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MPU Psychologischer Test / Gespräch

Das Medizinisch-Psychologische Gutachten „attestiert“ eine bestehende, bedingte oder fehlende Fahreignung.

Einfach Reue zeigen, dann klappt das schon! – wer so denkt, hat gute Chancen den etwa einstündigen psychologischen Test nicht zu bestehen. Ein sehr deutliches Indiz für ein negatives Ergebnis ist etwa die Beendigung des Gesprächs bereits nach wenigen Minuten. Die Psychologen sind geschult, Wahrheit und Unwahrheit bzw. echte Reue und den wirklichen Willen zur Verhaltensänderung zu erkennen.

MPU-Fragen im Psychologen-Gespräch

Im Rahmen des psychologischen Gesprächs, das meist als Abschluss einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung stattfindet, werden seitens des Psychologen eine Reihe von Fragen gestellt. Die Antworten auf diese Fragen und auch die Art und Weise, wie diese Fragen im psychologischen Gespräch beantwortet werden, sollen unter anderem Aufschluss darüber geben:

  • inwieweit seitens des MPU-Teilnehmers wirkliche Einsicht in das eigene Fehlverhalten im Verkehr vorhanden und diese auch (weiter) ausgebildet wurde.
  • ob der MPU-Teilnehmer sich Gedanken darüber gemacht hat, wie er sein Verhalten im Verkehr künftig so stabilisieren kann, dass es nicht mehr zu einem entsprechendem Verkehrsverstoß kommt.
  • wie der MPU-Teilnehmer seine eigene Lage, sein eventuelles Suchtverhalten, Aggressionen, etc. einschätzt und gelernt hat, dies zu kontrollieren.
  • ob und wie sich der MPU-Teilnehmer speziell auf dieses Gespräch und insgesamt auch auf die MPU vorbereitet hat und die Feststellung seiner Fahreignung damit auch wirklich ernst nimmt.

Welche Fragen genau werden im psychologischen Gespräch bei einer MPU gestellt?

Generell lässt sich sagen, dass kein allgemeingültiger Fragenkatalog für das psychologische Gespräch als Teil einer MPU existiert. Schließlich sind die Vergehen der MPU-Teilnehmer ebenso individuell wie sie als Menschen selbst.  Entsprechend individuell sind dann auch die Fragen, die bei einem psychologischen Test während einer MPU gestellt werden. Insofern kann die Auflistung unten auch nur als eine Art Orientierung dienen.

Allgemeine Fragen

Zum Einstieg in das psychologische Gespräch wird der psychologische Gutachter wahrscheinlich eher allgemeine Fragen stellen, also beispielsweise danach, wie es einem geht, wie man sich gerade fühlt, wie man die anderen Teiluntersuchungen empfunden hat oder auch, wie der Anfahrtsweg oder auch der gestrige Abend waren. Diese Fragen sollten nicht unbedingt als Fangfragen gewertet werden.

Sie helfen dem Psychologen eher dabei, den Gegenüber etwas besser zu verstehen: Ist der MPU-Teilnehmer  offen, ehrlich und zugänglich? Oder spielt er eine Rolle? Wirkt das, was er auf diese allgemenen Fragen antwortet, offen und ehrlich oder eher einstudiert, hölzern und wie auswendig gelernt?

Fragen zum Verhalten und zu Veränderungen

„Wie würden Sie Ihr damaliges Verhalten beschreiben?“Wie schätzen Sie Ihr heutiges Verhalten ein?“ „Wie, glauben Sie, würden Sie heute auf bestimmte Situationen im Verkehr reagieren?“ „Wie genau hat sich Ihr Verhalten verändert?“Wie stellen Sie sicher, dass es künftig nicht wieder zu einem solchen Verstoß kommt?“ Solche und ähnliche Fragen kann ein MPU-Gutachter in einem psychologischen Gespräch stellen. Das tut er um die Beweggründe für den begangenen Verkehrsverstoß bzw. für die begangenen Verkehrverstöße zu verstehen. Außerdem versucht der Gutachter in einem psychologischen Gespräch auch, Anhaltspunkte für eine Verhaltensprognose zu finden: Was in den Antworten spricht für oder gegen eine stabile Verhaltensveränderung?

Die Antworten auf diese sehr konkreten Fragen sollten weniger punktuell ausfallen, sondern widerspiegeln, dass man sich langfristig geändert hat und dies auch beibehalten will.„Ich trinke nicht mehr, wenn ich Auto fahre!“ würde zwar darauf hinweisen, dass man aus seinem Alkoholverstoß gelernt hat. Es würde andererseits aber neue Fragen aufwerfen, beispielsweise, ob der MPU-Teilnehmer ansonsten aber weiterhin unkontrolliert Alkohol konsumiert und ob sein Trennungsvermögen zwischen Alkohol und Autofahren wirklich so strikt ist.

Was der Psychologe bei einem MPU-Gespräch ebenso verstehen will, ist, ob auch Veränderungen an Faktoren reflektiert und vorgenommen wurden, die im engen Kontext zum Verkehrsverstoß stehen, also beispielsweise die eigene Rolle und das Verhalten im familiären und beruflichen Umfeld oder auch im Freundes- und Bekanntenkreis.

