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Kontrolliertes Trinken bei einer MPU: Wann und für wen eine Alternative?

Kontrolliertes Trinken oder Abstinenznachweis? Vor einer wegen Alkoholverstößen angeordneten MPU stellt sich diese Frage vielen Betroffenen. Doch, wann und für wen ist (selbst)kontrolliertes Trinken wirklich eine Alternative zur MPU-bedingten Alkoholabstinenz? Welche Nachweise müssen der Begutachtungsstelle für Fahreignung beim kontrollierten Trinken erbracht werden? Lesen Sie es hier!

Was ist kontrolliertes Trinken?

In den Begutachtungsleitlinien für Kraftfahreignung der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BaST) wird kontrolliertes Trinken als Alternative zur vollständigen Alkoholabstinenz genannt, wenn es um die Wiederherstellung der Voraussetzungen zum Führen von Kraftfahrzeugen geht. Denn auch kontrolliertes Trinken kann zu einer Verhaltensänderung in Sachen verbessertes Trennvermögen von Alkoholtrinken und Fahren führen.

Wenn man also bei einer MPU glaubhaft nachweisen kann, dass man seit dem Alkoholverstoß, der zur MPU-Anordnung führte, kontrolliert trinkt und nun Alkohol und Auto klar voneinander trennen kann, stehen die Chancen gut, ein positives MPU-Gutachten zu erhalten, dadurch die Fahreignung wieder zu erlangen und die Fahrerlaubnis wieder erteilt zu bekommen.

Kontrolliertes Trinken Alternative MPU Abstinenznachweis

Nicht jedem, der mit Alkohol im Blut hinterm Lenkrad eines Fahrzeugs erwischt wurde, traut die Fahrerlaubnisbehörde zu, dass er seinen Alkoholmissbrauch durch ein Trinktagebuch, durch Therapiegespräche oder andere stützende Maßnahmen in ein kontrolliertes Trinken umwandeln kann.

  • Gerade dann, wenn der Betroffene bereits mehrfach durch Alkoholverstöße aufgefallen ist oder auch, wenn er bereits älter ist, sinkt Studien zufolge der Wahrscheinlichkeit, dass ein kontrolliertes Trinken zu einem besseren Trennen von Alkohol und Autofahren führen wird.

Wenn also langjährigen Alkoholkarrieren vorliegen, bei denen Alkohol und Autofahren immer schon Hand in Hand gingen, werden kontrolliertes Trinken und eine damit verbundene stabile Verhaltensänderung hin zu keinem Tropfen Alkohol mehr hinterm Lenkrad eines Fahrzeugs wohl keine Alternative zum MPU-Abstinenznachweis darstellen. Ähnliches gilt, wenn man einmal oder gar mehrmals mitten am Tag angetrunken oder betrunken am Steuer erwischt wurde. Dann nämlich scheint es offensichtlich, dass man nicht mehr zwischen “normalem” Leben und Trinken trennen kann.

Wird man allerdings das erste Mal Alkohol-auffällig, ist zudem noch jung, die eigene Alkoholkarriere entsprechend kurz und die Chancen auf Verhaltensveränderung umso höher, kann der Nachweis kontrollierten Trinkens sehr wohl eine Alternative zum MPU-Abstinenznachweis darstellen. Das gilt vor allem dann, wenn man sich daran hält:

  1. Trinkanlässe weit im Voraus zu planen, damit diese niemals mit dem Führen eines Fahrzeugs kollidieren.
  2. zwischen den jeweiligen Trinkanlässen mindestens 4, besser noch 6 Wochen verstreichen zu lassen.
  3. kleine Mengen an Alkohol zu trinken.
  4. durch das kontrollierte Trinkverhalten keine Gewöhnung an Alkohol und damit keine Alkoholsucht zuzulassen.

Wussten Sie schon…?

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Entweder kontrolliertes Trinken oder Abstinenznachweis?

Beim Vorliegen entsprechender Voraussetzungen für kontrolliertes Trinken wird es seitens der MPU-Beratungsstelle erste Gespräche und Einschätzungen seitens der Psychologen geben. Ebenso können auch Urin- oder Haarproben abgegeben werden. Lässt sich aus beidem schließen, dass der Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum nicht gering gehalten wird und kontinuierlich ist, wird wahrscheinlich ein MPU-Abstinenznachweis verlangt werden.

Ein meist klares Nein zu entweder kontrolliertes Trinken oder Abstinenznachweis lässt sich hingegen dann aussprechen, wenn der Alkoholkonzentration im Blut bei 2 Promille oder mehr lag, als man erwischt wurde. Das nämlich schließt ein kontrolliertes Trinken selbstredend aus. Gleiches gilt, wenn man bereits mehrere Alkoholfahrten gemacht hat. Auch hier kann keine Rede von Kontrolle über den Alkoholkonsum sein. Die Folge in solchen Fällen ist eigentlich unweigerlich ein MPU-Abstinenznachweis.

Wie funktioniert der Nachweis für kontrolliertes Trinken?

Anders als beim Abstinenznachweis, muss beim kontrollierten Trinken kein “körperlicher” Nachweis im Sinne von regelmäßigen Urin- oder Haarproben vorgelegt werden. Es kann aber zusätzlich zur verhaltenspsychologischen Begleitung sinnvoll sein, die Einsicht, dass Alkohol nur mit Bedacht und schon gar nicht hinter dem Lenkrad eines Fahrzeugs konsumiert werden sollte, mit entsprechenden freiwilligen Proben zu untermauern. Das schließlich überzeugt einen Gutachter im Zweifelsfall eher von der eigenen Fahreignung.

Der tatsächliche Nachweis ergibt sich aus der Einschätzung dessen, was der Gutachter vor allem aus dem psychologischen Gespräch an Eindrücken gewinnt. Wie ist die Einstellung zu Alkohol und Alkoholkonsum? Wie einsichtig zeigt man sich, dass Alkohol nur in Maßen, in größeren Zeitabständen und niemals in Zusammenhang mit dem Fahren getrunken werden sollte? Welche Veränderungen bezüglich des Alkoholkonsums hat man gemacht? Gibt es Veränderungen in der familiären oder beruflichen Situation, die das kontrollierte Trinken stützen?

Ehrliche Antworten auf diese und weitere Fragen helfen dabei, sich selbst den Nachweis kontrollierten Trinkens zu erbringen und damit auch den MPU-Gutachter zu überzeugen.

Lesen Sie dazu auch unsere Seiten MPU Psychologischer Test und MPU medizinische Untersuchung.

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Kontrolliertes Trinken und MPU bestanden: Was jetzt?

Haben Sie den MPU-Gutachter eventuell auch mit der Hilfe von Urin- oder Haarproben davon überzeugt, dass Sie Alkohol und Fahren mittlerweile sehr gut trennen und Ihr Trinken sehr gut kontrollieren können, müssen Sie bei Wiedererteilung der Fahrelaubnis in der Regel keine weiteren Nachweise über Ihren Alkoholkonsum erbringen.

Es kann jedoch hilfreich sein, ein Trinktagebuch zu führen und dort genau und ehrlich zu notieren, wann Sie wieviel trinken, nicht nur im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeugs.

Schließlich bedeutet kontrolliertes Trinken nicht vollkommene Abstinenz vom Alkohol, wodurch die Rückfallgefahr etwas höher ist.

Flankierend können Gespräche mit einem Verkehrs- oder Verhaltenspsychologen die Disziplin in Sachen kontrolliertes Trinekn stärken bzw. aufrecht erhalten.

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