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MPU Vorbereitung – worauf muss ich achten?

Ist eine MPU-Vorbereitung überhaupt notwendig?

Anlass und Fragestellungen, die zur Anordnung einer MPU durch die Fahrerlaubnisbehörde führen, beziehen sich immer auf individuelle Fehlverhalten und Verhaltensweisen im Verkehr . Es gibt daher kein „Geheimrezept“ der Vorbereitung auf die Prüfung. Es gibt auch keine „guten“ Begutachtungs­stellen, bei denen es leichter ist, ein positives Gutachten zu bekommen.

Fakt ist nämlich, dass alle Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) bei der Durchführung einer MPU den Begutachtungsleitlinien der Bundesanstalt für Straßenwesen folgen müssen. Bei aller Individualität der Verkehrsvergehen und Persönlichkeiten, gelten also objektive und miteinander vergleichbarer Kriterien zur Begutachtung der jeweiligen Kraftfahreignug.

Dennoch ist unbestritten, dass die MPU vielen Angst macht und gerade das Gespräch mit einem Verkehrspsychologen als Teil der MPU für viele eine sehr hohe Hürde darstellt. Diese Hürde kann mithilfe einer rechtzeitigen Vorbereitung durch professionelle MPU-Vorbereitungskurse sinken, kann aber ebenso auch alleine genommen werden.

 

Ob Sie sich mit professioneller Hilfe auf die Untersuchung vorbereiten, bleibt also alleine Ihnen überlassen.

  • Es steht allerdings fest, dass deutlich mehr Teilnehmer den Test bestehen, wenn sie eine solche Hilfe rechtzeitig in Anspruch genommen haben.

Die Vorbereitung muss zwar aus eigener Tasche bezahlt werden, könnte sich im Ergebnis aber lohnen. Das gilt vor allem, weil eine nicht bestandene MPU zwar wiederholt werden kann, dann aber auch erneut in voller Höhe bezahlt werden muss.

Ganz allgemein gilt: Setzen Sie sich mit Ihrem eigenen Verhalten kritisch auseinander. Es kommt auf die Aufarbeitung der Problematik durch den Betroffenen an, nicht auf das Wohlwollen des Gutachters. Sie sollten daher keinesfalls die Schuld auf andere schieben und sich als Opfer einer MPU-Anordnung oder eines unfairen Gutachters/Verfahrens darstellen.

MPU-Vorbereitung: Welche Möglichkeiten gibt es?

Neben kostenlosen MPU Vorbereitungsmaterialien online können sich auch persönliche Hilfe für die Vorbereitung auf die MPU holen. Verkehrspsychologen zufolge kann eine individuelle Verkehrstherapie die Erfolgsaussicht bei der Prüfung auf 90 Prozent erhöhen.

Eine solche Vorbereitung können Sie auf ganz unterschiedlichen Wegen angehen:

  1. Informationsabende: Viele Beratungsstellen bieten Informationsabende an, bei denen Ihnen nicht nur erklärt wird, welche Beratungsangebote es gibt, sondern auch wie viel diese kosten. Gleichzeitig lernen Sie die Beratungsstelle kennen und können deren Seriosität besser einschätzen.
  2. Gruppenkurse: In Gruppenkursen werden Sie zusammen mit mehreren anderen Teilnehmern auf die MPU vorbereitet. Es gibt Kurse, die einen flexiblen Einstieg erlauben, andere wiederum nehmen bei laufendem Programm keine Teilnehmer mehr auf. Oftmals gibt es auch Kurse für spezielle Problemfelder, also für MPU, die anlassbezogen angeordnet wurden, beispielsweise aufgrund von Alkohol oder Drogen am Steuer. Manchmal kann mit dem Besuch solcher Kurse sogar eine mögliche Sperrzeit um bis zu drei Monate verkürzt werden. Das jedoch variiert von Bundesland zu Bundesland.
  3. Hilfe vom Psychologen: Beim Psychologen können Sie sich in einem umfassenden Einzelgespräch über alles Wichtige informieren. Auch der Psychologe wird in dem Gespräch mehr über Sie und Ihren Fall erfahren, Ihnen eine Einschätzung mitteilen und Ihnen weitere Handlungs­empfehlungen geben. Zwar ist eine solche Beratung nicht ganz billig, doch gerade wenn Sie nicht genau wissen, wie Sie die MPU-Vorbereitung angehen sollen, ist der Psychologe eine gute Anlaufstelle.
  4. Kurse vs. individuelle Gespräche: Eine MPU-Vorbereitung als Kurs oder in Form individueller Gespräche mit einem Psychologen – beide Möglichkeiten der Vorbereitung auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bergen Vor- und Nachteile. Während man in Vorbereitungskursen in engen Austausch mit ebenso Betroffenen gehen kann, kann ein Psychologe bei individuellen Gesprächen sehr viel intensiver auf persönliche Probleme bzw. auf die Faktoren, die die Fahreignung in Frage stellen, eingehen. Natürlich aber ist auch eine Kombination beider Vorbereitungsformate möglich.

