Treten seitens der deutschen Fahrerlaubnisbehörden also Zweifel hinsichtlich der Aussagekraft, Methodik oder Schlüssigkeit des MPU-Gutachtens aus dem Ausland auf, können sie auf eine Ergänzung des Gutachtens durch eine deutsche BfF oder gar auf ein neues MPU-Gutachten bestehen. 

Knackpunkt MPU Alkohol- und Drogenscreenings

Gerade mit Hinblick auf MPU, die in Deutschland aufgrund von Alkoholfahrten und Fahrten unter Einfluss von Drogen angeordnet wurden, müssen seitens der Labore, die die Screenings (Urin- und Haarproben, Leberwerte, etc.) durchführen strenge Standards eingehalten werden, die den Beurteilungskriterien zur Fahreignungsdiagnostik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) entsprechen müssen. 

Über die Probenentnahmen, die Zuordnung zur betroffenen Person bis hin zur chemisch-toxikologischen Analysen der Proben dürfen die Alkohol- und Drogenscreenings, die bei einer MPU im Ausland durchgeführt werden, nicht von den in Deutschland geltenden Qualitätsanforderungen für Labore abweichen. 

Das wiederum erweist sich aber immer wieder als nicht gegeben oder nicht nachvollziehbar. 

Knackpunkt Abstinenznachweis

Wird in Deutschland eine MPU angeordnet und dazu festgelegt, dass der Betroffene davor einen Abstinenznachweis von mehreren Monaten oder gar einem Jahr vorweisen muss, gilt dies eben auch für eine MPU im Ausland. Labore, die entsprechende Nachweise durch Proben von Urin oder Haaren erbringen sollen, müssen ebenso den Beurteilungskriterien zur Fahreignungsdiagnostik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) genügen. 

Wird im Ausland zudem eine MPU auch dann durchgeführt, wenn kein Abstinenznachweis erbracht wurde, dieser aber in Deutschland notwendig ist, wird die Fahrerlaubnisbehörde das MPU-Gutachten aus dem Ausland nicht anerkennen. 

Wussten Sie schon…?

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MPU aus dem Ausland gültig

Ist eine MPU aus dem Ausland in Deutschland gültig? Theoretisch kann eine Fahrerlaubnisbehörde ein MPU-Gutachten aus dem Ausland anerkennen, womit es gültig wäre und man die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragen könnte.

Nur gelten, wie ja bereits gesagt, strenge Qualitätsanforderungen an die Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) in Deutschland. Genau diese müssen sowohl inländische wie auch ausländische BfF und deren MPU-Gutachten erfüllen.

Bestehen seitens der Fahrerlaubnisbehörden Zweifel an dem MPU-Gutachten oder wurde die eigentliche zentrale Fragestellung bezüglich der Fahreignung nicht (eindeutig) geklärt, muss das Gutachten in Teilen oder als Ganzes in Deutschland überprüft werden – dann eben durch eine seitens der BASt amtlich anerkannten Begutachtungsstelle in Deutschland.

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Führerschein im Ausland ohne MPU

Kann ich den Führerschein im Ausland auch ohne MPU machen? Ja, das ist möglich. Wurde nämlich in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen und die Wiedererteilung an eine MPU gebunden, können Sie dennoch im EU-Ausland einen Führerschein erwerben – ohne den Nachweis eines positiven MPU-Gutachtens.

Damit Sie einen Führerschein im EU-Ausland machen können und dieser auch ohne MPU-Nachweis in Deutschland gültig ist, ist es notwendig, dass:

  • Sie Ihren ordentlichen Wohnsitz mindestens für 185 Tage im Jahr in diesem EU-Land haben.
  • Sie die im Ausland notwendigen Fähigkeiten, Voraussetzungen und Kenntnisse nachweisen, die für eine Fahreignung notwendig sind (also bestandene theoretische und praktische Fahrprüfung)
  • Eine in Deutschland verhängte Sperrfrist vor dem Erwerb des EU-Führerscheins abgelaufen ist.

Möglich macht das alles die EU-Führerscheinrichtlinie. Ihr zufolge gilt eine gegenseitige Anerkennung von Führerscheinen innerhalb der Länder der Europäischen Union. Hat man also trotz MPU-Anordnung in Deutschland den Führerschein im EU-Ausland rechtmäßig erworben, gilt dieser dann auch uneingeschränkt hierzulande.

Selbst bei der erneuten Wohnsitznahme in Deutschland und der damit verbundenen Umschreibungspflicht auf einen deutschen Führerschein, muss der Nachweis einer MPU nicht erbracht werden. Schließlich müssen auch deutsche Behörden davon ausgehen, dass wenn Führerscheinstellen im EU-Ausland eine neue Fahrerlaubnis ausstellen, sie zuvor überprüft haben, dass die Mindestvoraussetzungen erfüllt worden sind.

Kosten vs. Nutzen beim Führerschein im EU-Ausland

Den Führerschein trotz MPU-Anordnung in Deutschland im europäischen Ausland zu machen, stellt tatsächlich eine legale Alternative zum obligatorischen positiven Gutachten einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung in Deutschland dar.

Trotzdem sollten immer die dabei entstehenden Kosten (Miete, Fahrschule, etc.) gegenüber dem Nutzen abgewogen werden.

Bereitet man sich nämlich gut auf eine MPU in Deutschland vor – also beispielswiese in Form von MPU-Seminaren, Einzelgesprächen, MPU-Simulationen, etc. – können die Kosten zwar im niedrigeren dreistelligen Bereich liegen, doch im Gegensatz zu den Kosten, die durch einen mindestens halbjährigen Aufenthalt im EU-Ausland samt Führerscheinprüfung entstehen, könnten die MPU-Kosten tatsächlich zu vertreten sein.

Knackpunkte Sperrfrist und Wohnsitzregelung

Verstößt man beim Erwerb eines EU-Führerscheins, ob nun zur Umgehung der MPU oder auch nicht, gegen die Sperrfrist oder Wohnsitzregelung, fährt man in Deutschland ohne Fahrerlaubnis. Das wiederum stellt eine Straftat dar.

Während sich nun die Einhaltung der Sperrfrist leicht überprüfen lässt, indem man das Ausstellungsdatum des ausländischen Führerscheins mit dem Datum des Ablaufs der in Deutschland verhängten Sperrfrist über das zentrale Verkehrsregister vergleicht, verhält es sich mit der Wohnsitzregelung anders.

Die Überprüfung der Einhaltung dieser Wohnsitzregelung obliegt nämlich einzig und alleine dem EU-Staat, der die Fahrerlaubnis ausgestellt hat.

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