Nicht selten nämlich entstehen Alkohol-, Drogen- oder auch Medikamentenmissbrauch ebenso wie Aggressionen aus Gründen, die zunächst wenig mit dem Autofahren an sich zu tun haben, sich dann aber auf das Verkehrsverhalten auswirken.

Das Thema Alkohol und Drogen

Gerade wenn eine MPU aufgrund von Alkohol– oder Drogenverstößen angeordnet wurde, werden Fragen danach ganz sicher Bestandteil des psychologischen Gesprächs sein. Wie hat man die Zeit der Abstinenz oder des kontrollierten Trinkens erlebt? Wie fühlt man sich jetzt, nach einer längeren Zeit ohne Alkohol oder Drogen? Welche Veränderungen hat diese Enthaltsamkeit bewirkt? Wie würde man heute auf sein gestriges Alkohol- oder Drogen-ICH schauen und was würde man ihm sagen?

Solche oder ähnliche Fragen sollen dazu führen, dass der Psychologe versteht, ob und inwieweit der MPU-Teilnehmer sein (bestehendes oder überwundenes) Alkohol- oder Drogenproblem auch selbst als solches wahrnimmt oder ob er eher von einer einmaligen Sünde überzeugt ist, die rein gar nichts mit seinem eigentlichen Charakter zu tun hat.

Ehrlichkeit und wirkliche Einsicht siegen

Genauso wenig, wie es festgelegte Fragen in einem psychologischen Gespräch während einer MPU gibt, existieren auch Blaupausen für die besten Antworten darauf. Letztlich gilt die Maxime: Wirkliche Einsicht und Ehrlichkeit mit sich selbst sind die besten Antworten auf alle Fragen. Psychologen sind erfahrene Experten. Sie verstehen sofort, wenn ihnen jemand in einem psychologischen Gespräch „nach dem Mund redet“ oder gefällige, beliebige und auswendig gelernte Antworten gibt. Das schließlich weist dann eher auf Uneinsichtigkeit und damit auf eine immer noch nicht wiederhergestellte Fahreignung hin.

Warum stellt der der MPU Psychologe Fragen zu meiner Persönlichkeit?

Um Ihr Verhalten richtig einordnen zu können, muss der Psychologe Ihre ganze Persönlichkeit kennen.

Daher werden Ihnen zunächst Fragen zum Lebenslauf (Elternhaus, Ausbildung, Beruf, Familienstand, Kinder, finanzielle Verhältnisse, Trinkgewohnheiten, Operationen, etc.) gestellt. Anschließend erörtern Sie gemeinsam mit dem Psychologen Ablauf und Ursachen etwaiger Gesetzesverstöße und die von Ihnen daraus gezogenen Lehren.

Video: Einführung zum psychologischen Untersuchungsgespräch

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Wussten Sie schon…?

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Besonderheit bei Alkohol- und Drogendelikten

Damit der Gutachter beurteilen kann, ob von Ihrem Umgang mit Alkohol oder Drogen kein Risiko für die Verkehrsteilnahme mehr ausgeht, werden

  • Ihr Alkohol- oder Drogenkonsum der Vergangenheit und Gegenwart eingehend besprochen
  • Ihre Überlegungen für Ihren zukünftigen Umgang mit Alkohol oder Drogen und
  • Ihre Vorkehrungen zum Schutz vor einem Rückfall in die früheren Verhaltensweisen erörtert.

 

Besonderheit bei verkehrsrechtlichen oder strafrechtlichen Auffälligkeiten

Damit der Gutachter beurteilen kann, ob von Ihnen zukünftig kein erhöhtes Risiko für die Verkehrssicherheit mehr ausgeht, werden:

  • die Ursachen der einzelnen Verkehrs- bzw. Gesetzesverstöße erörtert
  • Ihre Überlegungen für Ihr zukünftiges Verhalten im Straßenverkehr erfragt
  • die Konsequenzen behandelt, die Sie aus Ihren Delikten gezogen haben
  • Ihre Vorkehrungen zum Schutz vor einem Rückfall in die früheren Verhaltensweisen besprochen.

Ein positives Ergebnis bzw. eine erfolgreiche MPU hängt entscheidend davon ab, ob Sie dabei mitwirken, alle erforderlichen Fragen zu klären. Mangelnde Kooperationsbereitschaft ist daher absolut hinderlich. Sie sollten die Zeit nutzen, um all jene Dinge mitzuteilen, die Ihnen für die Beurteilung wichtig erscheinen. Haken Sie ein, wenn Sie etwas nicht verstehen, um Missverständnisse auszuräumen. Scheuen Sie sich nicht Rückfragen zu stellen.

Das psychologische Untersuchungsgespräch wird vom Gutachter protokolliert. Das Gesprächsprotokoll wird als Befund im Gutachten aufgenommen. Sofern es möglich ist, erhalten Sie unmittelbar nach der Begutachtung eine Sachstands- oder erste Ergebnismitteilung.

Sollte Ihr Gutachtenergebnis nicht positiv ausfallen, gibt Ihnen der Gutachter Hinweise, welche Schritte zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis sinnvoll wären.

Das Gutachten wird Ihnen in der Regel innerhalb von 10 Werktagen zugestellt, es sei denn, Sie wünschen eine direkte Übersendung des Gutachtens an Ihre Fahrerlaubnisbehörde.

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