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Führerschein ohne MPU

Es muss gar nicht so viel passieren, dass der Führerschein plötzlich weg ist und auch nicht nach einigen Monaten einfach wieder abgeholt werden kann. Wie aber gelangt man wieder an die Fahrerlaubnis? Bekommt man den Führerschein nur nach einer MPU zurück oder gibt es andere Wege? Die wichtigsten Fakten dazu finden Sie hier!

Führerschein kaufen 

Kann ich mir einen neuen Führerschein ohne MPU “kaufen”?  Nein, denn die Fahrerlaubnis muss in Deutschland und praktisch überall auf der Welt durch das Bestehen einer theoretischen und praktischen Fahrprüfung erworben werden. Hat man Ihnen die Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeugs entzogen, müssen Sie die Zweifel an Ihrer Fahreignung ausräumen – durch ein positives MPU-Gutachten oder durch das Erfüllen anderer Auflagen. Eventuell kann auch der Erwerb des Führerscheins in einem anderen EU-Land in Frage kommen oder auch eine Wartezeit von insgesamt 15 Jahren. 

Einen Führerschein jedoch über dubiose Kanäle zu kaufen, ist illegal und wird vom Gesetz hart bestraft: 

  • Urkundenfälschung: Kaufen Sie einen falschen Führerschein, benutzen Sie damit ein gefälschtes Dokument. § 267 Strafgesetzbuch (StGB) sieht hier eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.  
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis: Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen und Sie kaufen sich einen gefälschten Führerschein, fahren Sie ohne entsprechende Erlaubnis. Laut § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) drohen in solchen Fällen eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. 

In beiden Fällen droht Ihnen zudem die Verlängerung des Fahrverbots. 

Positives MPU Gutachten kaufen

Kann ich ein positives MPU-Gutachten kaufen, um meinen Führerschein zurückzubekommen? Nein, auch Gutachten sind im weitesten Sinne Urkunden. Deren Fälschung und auch die Nutzung gefälschter Urkunden ist laut § 267 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar. 

 Lesen Sie mehr dazu auf unserer Seite MPU Gutachten kaufen.

Wussten Sie schon…?

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Führerschein ohne MPU nach 10 Jahren

Kann ich einfach warten, um meinen Führerschein auch ohne MPU wieder zu bekommen? Ja, dafür aber benötigen Sie viel Geduld, genauer gesagt 15 Jahre. Man spricht hier von einer so genannten MPU-Tilgungsfrist.

Diese besagt, dass Verkehrsverstöße, die zur Entziehung der Fahrerlaubnis und zur Anordnung einer MPU führten, nach zehn Jahren einem Verwertungsverbot unterliegen und damit kein Hindernis mehr für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis darstellen.

Führerschein ohne MPU nach 15 Jahren

Doch zu diesen zehn Jahren kommen nochmals fünf Jahre, die seit dem Entzug der Fahrerlaubnis vergangen sein müssen. Erst dann nämlich beginnt die zehnjährige Tilgungsfrist.

Bei dieser Wartezeit auf den Führerschein ganz ohne MPU ist jedoch zu sagen, dass man sich in dieser Zeit nichts zu Schulden kommen lassen darf und auch, dass sich beispielsweise angetretene aber nicht “bestandene” MPU als tilgungshemmend auswirken können, die MPU damit also nicht schon nach 15 Jahren umgangen werden kann, um wieder (s)einen Führerschein in den Händen zu halten.

Fahrverbot ungleich Fahrerlaubnisentzug

Auch wenn beides den passionierten Autofahrer und vor allem all jene schmerzt, die beruflich auf den fahrbaren Untersatz angewiesen sind: Wird der Führerschein “nur” eingezogen, erlischt die Fahrerlaubnis damit nicht automatisch.

Temporäres Fahrverbot

Sowohl bei Geschwindigkeits-, Abstands- und qualifizierten Rotlichtverstößen wie auch beim Autofahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss muss die Fahrerlaubnisbehörde gerade bei Ersttätern und bei weniger schwerwiegenden Fällen nicht gleich die große “MPU-Keule” schwingen. Sie kann in solchen Fällen ein Fahrverbot von zwischen einem und bis sechs Monaten (strafrechtliches Fahrverbot) aussprechen. Damit einher geht der auf diesen Zeitraum befristete Verlust der Fahrberechtigung. Der “Lappen” muss innerhalb einer bestimmten Frist und eben für eine definierte Zeit abgegeben werden. Ist das Fahrverbot ausgelaufen, erhält man den Führerschein ganz ohne MPU zurück – und damit auch die Berechtigung zum Führen eines Fahrzeugs.

Fahrverbot als “sekundäre Sanktion”

Ein Fahrverbot von einem Monat bis zu sechs Monaten kann gemäß § 44 Strafgesetzbuch (StGB) auch ausgesprochen werden, wenn jemand aufgrund einer Straftat (nicht aber wegen einer Ordnungswidrigkeit) zu einer Geld- oder Haftstrafe verurteilt wurde, auch wenn “die Straftat nicht bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen wurde”.  Diese sekundäre Sanktion soll vor allem dann Anwendung finden, wenn durch das verhängte Fahrverbot positiv auf den Täter eingewirkt werden kann oder auch, um “die Verhängung einer Freiheitsstrafe oder deren Vollstreckung” zu vermeiden.

Fahrerlaubnisentzug

Dieser folgt in der Regel auf Basis einer richterlichen Anordnung. Grund für die Aberkennung der Fahreignung sind in der Regel schwerwiegende und/oder wiederholte Verkehrsverstöße, das Fahren mit mehr als 1,6 Promille Alkohol, eine hohe Menge eingenommener Drogen, schwere Straftaten im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeugs (Fluchtwagen bei einem Raub/Überfall, Fahrerflucht), fehlende Impulskontrolle, hohes Aggressionspotenzial, etc.

Anders als beim zeitlich beschränkten Fahrverbot, kommt der Führerschein hier nicht automatisch zurück, auch nicht nach der verhängten Sperrfrist von 3 bis zu 12 Monaten. Um also wieder Auto fahren zu dürfen, muss die Fahreignung wiedererlangt und damit die Fahrerlaubnis wieder erteilt werden. Der Führerschein kann, muss aber nicht durch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) neu ausgestellt werden.

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