Letztlich ist die antwort auf die Frage, welche MPU-Vorbereitung für Sie am ehesten in Frage kommt, immer auch mit der Frage nach dem individuellen Lerntyp verbunden. Gehen Sie bezüglich des Lernens lieber in den Austausch mit anderen Betroffenen? Lernen Sie lieber alleine oder sogar am liebsten zu Hause? Fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie Lernmaterial in der Hand halten oder bevorzugen Sie die Online-Variante?

MPU-Vorbereitungskurse gibt es viele und ebenso viele sind auf den jeweiligen Lerntyp zugeschnitten.

Und: Wenn’s beim ersten Mal nicht klappt – die MPU kann beliebig oft wiederholt werden.

Wussten Sie schon…?

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Welche Fragen werden in einer MPU-Vorbereitung gestellt?

Die Fragen während der MPU-Vorbereitung sollen Sie natürlich mit der realen Situation während der Untersuchung vertraut machen. Deshalb werden die Fragen gestellt, die Sie auch später beantworten werden müssen.

Diese Fragen könnten wie folgt lauten:

  • Warum ist es zur Tat/zum Verstoß gekommen?
  • Warum werden Sie sich jetzt anders verhalten?
  • Wie können Sie einen Rückfall in alte Verhaltensmuster vermeiden?

Die Fragen können natürlich variieren und folgen keinem Schema F. Das Gespräch dreht sich aber stets um Ihr in der Vergangenheit mangelhaftes Verhalten und wie Sie dies zukünftig verbessern können.

Es können zudem einige scheinbar unwichtige Fangfragen gestellt werden – zum Beispiel wie lange Sie schon den Führerschein besitzen. Wissen Sie dies nicht genau, folgert der Gutachter daraus, dass Sie sich nicht ernsthaft genug mit der MPU auseinandergesetzt haben.

Welche MPU-Vorbereitung wird anerkannt?

Eine professionelle MPU-Vorbereitung kann zwar ratsam sein, ist aber nicht verpflichtend. Deshalb braucht es auch keinen anerkannten Nachweis über eine mögliche Vorbereitung, um die MPU zu absolvieren. Wie bereits gesagt, kann der Besuch einer MPU-Vorbereitungsmaßnahme in manchen Bundesländern sperrfristverkürzend wirken, im besten Fall also zu drei Monaten Sperrfristverkürzung führen. In solchen Fällen wird also eine entsprechende MPU-Vorbereitung „anerkannt“.

Wann sollte ich mit einer MPU-Vorbereitung beginnen?

Grundsätzlich sollten Sie die MPU-Vorbereitung sofort beginnen, wenn Sie darüber informiert wurden, dass eine MPU angeordnet wurde. So haben Sie lange genug Zeit, sich die passenden Beratungsangebote auszusuchen und diese vollumfänglich wahrzunehmen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang immer, dass es um stabile und nicht nur um labile Verhaltensänderungen geht. Veränderungen des Verhaltens und von Angewohnheiten, die man sich im Zweifelsfall über Jahre hinweg unbewusst angeeignet hat, geschehen nicht von heute auf morgen. Sie müssen bewusst gemacht, betrachtet und letztlich geändert werden, indem man sich andere Verhaltensmuster antrainiert. Das schließlich bedarf Zeit. Je früher Sie sich also einen MPU-Vorbereitungskurs suchen und diesen intensiv besuchen, desto eher und besser können Sie sich auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung bei einer Beratungsstelle in Frankfurt, Berlin, Hamburg, München oder in Ihrer Nähe vorbereiten.

Kann ich die MPU mit einer Vorbereitung auf Anhieb bestehen?

Sie können die MPU sowohl mit als auch ohne Vorbereitung bestehen, auch auf Anhieb. Allerdings ist das Bestehen ohne Vorbereitung durchaus schwierig, weshalb es sinnvoll sein kann, sich über mögliche Beratungsangebote zu informieren.

Allerdings gibt es auch mit der Vorbereitung keine Gewissheit über das Bestehen. Sie sollten deshalb von Anbietern Abstand nehmen, die von einer Garantie oder einer 100% Erfolgsquote sprechen.

Letztlich geht es bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung immer auch um eine Art Prüfung. Intensive Vorbereitungen auf Prüfungen wiederum stellen niemals eine Garatie des Bestehens dar, doch das Gefühl, sich ausgiebig vorbereitet zu haben und zu wissen, welche Eignungskriterien bei einer MPu speziell überprüft werden, verschafft Selbstvertrauen und somit bestimmt eine gute Basis für das Erreichen eines positiven MPU-Gutachtens.

Verlangt ein Gutachter den Nachweis einer MPU-Vorbereitung?

Es wird kein Nachweis über den Besuch eines MPU-Vorbereitungskurses oder von der Teilnahme an psychologischen Beratungsgesprächen verlangt oder als Voraussetzung für die MPU gefordert. Dennoch kann es einen guten Eindruck machen, wenn Sie eine MPU-Vorbereitung nachweisen können. Sie zeigen damit, dass Sie den Test ernstnehmen.

Weitere Fragen & Antworten

Leider gibt es auf dem Markt der MPU-Vorbereitung auch viele schwarze Schafe. Psychologen sollten in jedem Fall auf verkehrspsychologische Anwendungsgebiete spezialisiert sein. Auch die Kosten sollten bereits im Vorfeld transparent kommuniziert werden.

Zudem sollte eine Beratungsstelle Sie dazu anhalten, sich mit Ihrem Verhalten ehrlich auseinanderzusetzen, statt Antworten auswendig zu lernen, die den Gutachter überzeugen soll. Auch Garantien sollten nie ausgesprochen werden.

So gehen Sie vor:

  1. Eine MPU-Vorbereitung ist nicht verpflichtend, kann aber zu einem positiven MPU-Gutachten beitragen.
  2. Die MPU-Vorbereitung kann in Form von Gruppenkursen, Seminaren oder auch Einzelgesprächen stattfinden.
  3. Weder die Frage nach der Dauer noch nach den Kosten einer MPU-Vorbereitung kann pauschal beantwortet werden, weil diese Faktoren immer abhängig vom Anlass der MPU sind wie auch von sehr individuellen Faktoren (Lerntyp, Einsichtigkeit, etc.) beeinflusst werden können.
  4. Grob geschätzt, können MPU-Vorbereitungskurse zwischen 4 Wochen und 6 Monaten dauern und Kosten im mittleren bis höheren dreistelligen Bereich verursachen bzw. in Einzelfällen auch mehrere tausend Euro kosten.
  5. Seriöse Anbieter von MPU-Vorbereitungen werden von amtlich anerkannten verkehrspsychologischen Beratern durchgeführt und folgen den Begutachtungsleitlinien und Beurteilungskriterien der Bundesanstalt für Straßenwesen. Zudem bieten sie oft kostenlose Infoabende und ausführliches Infomaterial an.
  6. „Erfolgsgarantien“ oder „Geld-zurück“-Versprechen weisen eher auf unseriöse Anbieter hin.
  7. Mit einer MPU-Vorbereitung sollte man so früh wie möglich beginnen, denn eine langfristige Verhaltensänderung benötigt Zeit.
  8. Um eine MPU zu machen, muss man keine MPU-Vorbereitung nachweisen. Sie kann aber in bestimmten Fällen zur Sperrfristverkürzung von maximal 3 Monaten führen und vermittelt in jedem Fall die Bereitschaft, etwas zu verändern.
  9. Bei einer MPU-Vorbereitung wegen Alkohol oder Drogen sollte man mit Entwöhungsprogrammen, Abstinenznachweisen und einer Suchtberatung rechnen.
  10. Ungeachtet der Form der MPU-Vorbereitung und des MPU-Anlasses, sollte das Ziel in einer langfristigen Verhaltensänderung im Straßenverkehr durch Einsicht und ehrliche Selbstreflexion liegen. Dies gilt es nämlich den MPU-Gutachtern  glaubhaft und überzeugend zu vermitteln. Die gezielte Unterstützung dabei macht eine gute MPU-Vorbereitung aus.
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